„Alszus” großer Publikumserfolg

Versammlung will Gestaltung verändern lassen und OK-Nutzungsordnung überprüfen

Die Versammlung der LPR Hessen hat sich in ihrer heutigen Sitzung ausführlich mit den rechtlichen Bedingungen der Sendung „Alszus“ im Offenen Kanal Kassel auseinandergesetzt. Den Beratungen vorangegangen waren intensive Diskussionen in ihrem Rechts- und Satzungsausschuss, der bereits am 20. März 2006 getagt hatte.

„Alszus“ wird von Redakteuren der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) in Kassel angemeldet und verantwortet. Die werktäglich rund 15-minütige Sendung, die seit Mitte Februar im Offenen Kanal ausgestrahlt wird, berichtet über das aktuelle Geschehen in der Region. HR-Intendant Reitze hatte die Sendung als Schleichwerbung tituliert.

Nach den ausführlichen Beratungen haben die Mitglieder der Versammlung in ihrer heutigen Sitzung festgestellt, dass die Sendung für den Zuschauer aufgrund ihrer Gestaltung wie eine „HNA-Sendung“ erscheinen könne. Allerdings zeigten die Zuschauerreaktionen, dass das Publikum die Sendung als eine deutliche Bereicherung des OK-Programmes und als eine klare Verbesserung der aktuellen Informationen aus der Region bewerten würden. Die Nachfrage nach tagesaktuellen Berichten aus Nordhessen sei hoch.

Im Ergebnis der Beratungen kamen die Mitglieder der Versammlung überein, die Sendeanmelder von „Alszus“ zu einer Änderung der Sendungsgestaltung zu bewegen: Die Sendung sei so zu gestalten, dass der Eindruck einer „HNA-Sendung“ nicht entstehen könne. Die Gespräche, an denen der Versammlungsvorsitzende und der Direktor der LPR Hessen teilnehmen werden, sollen in Kürze stattfinden.

Gleichzeitig will die Versammlung die OK-Nutzungsordnung dahingehend überprüfen, ob Angehörige von Medienunternehmen wie die Redakteure von Tageszeitungen die gleichen Nutzugsmöglichkeiten der Offenen Kanäle haben sollen wie andere Bürger.

„Die Akzeptanz der Sendung ist zwar sehr hoch; die Offenen Kanäle in Hessen dürfen sich aber keinesfalls Schleichwerbevorwürfen aussetzen. Es darf nicht der Eindruck erweckt werden, als ließen sich die Offenen Kanäle als Werbeplattformen durch kommerzielle Unternehmen missbrauchen. Wir wollen nicht, dass die Offenen Kanäle, die sehr gute Arbeit leisten, hierdurch Schaden nehmen“, so Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung im Anschluss an die Entscheidung.

DMB-Übertragungskapazitäten für Handy-TV in Hessen an „Mobiles Fernsehen Deutschland“

Dem Düsseldorfer Unternehmen „Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH“ (MFD) werden die für den Betrieb des sog. Handy-TV notwendigen digitalen Übertragungskapazitäten im DMB-Standard zugewiesen. Dies beschloss die Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) in ihrer heutigen Sitzung.

Das Programmbouquet der MFD soll aus bis zu vier Fernseh- und zwei Hörfunkprogrammen bestehen. Geplant ist die Übertragung des Nachrichtenprogramms N24. Im Comedy- und Entertainmentbereich soll mit der ProSiebenSat1Medien AG kooperiert werden. Ein von MTV programmlich unterstütztes Musikangebot für die „young generation“ ist ebenfalls vorgesehen. Darüber hinaus besteht die Option, auf einem weiteren Kanal das ZDF-Programm auszustrahlen. Im Audiobereich soll das mit visuellen Elementen ergänzte und bundesweit ausgerichtete Programm „BigFM2see“ sowie das wortgetragene Programm „Regiocast Digital“ angeboten werden. Mit diesem Programmpaket erfüllt die MFD GmbH die Anforderungen an ein Angebot, das in wesentlichen Teilen auch Nachrichten, Kultur und Sport beinhaltet.

Digital Multimedia Broadcasting (DMB) bezeichnet einen internationalen Übertragungsstandard für den Empfang von Fernsehen, Hörfunk und Mediendiensten auf mobilen Empfangsgeräten wie z.B. Handys.

Die Zuweisung der Übertragungskapazitäten basiert auf einem länderübergreifend koordinierten Ausschreibungsverfahren aller partizipierenden Landesmedienanstalten und gilt zunächst für die Dauer von drei Jahren. In dieser Erprobungsphase sollen vor allem die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit sowie die Nutzerakzeptanz von Handy-TV eruiert werden. Zur Fußball WM 2006 plant das Unternehmen den Sendestart an den WM-Spielorten.

Wissensradio „WILANTIS“ erhält DAB-Zulassung

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer heutigen Sitzung der Radio L.B.W. Rundfunk-Betriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Stuttgart die Zulassung zur Veranstaltung und Verbreitung des Wissensradios „WILANTIS“ über DAB (Digital Audio Broadcasting) erteilt.

Das 24-stündige Hörfunk-Vollprogramm richtet sich altersunabhängig an alle Hörer mit Interesse an Informationen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Technologie, Forschung, Innovation und Kultur. Im Mittelpunkt von WILANTIS stehen neben Nachrichten im 30-Minuten-Takt auch Service und aktuelle Hintergrundinformationen. Parallel zum Radioprogramm bietet die Internetplattform www.wilantis.de die Möglichkeit, alle archivierten Beiträge jederzeit abrufen zu können.

Das Programm soll im L-Band des DAB-Versorgungsnetzes im Großraum Frankfurt am Main verbreitet werden. Voraussichtlich 1,2 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 1200 km² können Wilantis mit einem DAB-Empfänger empfangen.

Wilantis soll sich angesichts der noch geringen DAB-Zuhörerreichweite im Wesentlichen über Eigenkapital finanzieren und wird bereits in mehreren anderen Bundesländern verbreitet.

Zulassung von „ERF Radio“ verlängert

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer heutigen Sitzung die Zulassung zur Veranstaltung und Verbreitung des Hörfunkveranstalters „ERF Radio“ um weitere fünf Jahre verlängert.

Der Evangeliums-Rundfunk Deutschland e. V. mit Sitz in Wetzlar verbreitet seit der Zulassungserteilung im Jahr 1996 ein ganztägiges überkonfessionelles, christliches Hörfunkspartenprogramm. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Information, Lebenshilfe, Kultur und Musik. „ERF Radio“ wendet sich an alle (Hörer-) Generationen und ist frei von kommerzieller Werbung; die Finanzierung erfolgt über Spenden.

 

Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel.: 0561/93586-12.