eDit 2000

Pressekonferenz am 25. Oktober 2000, 17.00 Uhr

Kongress Center Messe Frankfurt

Statement von Wolfgang Thaenert,

Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rund­funk (LPR Hessen)

(Sperrfrist: 25.10.2000, 17 Uhr – Es gilt das gesprochene Wort)

I.

Mit der eDIT 2000 findet bereits zum dritten Mal der internationale Fachkongress für Film, Postproduktion und Visual Effects in Frankfurt am Main statt. Das Programm und die schnell wachsende Anzahl der Teilnehmeranmeldungen zeigen, dass die eDIT sich in kurzer Zeit zu einem internationalen Treffpunkt der digitalen Film- und Fernsehbearbeitung entwickelt hat. Wo könnte die eDIT besser platziert sein als in der Eurostadt Frankfurt am Main? Ich freue mich deshalb besonders auf die Verleihung des eDward heute Abend, die den ersten europäischen Film- und Nachwuchswettbewerb zum Thema „Einführung des Euro“ abschließt. Den Nerv der Zeit hat die eDIT angesichts des viel beklagten Fachkräftemangels auch mit der eDucation und der Jobbörse getroffen. Das allein wären gute Gründe für die LPR Hessen, sich an der eDIT 2000 zu beteiligen.

Hinzu kommt ein weiterer willkommener Anlass für eine Beteiligung der LPR Hessen an der eDIT 2000; gemeint ist der Auftakt, der unter dem Titel „politics and future“ einen Ausblick in die mediale Zukunft geben wird.

Die Synonyme ‚das neue Fernsehen’, ‚Zukunft des Breitbandkabels’ und ‚Perspektiven der Postproduktion’ stehen für die Möglichkeiten der digitalen Bildproduktion und ihrer Verbreitung.

Die Digitaltechnik ist zwar unabdingbare Voraussetzung für neue multimediale Angebote. Sie ist das Handwerkszeug der Kreativen für die Generierung und Gestaltung neuer Inhalte und die Verbreitung der neuen Produkte auf die Bildschirme der Endgeräte. Was und wie viel an neuen Angeboten entsteht, hängt allerdings entscheidend auch von den wirtschaftlichen und medienpolitischen Rahmenbedingungen ab. Die Rahmenbedingungen dem technologischen Wandel anzupassen, ist die medienpolitische Gestaltungsaufgabe der Bundesländer, an deren Verwirklichung die Landesmedienanstalten mitzuwirken aufgerufen sind.

II.

    Um Inhalteanbietern und Netzbetreibern reelle Chancen für neue Angebote zu geben, sind einerseits und zunächst offene Rahmenbedingungen vonnöten.

    Sollen die Breitbandverteilnetze als hervorragende Infrastruktur für die öffentliche Meinungsbildung erhalten und ausgebaut werden, so muss man sie für regionale Angebote, Zielgruppenprogramme sowie Mediendienste öffnen. Denn: Im erweiterten und ausdifferenzierten Medienangebot der Zukunft wird die Nachfrage nach lokalen und regionalen Inhalten wachsen. Im Interesse der Finanzierbarkeit lokaler und regionaler Angebote gehören die bestehenden Zulassungs- und Werberestriktionen auf den Prüfstand. Angesichts der unterschiedlichen Wirtschaftskraft der Regionen dürfen zukünftig die Programmanforderungen auch nur so streng ausfallen, dass eine chan­cengleiche Versorgung aller Landesteile möglich bleibt.

    Andererseits und zweitens gilt auch künftig:
    Keine Räume ohne Grenzen - ohne Grenzen keine (Gestaltungsspiel-)Räume! Medien sind nicht nur Wirtschafts-, sie sind auch und vor allem Kulturgut! Auch nach dem Ende der Knappheit an Übertragungsmöglichkeiten bleibt es Aufgabe der Bundesländer und Landesmedienanstalten, die Rundfunk- und Informationsfreiheit zu sichern. Um eine größtmögliche Vielfalt an Medienangeboten zu gewährleisten, ist zum einen der diskriminierungsfreie und chancengleiche Zugang der Inhalteanbieter zu den Übertragungs- und Vertriebswegen zu gewährleisten: Zum anderen ist der gleichberechtigte Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu Informations- und Unterhaltungsangeboten zu garantieren.

    Innovation und Wettbewerb auf der Produktions- und Anbieterseite zu ermöglichen und dabei die Kommunikationsgrundrechte auf der Nutzerseite zu schützen, ist wesentliche Grundlage für die Entwicklung der digitalen und multimedialen Medien von morgen. Die Zukunftstauglichkeit der Novelle zum Hessischen Privat­rundfunkgesetz und des 6. Rundfunkänderungsstaatsvertrages wird daran zu messen sein, ob und inwieweit es gelingt, einen Ausgleich beider Interessen zu finden. Die LPR Hessen wird sich dieser Aufgabe mit Fantasie und Engagement annehmen.

III.

eDIT 2000 - images in progress - welcome to the future, auch und gerade in Frankfurt am Main.

 

Für Rückfragen: LPR Hessen, Tel. 05 61 / 9 35 86 – 0

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