Die Netz-Gesellschaft – Eine Revolution für Medien und Kommunikation

http://www.lpr-forum-medienzukunft.de/

Den Blick nach vorn richtet die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) aus Anlass ihres 20jährigen Bestehens am 4. November in ihrer Veranstaltungsreihe lpr-forum-medienzukunft. Als Keynotespeaker zum Thema „Die Netzgesellschaft – Wie junge Mediennutzer die (Medien-) Welt verändern“ wird sich der Zukunftsforscher und Psychologe Peter Kruse mit den Auswirkungen von Netzwerken auf Gesellschaft, Politik und Medien beschäftigen. Der Bremer Unternehmensberater hat sich in der „Generation Internet“ den Ruf als Vordenker erworben und betont vor allem die Faktoren Spontanität und Partizipation in Netzwerken wie Facebook, StudiVZ oder Xing. Er wird der Frage nachgehen, warum nicht nur junge Menschen sich in so großer Zahl vernetzen und aktiv in ihre Netzwerke einbringen, ihre Kreativität dort kostenlos anbieten und ihr Wissen mit anderen teilen. Dieser Wunsch nach Partizipation ist in seinen Augen die eigentliche Revolution des Web 2.0, auf die Politik, Institutionen und Medien angemessen reagieren müssen, da sich diese Dynamik nicht mehr zurückdrehen lässt.

Die Folgen des veränderten Kommunikationsverhaltens in der jungen Generation hat die im September vorgestellte Studie „Heranwachsen mit dem Social Web“ untersucht, die in Zusammenarbeit von Hans-Bredow-Institut und dem Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg entstanden ist. Die Leiterin des Salzburger Instituts, die Medienwissenschaftlerin Ingrid Paus-Hasebrink, wird ihre Erkenntnisse aus dieser Untersuchung ebenso in die Diskussion einbringen wie Ibrahim Evsan, der als Mitbegründer der Videoplattform und Community sevenload seit vier Jahren praktische Erfahrungen mit den neuen Kommunikations- und Mitmach-Aktivitäten gesammelt hat. Die Medienökonomin und Bloggerin Gisela Schmalz sucht Antworten auf die Frage nach den wirtschaftlichen Folgen der veränderten Mediennutzung, mit der sie sich in ihrem kürzlich erschienenen Buch „No economy. Wie der Gratiswahn das Internet zerstört“ auseinandergesetzt hat. Vor allem über die Plattform DNAdigital, die den Dialog zwischen den „Digital Natives“ und Unternehmensmanagern befördern will und die sie mit initiiert hat, greift Ulrike Reinhard praktisch in die sich verändernde Internet- und Medienwelt ein.

Eine Revolution sieht auch der Direktor der LPR Hessen, Wolfgang Thaenert, darin, dass die klassische Nutzung von Presse, Radio und TV immer stärker von der Internetnutzung abgelöst wird: „An dieser Entwicklung kann eine Landesmedienanstalt, zumal wenn sie den Zusatz ‚für neue Medien‘ im Namen trägt, nicht vorbeisehen. Den Wandel der Medien konstatieren heißt, die Frage nach der Anpassung der Medienordnung zu stellen“, so Thaenert mit Blick auf die Notwendigkeit, dass Medien auch im Web weiterhin zur Information und politischen Meinungsbildung beizutragen haben. Ihm geht es vor allem um einen gleichberechtigten, barrierefreien Zugang für alle Bürger zu den Angeboten des www. Das lpr-forum-medienzukunft bietet Gelegenheit, mit ausgewiesenen Experten über die drängenden Fragen der Medienentwicklung und über gesellschaftliche Veränderungen zu diskutieren.

Weitere Informationen unter www.lpr-forum-medienzukunft.de