Ergebnisse der 18. Sitzung der Versammlung der LPR Hessen in der 8. Amtsperiode am 18. Dezember 2017 in Kassel

Ausschreibung freier UKW-Frequenzen zu Jahresbeginn beschlossen - Änderung der UKW-Frequenzsatzung ermöglicht Einzelausschreibung

Versammlung der LPR Hessen begrüßt Überlegungen der Hessen Digital Radio GmbH (HDR) zum Ausbau von DAB+ in Nord- und Osthessen

Engel: Mediengesellschaft braucht Regeln, Kompetenzen und den Diskurs

Ausschreibung freier UKW-Frequenzen zu Jahresbeginn beschlossen
Änderung der UKW-Frequenzsatzung ermöglicht Einzelausschreibung

Anfang 2018 startet erneut ein Ausschreibungs- und Vergabeverfahren mit insgesamt 8 UKW-Frequenzen in Hessen. Dies beschloss die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) in ihrer Sitzung am 18. Dezember in Kassel.

Da Klassik Radio sein Programm künftig in Hessen nur noch digital verbreiten wird, können die bislang genutzten UKW-Frequenzen in Frankfurt, Gießen, Kassel, Marburg und Wetzlar an andere Hörfunkveranstalter vergeben werden. Zu diesen 5 freien Frequenzen kommen drei UKW-Frequenzen in Darmstadt, Frankfurt und Friedberg hinzu, die ursprünglich vom Deutschlandradio genutzt und der LPR Hessen zur Vergabe an private Radioveranstalter zugeordnet wurden.

Um möglichst viele Bewerber berücksichtigen zu können, hat sich die Versammlung für eine Einzelausschreibung der Frequenzen ausgesprochen und die dazu notwendige Änderung der Frequenzsatzung-UKW der LPR Hessen beschlossen.

Die Versammlung diskutierte in diesem Zusammenhang auch die aktuelle Situation um die Veräußerung der UKW-Infrastruktur, die auch die zur Ausschreibung vorgesehenen Frequenzstandorte betrifft. Sie appelliert insoweit an die verantwortlichen Veräußerer und Erwerber, im Interesse einer vielfältigen Hörfunklandschaft in Hessen dafür Sorge zu tragen, dass eine Inbetriebnahme und Nutzung der ausgeschriebenen Frequenzen durch den Veräußerungsprozess nicht gefährdet wird.

Die Frequenzen werden voraussichtlich zu Jahresbeginn 2018 mit einer Frist von mindestens 4 Wochen ausgeschrieben. Ab diesem Zeitpunkt können Zulassungs- und Zuweisungsanträge gestellt werden. Bewerben können sich Anbieter bundesweit veranstalteter Hörfunkprogramme.


Versammlung der LPR Hessen begrüßt Überlegungen der Hessen Digital Radio GmbH (HDR) zum Ausbau von DAB+ in Nord- und Osthessen

In ihrer Sitzung am 18. Dezember 2017 hat sich die Versammlung der LPR Hessen mit der Ausbausituation von DAB+ in Hessen befasst.

Die Geschäftsführerin der HDR, Sandra Bischoff, gab dem Gremium einen Überblick über die Versorgung des Flächenlandes Hessen mit DAB+-Programmen. Dabei erweise sich die Versorgung im Bereich Rhein-Main/Südhessen als ausgesprochen erfreulich. Über den dortigen Multiplex, der mit 13 privaten Hörfunkprogrammen voll belegt sei, können technisch rund 4,5 Mio. Einwohner erreicht werden.

Demgegenüber seien in Nord- und Osthessen noch erhebliche Defizite zu verzeichnen. Lediglich über den bundesweiten Multiplex können dort private Programme empfangen werden. Die HDR hat daher Überlegungen für einen Ausbau in Nord- und Osthessen vorgestellt. Über die Senderstandorte Kassel/Habichtswald, Hoher Meißner, Biedenkopf und Fulda ist eine zumindest flächenhafte Versorgung der Region sicherzustellen, die bis zum dritten Quartal 2018 zu realisieren wäre. Die Versammlung begrüßte die Vorstellungen der HDR ausdrücklich, weil nur so eine gleichgewichtige Versorgung mit Hörfunkprogrammen in ganz Hessen realisiert werden kann. Sie stellte zugleich entsprechende Betriebskostenförderungen für den Ausbau des Sendernetzes in Aussicht, weil Hessen mit seinen unterschiedlichen Bevölkerungsschwerpunkten eine besondere Herausforderung für private Medienangebote darstellt.


Engel: Mediengesellschaft braucht Regeln, Kompetenzen und den Diskurs

In seinem Jahresrückblick hob Winfried Engel, der langjährige Versammlungsvorsitzende der Hessischen Landesmedienanstalt, die konstruktive Rolle der LPR Hessen bei der Weiterentwicklung der digitalen Medienwelt hervor:

„Die digitale Medienwelt hat uns enorme Möglichkeiten und Freiräume geschaffen, die wir individuell und auch als Gesellschaft nutzen sollten. Sie birgt aber auch Risiken, denen es zu begegnen gilt. Fake News oder digitales Mobbing sind nur Beispiele für Fehlentwicklungen. Wir engagieren uns mit einer Vielzahl von Projekten und Aktionen dafür, dass sich gerade Kinder und Jugendliche sicher in der digitalen Welt bewegen können. Dabei darf aber nicht verkannt werden, dass eine gesellschaftsverträgliche Medienwelt des gesellschaftlichen Engagements bedarf. Die digitale Gesellschaft betrifft nicht nur kulturelle, sondern ebenso bildungs- und wirtschaftspolitische Aspekte. Wenn wir auf unsere Aktivitäten zurückblicken, bin ich dankbar für die Chancen, die wir genutzt haben. Und wenn es um die Zukunft geht, gilt: Wir werden den gemeinsamen Diskurs über die Werte in der Mediengesellschaft nicht nur fortführen, sondern intensivieren.“

 


Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel.: 0561 93586-12, presse(at)lpr-hessen(dot)de