18. Hessisches Gesprächsforum Medien: "Kinderfernsehen und Medienpädagogik in Europa"

Medienpädagogische Forschung: international und handlungsorientiert

Das Thema "Kinderfernsehen und Medienpädagogik in Europa" diskutierten Experten aus dem In- und Ausland am Freitag in Kassel. Zu der Veranstaltung hatte die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) in Kooperation mit der Universität Kassel / Fachbereich Erziehungswissenschaft, Humanwissenschaften im Rahmen des 18. Hessischen Gesprächsforums Medien eingeladen.

In Kurzvorträgen und Podiumsgesprächen thematisierten die Medienexperten aktuelle Fragen zur medienpädagogischen Forschung, zu Kindern und ihrer Medienkultur, Kinderfernsehen und der Zukunft der medienpädagogischen Ausbildung an Hochschulen und Universitäten.

Die Medienpädagogen waren sich innerhalb der ersten Gesprächsrunde "Medienpädagogik: Tendenzen der Forschung" einig, dass die medienpädagogische Forschung die Perspektive der Kinder in den Mittelpunkt stellen und insbesondere praxis- und handlungsbezogene Ansätze verfolgen sollte. Besonders wichtig seien qualitative Untersuchungen, die dem Kind als Fernsehzuschauer ausreichend Raum für eigene Erläuterungen des individuellen Fernsehverhaltens bieten würden.

Vorträge und Diskussionen zur Frage "Kinderfernsehen in Deutschland: Fernsehen für Kinder?" und zum Thema "Kinder und Fernsehen in Europa" machten deutlich, dass gerade das Kinderfernsehen längst schon nicht mehr von Sendungen aus dem eigenen kulturellen Raum dominiert wird. Bei Sendungen, die für Kinder produziert und von ihnen angesehen werden, ist die Internationalisierung bereits weit fortgeschritten. Kulturelle Unterschiede scheinen für das Verständnis der jungen Zuschauer oder deren Akzeptanz allerdings nicht hinderlich: So sind beispielsweise Kinder aus Deutschland in der Lage, Inhalte japanischer Zeichentrickserien in den eigenen kulturellen Kontext einzuordnen.

Vertreter der Partner-Universitäten des von dem Kasseler Medienpädagogen Prof. Dr. Ben Bachmair initiierten internationalen Studiengangs "European Master in Media, Communication and Cultural Studies", Wissenschaftler aus Dijon, Florenz, London und Arizona, betonten die Notwendigkeit gemeinsamer, internationaler Aktivitäten im Bereich der medienpädagogischen Forschung und wissenschaftlichen Ausbildung.

"Die Medienwelt ist ökonomisch und inhaltlich schon eng zusammengewachsen. Diese Entwicklung kann für die Medienpädagogik nicht ohne Folgen bleiben!", so Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen. Medienpädagogik dürfe nicht auf das deutsche Verständnis eingegrenzt werden, sondern müsse den internationalen Kontext berücksichtigen. Thaenert unterstrich auch die Bedeutung handlungsbezogener Ansätze: "Die hessische Landesmedienanstalt bietet eine Vielzahl medienpraktischer Projekte an, die gerade auf die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zielen. Denn die Medienkompetenzvermittlung ist wichtiger Bestandteil des präventiven Jugendmedienschutzes."