DVB-T-Einführung in Rhein-Main geglückt

Ausschreibung für Nordhessen

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer heutigen Sitzung ein positives Resümee der Einführung von digitalem terrestrischen Fernsehen (DVB-T) in Rhein-Main gezogen. Die LPR Hessen hatte im März 2004 digitale Übertragungskapazitäten für das DVB-T-Projekt im Rhein-Main-Gebiet ausgeschrieben. Im Mai 2004 bewarben sich 20 Veranstalter um die Teilnahme: elf bundesweite Fernsehveranstalter, zwei Veranstalter regionalen Fernsehens und sieben Anbieter von Shopping-Kanälen und sonstigen Mediendiensten. Nach umfangreichen Prüfungen konnte die Versammlung feststellen, dass alle 20 Anträge grundsätzlich zulassungsfähig sind. Da die Kapazitäten nur für die Verbreitung von zwölf Angeboten ausreichen, hatte die Versammlung unter den Bewerbern eine Rangefolge festzulegen. Diese stand im September 2004 fest. "Mit unserer Auswahl wollten wir die bestmöglichen programmlichen Voraussetzungen schaffen, um dem digitalen Fernsehen im Rhein-Main-Gebiet zum Erfolg zu verhelfen", so Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung. Am 6. Dezember wurden zwölf private Programme digital aufgeschaltet, so dass das DVB-T-Angebot nun mehr als 20 TV-Programme umfasst. Das Empfangsgebiet reicht von Gießen bis Ludwigshafen und von Rüdesheim bis Aschaffenburg. Mehr als 6 Mio. Einwohner können mit der entsprechenden technischen Ausrüstung die Programme empfangen. Im Kerngebiet genügt eine Zimmerantenne.

Die Einführung des digitalen terrestrischen Fernsehens im Rhein-Main-Gebiet war ein gemeinsames Projekt der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen - unter Beteiligung der jeweiligen Staatskanzleien, der Landesmedienanstalten, der öffentlich-rechtlichen Anstalten und der privaten Programmveranstalter. Die Koordinierung war Aufgabe des Lenkungsausschusses, den die LPR Hessen leitete.

"Die Landesmedienanstalten aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen haben das DVB-T-Projekt gemeinsam befördert, denn die Einführung neuer Techniken kann an Landesgrenzen nicht Halt machen. Wir haben hier eine Gestaltungs- und Moderationsfunktion übernommen, um die Digitalisierung rezipientengerecht einzuführen. Als Sachwalter der Interessen der Allgemeinheit ist es uns gelungen, Politik, Sender und technische Dienstleister zusammenzubringen und so dem digitalen terrestrischen Antennenfernsehen auch im Rhein-Main-Gebiet zum Durchbruch zu verhelfen", so Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen und Vorsitzender des DVB-T Lenkungsausschusses Rhein-Main. "Nun geht es darum, auch dem Zuschauer in Nordhessen den Empfang öffentlich-rechtlicher wie privater Fernsehprogramme über DVB-T drahtlos zu offerieren. Die Ausschreibung für die Vergabe von Übertragungskapazitäten an Veranstalter privater Fernsehprogramme und Mediendienste soll im Januar 2005 erfolgen", kündigte Thaenert an.

Herausforderungen für 2005 sind vielfältig
LPR Hessen auch in Zukunft auf unterschiedlichen Arbeitsfeldern gefordert


In der letzten Sitzung der Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) vor dem Jahreswechsel zog der Versammlungsvorsitzende, Winfried Engel, ein positives Resümee der geleisteten Arbeit. Sehr gut verlaufen sei die Einführung des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T) im Rhein-Main-Gebiet. Ebenfalls sehr erfolgreich habe sich die Medienanstalt im Bereich der Medienkompetenzvermittlung engagiert und die Aktivitäten der Offenen Kanäle ausgebaut. An diesen Erfolgen solle auch die Arbeit im Jahr 2005 anknüpfen.

"Die digitale Rundfunkübertragung nicht nur inhaltlich attraktiv zu gestalten, sondern sie auch in möglichst vielen Landesteilen Hessens anzubieten, ist eine wesentliche Herausforderungen für das Jahr 2005", so Engel in seinem Ausblick. Hierfür werde es erforderlich sein, zusammen mit allen Beteiligten - der Politik, den Sendernetzbetreibern, den Endgeräteherstellern und natürlich auch den Programmanbietern - gemeinsame Konzepte zu entwickeln, um die Innovationschancen des digitalen Rundfunks nutzbringend auszugestalten. Dies schließe die Fortentwicklung der digitalen Hörfunkübertragungstechnik mit ein.

"Ein zweiter Fokus liegt auch in der Zukunft auf der Vermittlung von Medienkompetenz, die gemeinsam mit Bildungseinrichtungen und der privaten Wirtschaft befördert werden soll", so Engel weiter. Gerade durch eine noch stärkere Vernetzung und Kooperationen solle es gelingen, die Effizienz der Medienarbeit insbesondere in hessischen Bildungseinrichtungen weiter zu steigern. Nicht zuletzt werde es auch im Jahr 2005 darum gehen, die Entwicklung einer hessischen Medienlandschaft zu fördern und auch in medienwirtschaftlicher Hinsicht aktiv zu sein.