20 Jahre Medienprojektzentrum OFFENER KANAL GIESSEN

Warm ist es. Dicht gedrängt und im Halbdunkel sitzend, schauen unzählige Augenpaare gespannt nach vorne. Gleißende Scheinwerfer. Ein Meer von Lichtern. Kameras fangen ein, was man zeitgleich auch im Fernsehen sehen kann. Kleine Filme wechseln sich ab mit Interviews und Grußworten. Eine Jazz-Band sorgt für musikalische Untermalung. Der Moderator führt schwungvoll durch den Abend. Der Offene Kanal Gießen ist live auf Sendung.

Am 5. September 1996, auf den Tag genau vor 20 Jahren, ging der Bürgersender Offener Kanal Gießen (OK) auf Sendung. Einen lokalen Fernsehsender für Gießen und ganz Mittelhessen gab es bis dahin noch nicht. Ein Novum für die Universitätsstadt. Heute, zwanzig Jahre später, ist er längst etabliert und aus dem kulturellen Geschehen und der Vielzahl lokaler Medien nicht mehr wegzudenken. Grund genug, innezuhalten und zu feiern. Rund 100 geladene Gäste aus den Bereichen Kunst und Kultur, schulischen wie außerschulischen Bildungsträgern sowie Bürgerinnen und Bürger aus ganz Mittelhessen waren der Einladung in den Unteren Hardthof gefolgt. Gemeinsam schauten sie auf zwei Jahrzehnte medialen Schaffens, bürgerschaftlichen Engagements und die erfolgreiche Vermittlung von Medienkompetenz zurück.

Dietlinde Grabe Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen, betont in ihrem Grußwort: "Die Idee war einfach. Bürgerinnen und Bürger machen Fernsehen und ganz Mittelhessen kann es sehen. Das passte gut zu Gießen! Gut für die Menschen, die sehr viel zu berichten haben." Und sie hat recht. Seit seiner Gründung strahlte der Sender rund 9000 Stunden von Bürger/innen produziertes TV-Programm aus. Seine Inhalte sind vielfältig und bunt. Genauso, wie seine Produzent/innen. Vor allem der lokale und regionale Bezug der Sendungen macht einen Unterschied zu solchen, die bundesweit bzw. weltweit auch über Videoplattformen im Internet zu sehen sind. Rund 120.000 angeschlossene Haushalte profitieren davon.

In den vergangenen zwei Dekaden hat sich ein rasanter gesellschaftlicher Wandel vollzogen. Vor allem durch die Macht der "neuen Medien". Das World Wide Web und die Vielzahl moderner technischer Entwicklungen haben im privaten wie beruflichen Leben bei allen Menschen
Spuren hinterlassen. Grund genug, das Aufgabengebiet des Senders zu erweitern. Seit 2006 heißt der OK nun MOK - Medienprojektzentrum Offener Kanal.

Die wichtige Aufgabe: Vor allem Kinder und Jugendliche im Umgang mit WhatsApp & Co. zu sensibilisieren und Multiplikatoren, wie z.B. angehende Lehrer- und Erzieher/innen, auf die Herausforderungen ihres Unterrichts im "digitalen Zeitalter" vorzubereiten. Wilhelm Behle, Leiter des MOK, unterstreicht: "Unsere medienpädagogische Arbeit ist wichtiger denn je. Sie fördert einen souveränen, kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit den ‚neuen Medien‘. Zusätzlich trägt sie auch zu einem gelingenden sozialen Miteinander der Bürgerinnen und Bürger bei." Pro Jahr finden rund 60 medienpädagogische Projekte mit ebenso vielen Kooperationspartnern und durchschnittlich 900 Kindern, Jugendlichen und Multiplikatoren statt. Tendenz steigend.

Medienprojektzentren sind Einrichtungen der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen). Neben Gießen gibt es sie noch in Kassel, Offenbach/Frankfurt und Fulda. Das Programm des MOK Gießen wird digital über Kabelkanal 136 ausgestrahlt. Die Beiträge können zeitversetzt auch in der Mediathek Hessen (www.mediathek-hessen.de) angeschaut werden. So auch die Live-Sendung der Jubiläumsfeier.


Kontakt bei Rückfragen:
Wilhelm Behle, Tel.: 0641 9605007 (MOK Gießen)