Digitale Gesellschaft fordert verstärktes Engagement der Medienanstalt Hessen

Die Versammlung der Medienanstalt Hessen konnte in ihrer heutigen Sitzung in Kassel ein positives Resümee zu den Aktivitäten in 2019 ziehen. Gleichzeitig hat sie die Schwerpunkte für die Arbeit im kommenden Jahr konkretisiert:

Medienkompetenzbildung bleibt im Fokus

In 2020 werden bewährte Initiativen weitergeführt und gleichzeitig neue Projekte an den Start gehen. Die Angebote werden möglichst hessenweit ausgerichtet und setzen mit den vier Standorten der Medienprojektzentren Offener Kanal in Kassel, Gießen, Fulda und Rhein-Main auch auf regionale Stützpunkte. Grundschulen und Förderschulen werden sich auch künftig zur Internet-ABC-Schule qualifizieren können. An dem gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium durchgeführten Projekt haben sich in den vergangenen Jahren hessenweit bereits über 500 Schulen beteiligt. „Mit diesem Projekt qualifizieren wir Grundschulen und Förderschulen, die Internetkompetenz ihrer Schüler zu fördern. Die große Nachfrage zur Teilnahme zeigt uns das ungebrochen hohe Interesse der Schulen und auch deren Bedarf“, so Jörg Steinbach, der Vorsitzende der Versammlung. „Natürlich werden wir die Initiative fortführen und weiterentwickeln“, kündigte Steinbach an. Verstärkt wird im kommenden Jahr die Arbeit mit angehenden Erziehern. Die Medienanstalt will hessenweit mit Fachschulen für Sozialwesen zusammenarbeiten, um Methoden der Medienbildung bereits in die Ausbildung der künftigen Erzieher zu integrieren. „Die Erzieher von morgen sollen schon in ihrer Ausbildung das Handwerkszeug mitnehmen, um bei ihrer späteren Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen medienpädagogisch arbeiten zu können“, erklärte Steinbach. „Wir versprechen uns dadurch die Medienkompetenzbildung in der Fläche!“

Qualifizierung junger ‚MedienMacher‘

Die Förderung junger Medienmacher soll in 2020 intensiviert werden. Im Mittelpunkt wird dabei die Qualifizierung des journalistischen Nachwuchses für private Radio- und TV-Sender, aber auch für neue journalistische Verbreitungsformen stehen. „Es ist wichtig, der Meinungsbildungsrelevanz von Facebook und Co. etwas entgegenzusetzen“, erläuterte der Versammlungsvorsitzende Jörg Steinbach, der in dem ehrenamtlichen Gremium den Hessischen Journalistenverband vertritt. „Unsere demokratische Gesellschaft bedarf qualifizierter junger Medienmacher, die das journalistische Handwerkszeug beherrschen und mit neuen medialen Ausdrucksformen auch die junge Generation erreichen. Daher werden wir uns – in Kooperation mit den hessischen Unis und anderen Medienausbildungs-Initiativen – um die Förderung und die Qualifizierung junger Journalisten bemühen“, kündigte Steinbach an.

Gegen Hass und Hetze im Netz

Die Medienanstalt wird sich mit mehreren Maßnahmen und künftig auch verstärkt dafür einsetzen, der Hetze im Netz zu begegnen: Im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht über Telemedienangebote prüft sie die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen der Angebote, die von hessischen Anbietern eingestellt wurden. Strafrechtlich relevante Angebote, bspw. solche, die zum Hass gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen aufrufen oder andere unzulässige Inhalte aufweisen, werden an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet – insbesondere an die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), die wie die LPR Hessen Kooperationspartner der Initiative #KeineMachtdemHass ist. Im Bereich der Medienkompetenzförderung vermittelt die Medienanstalt in vielen Projekten mit Kindern und Jugendlichen eine von gegenseitiger Achtung geprägte Kommunikationskultur. Perspektivisch will sie – bspw. auch über ihre vier Medienprojektzentren Offener Kanal – Fortbildungen für Journalisten, für Sozialarbeiter, für Lehrer und interessierte Bürger anbieten, in denen der konstruktive Umgang mit Hassbotschaften im Netz vermittelt wird. „Hass und Hetze im Netz wollen wir auch künftig aktiv begegnen“, stellte Versammlungschef Steinbach fest. „Hier halten wir repressive Maßnahmen im Sinne der konkreten Inhalte-Aufsicht für ebenso erforderlich wie präventives Arbeiten – erklären, aufklären und vernünftige Strategien vermitteln“, so Steinbach.

„Die digitale Gesellschaft fordert uns in vielen Bereichen“, resümierte Jörg Steinbach. „Wir werden uns den Zukunftsthemen stellen und versuchen, Strategien für eine ‚Digitale Ethik für Jedermann‘ zu entwickeln.“

Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel.: 0561/93586-12, presse(at)lpr-hessen(dot)de