„Der Like-Style als Life-Style“ - Unternehmenskommunikation im facebook-Zeitalter - Hessisches Gesprächsforum beim FRA Medien Treff - on-air-port 2012

Hessens größtes Medienevent, der FRA Medien Treff – on-air-port fand in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt. Schirmherr der Veranstaltung, zu der die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und die Fraport AG am 9. Oktober 2012 an den Frankfurter Flughafen eingeladen haben, ist Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Knapp 500 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien nutzten die Chance zu Information und Gespräch.

Unternehmenskommunikation im facebook-Zeitalter stand beim Hessischen Gesprächsforum Medien am Nachmittag im Mittelpunkt. In seiner Eröffnung machte Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der hessischen Landesmedienanstalt, auf die zunehmende Bedeutung sozialer Netzwerke aufmerksam. Sie werden längst nicht mehr nur für private Kommunikation genutzt, sie haben auch zunehmende Bedeutung im politischen Geschehen und halten Einzug in die Kommunikation von Unternehmen und Institutionen.

Nick Sohnemann, Innovation Advisor von TrendONE, vermittelte auf einer Zeitreise Ideen davon, welche Informations- und Kommunikationstechniken die Zukunft für die Menschen bereithalten könnte. So weisen Mikro-Trend-Untersuchungen darauf hin, dass Kontaktlinsen, die die breaking news einblenden, oder ein durch Gesten gesteuertes Büro – Stichwort augmented reality – schon in einigen Jahren zum Alltag gehören könnten. Die realen Möglichkeiten von Social Media thematisierte Daniel Hoffmann, Director Social Media von Cocomore. Er präsentierte die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Plattformen, wies aber darauf hin, dass das Engagement hier finanziellen und organisatorischen Aufwand bedeute. In der anschließenden Gesprächsrunde unter der Moderation von Jennifer Knäble, RTL, ging es um konkrete Online-Aktivitäten von Unternehmen, aber auch um Risiken für junge Nutzer.

Den Einsatz von Social Media zur Informationsvermittlung erläuterte Uli Pecher, Global Head of Emerging & Social Media der Deutschen Bank. Heute könne man über ein Online-Spiel Informationen vermitteln, die bisher nur in umfangreichen Berichten Platz gefunden hätten. Michael Sasse, Leiter Unternehmenskommunikation von Wintershall, verwies auf die Möglichkeit, soziale Netzwerke auch für die interne Kommunikation zu nutzen und Mitarbeiter weltweit untereinander zu vernetzen. Für das Museum für Moderne Kunst steht derzeit noch facebook im Mittelpunkt der Aktivitäten. Diese vor allem bei Jugendlichen beliebte Plattform werde beispielsweise mit dem Projekt Kinderreporter auch genutzt, um der jüngeren Zielgruppe Kunst näherzubringen, so Peter Gorschlüter, stellvertretender Museumsdirektor.

Bei allen positiven Nutzungsmöglichkeiten dürfe nicht vergessen werden, Kinder und Jugendliche an die veränderten Informations- und Kommunikationstechniken heranzuführen. Hierauf verwies Nicola Beer, die Hessische Kultusministerin. So sei Cybermobbing an Schulen ein Problem, dem man durch Information und Aufklärung begegnen müsse. Entsprechend sei Medienerziehung in Hessen bereits Bildungsstandard. In diesem Zusammenhang gab sie zu bedenken, Unternehmen, die mit Social Media große Gewinne machten, in die Verantwortung einzubeziehen.

Im Anschluss an das Gesprächsforum Medien luden die Veranstalter zur Abendgala, in der die Realisierung von Infrastruktur-Großprojekten thematisiert wurde und die Gäste Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen nutzen.

Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel.: 0561/93586-12.