10 Jahre Offener Kanal Fulda

„Wenn ich mir überlege, wie sehr sich die Medienwelt in den letzten 10 Jahren entwickelt hat, bin ich stolz, dass unser Fuldaer Offener Kanal immer noch einen wichtigen Platz in dieser Vielfalt hat“, sagt Winfried Engel, der Vorsitzende der Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen). Wie war das denn 1998, als der Offene Kanal auf Sendung ging: Fernsehen war das Leitmedium, die Handys waren noch so groß wie Briketts, und einen Computer zu Hause oder sogar Zugang zum Internet hatten nur Stubenhocker und Techniktüftler. Zehn Jahre später steht das Internet kurz davor, das Fernsehen für immer abzulösen.

Die Mitarbeiter und Nutzer des Offenen Kanals Fulda schreckt das nicht. 7400 Sendungen mit einer Gesamtlänge von 2240 Stunden produzierten sie seit dem Sendestart, Jahr für Jahr lassen sich etwa 200 Fuldaer Bürger neu als Nutzer registrieren. Diese gleich bleibende Attraktivität kommt nicht von allein: Startete der OK Fulda vor zehn Jahren noch mit drei Schnittplätzen, an denen mühevoll von Videorekorder zu Videorekorder überspielt wurde, stehen heute neun Computerschnittplätze zur Verfügung. Aus ursprünglich fünf Ausleihkameras sind inzwischen elf geworden, ganzjährig steht ein Aufzeichnungswagen zur Verfügung, mit drei Trickboxxen können schon kleine Kinder Trickfilme produzieren.

Äußeres Zeichen für die Veränderung des Fuldaer Bürgerfernsehens war die Erweiterung des Namens Anfang 2006 in ‚Medienprojektzentrum’ Offener Kanal. Schon Anfang des neuen Jahrtausends war damit begonnen worden, neben dem klassischen Bürgerfernsehen, in dem auch weiterhin jeder Fuldaer seine Ideen umsetzen und senden kann, Kindern und Jugendlichen in begleiteten Projekten Medienkompetenz zu vermitteln. „Dieses zweite Standbein macht das Medienprojektzentrum Offener Kanal Fulda heute zu einem wichtigen Aus- und Weiterbildungspartner für Schulen, Hochschule und Jugendbildungseinrichtungen in der Region“, so Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen.

750 Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen besuchten allein im letzten Jahr eine der meist einwöchigen Fortbildungen des MOK Fulda und erwarben dort medienpädagogische Kompetenzen; fast 2000 Kinder und Jugendliche nahmen im gleichen Zeitraum an Projekten teil, die von den ausgebildeten Pädagogen durchgeführt wurden. In dieser Verknüpfung von Multiplikatorenausbildung und Medienpraxisprojekten liegt heute die Stärke des MOK Fulda.

Dass bei allen Neuerungen auch die Sendungen des Offenen Kanals attraktiv bleiben, dafür sorgen aber weiterhin die Fuldaer Bürger selbst. Etwa 750 Beiträge werden pro Jahr kontinuierlich produziert, und es gibt wohl kaum ein Thema, das in den letzten 10 Jahren nicht im Programm vorkam. Von der Kochsendung über Vereinsleben und Stadtpolitik bis zur muslimischen Talkshow reicht die Spanne der Inhalte.

So blicken die Mitarbeiter des Medienprojektzentrums Offener Kanal Fulda neugierig und optimistisch in die Zukunft. Gerade ist das neue Kursprogramm mit vielen Angeboten für das Winterhalbjahr 08/09 erschienen, am heutigen 21. Oktober wird mit einer Jubiläumssendung der Geburtstag gefeiert. Und es gilt, wie für so viele andere Veranstaltungen in Fulda: Wer nicht dabei sein kann, sieht es sich hinterher im Offenen Kanal an. Die Aufzeichnung wird am Freitag, den 24. Oktober 2008, um 18.03 Uhr auf Kabelkanal 22 (analog) oder auf Programmplatz 137 (digital) gesendet.

Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel.: 0561/93586-12.