Erweiterte Arbeitsbereiche für die LPR Hessen

Mit der Novellierung des Hessischen Privatrundfunkgesetzes (HPRG) Ende letzten Jahres wurden der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) neue Aufgaben übertragen: Zukünftig wird die LPR Hessen Projekte zur Vermittlung von Medienkompetenz unterstützen und die Entwicklung der technischen Infrastruktur fördern.

Die Medienkompetenzvermittlung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, weil ein kompetenter Umgang mit den Medien eine Schlüsselqualifikation darstellt. Ergebnisse der Medienforschung belegen den Einfluss von Medien auf die Gesellschaft allgemein und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Besonderen. Entsprechend hat die Versammlung der LPR Hessen in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, der Förderung der Medienkompetenz Priorität einzuräumen und auch die Offenen Kanäle und Nichtkommerziellen Lokalradios in Hessen intensiv in das Medienkompetenzkonzept der LPR Hessen einzubeziehen.

Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen, betonte: „Wir wollen ein medienpädagogisches Netzwerk für das Land voran treiben. Der Schwerpunkt der Aktivitäten soll auf handlungsorientierten, praktischen Angeboten liegen, wobei die LPR Hessen eine Zusammenarbeit mit den vorhandenen Bildungsträgern anstrebt.“

Die LPR Hessen wird auch die technische Infrastruktur fördern: In der jetzigen Übergangsphase vom analogen in das digitale Zeitalter müssen die digitalen Sendernetze ausgebaut werden. Im Interesse einer chancengleichen Entwicklung des privaten Rundfunks bei der Einführung der digitalen Übertragungstechniken ist eine Unterstützung durch die hessische Landesmedienanstalt unverzichtbar. Als Pendant der Anschubfinanzierung, die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gewährt wurde, müssen auch die privaten Veranstalter in der jetzigen Einführungsphase einen finanziellen Ausgleich erhalten.

Die LPR Hessen hat zur Erfüllung der ihr zusätzlich zugewiesenen Aufgaben weitere Finanzmittel erhalten: Ihr stehen zwar nach wie vor nicht die vom Rundfunkstaatsvertrag vorgesehenen vollen 2% der in Hessen anfallenden Rundfunkgebühren zu; seit der Gesetzesnovelle von Ende 2000 erhält sie aber nicht mehr nur 1%, sondern 1,25% der Rundfunkgebühren in Hessen. Diese zusätzlichen Mittel in Höhe von knapp mehr als 3 Mio. DM werden weitestgehend zur Förderung der Medienkompetenzvermittlung und der technischen Infrastruktur aufgewendet.

In Rüsselsheim und Wiesbaden sollen jeweils nichtkommerzielle Lokalradios zugelassen werden

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, in den beiden Städten Rüsselsheim und Wiesbaden jeweils eigenständige nichtkommerzielle Radio-Programme zuzulassen. Die Versammlung entspricht damit dem Antrag der bislang gemeinsam zugelassenen Initiativen, Radio Rüsselsheim und der Rheinwelle in Wiesbaden, nach einer Trennung der Verbreitungsgebiete. Die Radioinitiativen hatten sich bereits seit dem vergangenen Jahr um eine Beendigung der Kooperation bemüht.

Die LPR Hessen wird voraussichtlich noch Mitte des Jahres die Frequenzen 90,9 MHz in Rüsselsheim und 92,5 MHz in Wiesbaden öffentlich zur Nutzung durch nichtkommerzielle Radioveranstalter ausschreiben. Die jetzigen Kooperationspartner können sich jeweils um die Nutzung der Frequenzen bewerben.

Zulassungen für Veranstaltungsrundfunk ausgesprochen

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer heutigen Sitzung zehn Zulassungen für Veranstaltungsradio und -fernsehen erteilt:

Bernd Schellhaas, Radio Hanomag, wird vom 5. bis 11. Juni 2001 das 1150-jährige Bestehen Nauheims mit einem Radioprogramm begleiten. Für die Verbreitung des Programms steht die Frequenz 107,5 MHz zur Verfügung.

Anlässlich des 29. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Frankfurt wird Ralf Schröter, Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (aer), ein Radioprogramm veranstalten. Das Programm wird in der Zeit vom 13. bis 17. Juni 2001 auf der Frequenz 97,1 MHz zu empfangen sein.

Auch der diesjährige Michelstädter Bienenmarkt wird von Peter W. Schmidt, Medienhaus gGmbH, mit einem Radioprogramm begleitet. In der Zeit vom 1. bis 10. Juni 2001 steht hierfür die Frequenz 104,6 MHz zur Verfügung.

Hermann Schifferdecker, Schulfernsehen Dreieich, wird in der Zeit vom 4. bis 7. Mai 2001 den 90. Jahrestag der Gründung des Bürgervereins Buchschlag und die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten des Jugendclubs WIRIC mit einem Fernsehprogramm begleiten. Das Programm wird ausschließlich von Schülern veranstaltet und ist auf dem Kabelkanal 16 im Kabelnetz Dreieich zu empfangen.

Das Schulfernsehen Dreieich wird außerdem in der Zeit vom 13. bis 18. Juni 2001 anlässlich der Beherbergung von 400 Gästen des 29. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dreieich ein Fernsehprogramm veranstalten. Auch dieses Programm ist über den Kabelkanal 16 im Kabelnetz Dreieich zu empfangen.

Dem Verein Medien und Kommunikation e. V. wurden Zulassungen für gleich mehrere Veranstaltungsfernsehprogramme erteilt. In der Zeit vom 6. bis 9. April 2001 wird der Verein den Textilmarkt in Dreieich programmlich begleiten. Die Veranstaltung von Fernsehprogramm ist außerdem anlässlich des Simcon Spielemarktes in Dreieich in der Zeit vom 20. bis 23. April 2001, anlässlich der Frühjahrsausstellung vom 4. bis 7. Mai 2001 in Walldorf, anlässlich des Weinfestes in Dreieich in der Zeit vom 10. bis 14. Mai 2001 sowie anlässlich des Gickelfestes in Walldorf in der Zeit vom 7. bis 11. Juni 2001 geplant. Die Programme werden über den Kabelkanal 4 im Langener Kabelnetz verbreitet.

Zulassungen für Veranstaltungsrundfunk-Projekte kann die LPR Hessen nach dem Hessischen Privatrundfunkgesetz (HPRG) im vereinfachten Verfahren aussprechen, wenn Sendungen im örtlichen Bereich einer öffentlichen Veranstaltung und im zeitlichen Zusammenhang damit veranstaltet und verbreitet werden. Werbung und Sponsoring sind in diesen Programmen zulässig.