„Erfolg durch Verbindungen“: Große Resonanz beim FRA Medien Treff – on-air-port 2013

Leitthema Konnektivität / Rolle von persönlichen Netzwerken in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft diskutiert / Datenschutz wird immer wichtiger!

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und die Fraport AG begrüßten am Dienstag, 3. September 2013 im Hilton Hotel Garden Inn / The SQAIRE am Flughafen Frankfurt gemeinsam über 400 hochrangige Vertreter aus Medien, Kommunikationsszene, Sport, Kultur, Wirtschaft und Politik zum FRA Medien Treff – on-air-port 2013. „Konnektivität“ lautete das übergreifende Thema der Veranstaltung, die traditionsgemäß unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier stand.

Die Bedeutung, Verfügbarkeit und Qualität privater und beruflicher Netzwerke sowie Fragen des Datenschutzes thematisierte am Nachmittag das „Hessische Gesprächsforum Medien“. Thema: „Parole: Beziehungen knüpfen“ – Knotenpunkte: Die Basis von Wirtschaft und Gesellschaft. In seiner Eröffnungsrede konstatierte Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen: „Die Zeit der ‚lonely wolves‘ scheint vorbei. Netzwerken und Netzwerke werden zunehmend zum Schlüssel beruflichen und gesellschaftlichen Erfolges“.

In einem Impuls-Referat thematisierte Peter Knapp, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH – Europas größtem Internetknotenpunkt – die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft. Das Aufkommen technischer Innovationen wie mobiler Endgeräte, Social Media, Cloud Computing und Big Data identifizierte er als „vierte industrielle Revolution“. Vor dem Hintergrund des derzeitigen NSA-Skandals gab er seiner Verwunderung Ausdruck: „Ich bin überrascht, dass alle so überrascht sind!“ Schließlich gäben doch Bürger häufig freiwillig persönliche Daten über digitale Netzwerke, auch wenn diese eben ‚nur‘ technische Infrastruktur seien, preis. Einen hundertprozentigen Schutz vor Datenmissbrauch könne niemand garantieren.

Dr. Harald Katzmair von der FAS.research Sozialwissenschaftlichen Forschungsgesellschaft mbH aus Wien verfolgte in seinem Impuls-Referat eher einen wissenschaftlichen Ansatz mit der „Formel der Macht“. Danach sei die Einflusssphäre einer Person dann am größten, wenn sie ihre Ressourcen mit einem möglichst großen Beziehungs-Netzwerk verknüpfte. „Exzellente Netzwerke seien solche, die das Spiel zwischen schnell und langsam, regional und überregional verstünden“. Facebook beispielsweise erlaube eine schnelle überregionale Mobilisierung, während z.B. ein Gesetzgebungsverfahren von langsameren Kräften geprägt sei.

Anhand von Fallbeispielen aus ihrem beruflichen Alltag verdeutlichten Werner D'Inka, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dr. Wolf Osthaus, Mitglied der Geschäftsführung von Unitymedia KabelBW und Dr. Martin Dopychai, Senior Vice President Marketing Brief bei der Deutschen Post AG, wie Unternehmen unterschiedlicher Branchen durch Vernetzungseffekte Standortvorteile generieren und sichern.

D’Inka betonte, dass die Digitalisierung zu einem grundlegenden Strukturwandel aller Medien führe. ‚Netzwerken‘ suggeriere für den Journalismus etwas Neues. Dem sei aber nicht so. Journalistische Netzwerke gebieten Nähe in Verbindung mit professioneller Distanz. Ihre Basis sei Vertrauen.

Dr. Osthaus vertrat die Auffassung, dass nach Vollendung der technischen Konvergenz jetzt auch von einer Nutzungskonvergenz gesprochen werden könne. Diese habe drastische Auswirkungen auf viele Wirtschaftsbereiche, auch auf die elektronischen Medien.

Der Vertreter der vermeintlichen ‚old economy‘ Dr. Dopychai zeigte auf, dass unser Alltag, neben digitalen Netzwerken, ohne analoge Konnektivität nicht funktionieren könne. Allein der postalische und gleichzeitige Versand von rund 10 Millionen Briefwahlunterlagen anlässlich der Bundestagswahl, bedürfe eines großen physischen Netzwerkes im Hintergrund.

Die anschließende mit allen Referenten geführte Gesprächsrunde unter der Moderation von Birgit Kolkmann, Deutschlandfunk, rundete Peter Leppelt, Geschäftsführer praemandatum ab. Er sensibilisierte das Publikum für die Risiken der digitalen Kommunikation und warnte vor einem allzu leichtfertigen Umgang mit persönlichen Daten. Unter dem Titel ‚Meine Daten, die NSA und ich‘ warnte er davor, Providern generell blind zu vertrauen. Mobile Endgeräte verfügten heute bereits über Sensoren, die ‚sehen, hören, bald auch riechen‘ könnten.

Den abendlichen Empfang leiteten gemeinsam der Hessische Innenminister Boris Rhein, der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Dr. Stefan Schulte und der Direktor der LPR Hessen, Prof. Wolfgang Thaenert mit ihren Grußworten ein. Bei Dinner, Lounge und Talk nutzten die geladenen Gäste die Möglichkeit ‚sich persönlich zu verknoten‘ – also miteinander Verbindungen zu knüpfen.

Der „FRA Medien Treff on-air-port“ wurde bereits zum sechsten Mal von der Fraport AG und der LPR Hessen veranstaltet.

 

Kontakt bei Rückfragen: LPR Hessen, Tel.: 0561/93586-12.