Die Predigt als Podcast? Experten diskutierten die Bedeutung des Rundfunks für die Kirche

Auch wenn der Fernsehgottesdienst den Kirchenbesuch nicht zu ersetzen vermag: Die Kirche muss als Thema in den Medien – gerade auch in den reichweitenstarken Fernsehprogrammen – erhalten bleiben. Dies ist das Ergebnis einer Expertendiskussion, zu der die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) am 17. April 2007 nach Fulda eingeladen hatte.

Unter der Fragestellung „Die Predigt als Podcast oder ‚Segensreiche’ Medienwelt?“ diskutierten Michaela Pilters (Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e. V., Bergisch Gladbach), Bernd Merz (Evangelische Kirche in Deutschland, Hannover) und Henning Röhl (bibel.TV, Hamburg) unter Moderation von Meinhard Schmidt-Degenhard (Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main) die Bedeutung des Rundfunks für die Kirche.

In der einleitenden Keynote betonte Prof. Dr. Dr. Helmuth Rolfes (Universität Kassel), dass nicht alles, was medientechnisch möglich sei, auch theologisch Sinn mache. Die Medien dürften nicht als „zweite Kanzel“ oder verlängerter Arm der Amtskirche verstanden werden. Gleichwohl sei die Präsenz der Kirche und ihrer Themen in der heutigen Medienwelt unabdingbar.

Henning Röhl wies in der anschließenden Diskussion insbesondere auf die Verantwortung der öffentlich-rechtlichen Sender hin. Die Medien müssten „junge Leute vertraut machen mit den Grundbegriffen christlichen Lebens“, betonte der Journalist. So plane auch bibel.TV zukünftig einen weiteren Sender, der sich speziell an Jugendliche richtet.

Dass Glaubensinhalte auch fiktional vermittelt werden sollten, dies aber die Information nicht ersetzen könne, hob Bernd Merz hervor. Zielgruppenspezifische Internetauftritte mit entsprechenden Informationen und der Möglichkeit, einzelne Rundfunksendungen abzurufen, seien eine Chance, die man nutzen solle.

Michaela Pilters erwartet in der Zukunft eine noch stärkere Individualisierung der Angebote. Hierbei sei es von Bedeutung, qualitativ hochwertige Sendungen auch in der Zukunft in den „Hauptmedien“ beizubehalten.

Im Anschluss an die Diskussion fand aus Anlass des 60. Geburtstages des Versammlungsvorsitzenden der LPR Hessen, Winfried Engel, ein Empfang statt. Bei dem Empfang, zu dem neben der LPR Hessen auch die Stiftung Marianum Fulda und die Stiftung Marienschule Fulda geladen hatten, würdigten der Fuldaer Oberbürgermeister Gerhard Möller, Dr. Lothar Schöppner, Schulleiter des Marianum und Christa Müller-Berghüser, Schulleiterin der Marienschule Engels Engagement für die Stadt Fulda und den schulischen Bereich. Frank Albrecht, der stellvertretende Vorsitzende der Versammlung der LPR Hessen, Dr. Victor Henle, stellvertretender Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen stellten die Verdienste Engels in seiner Funktion als Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen (seit 1995) wie auch als Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) (2003 bis 2005) heraus.

 
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