"Europa 1" neuer Investor bei Frankfurt Business Radio

Die europäische Rundfunk- und Fernseh GmbH Europa 1 aus Saarbrücken übernimmt rund 40 % der Anteile an Frankfurt Business Radio.

In ihrer heutigen Sitzung hat die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) den Einstieg von Europa 1 in die Gesellschaften der Frankfurt Business Radio GmbH & Co. Betriebs-KG als medienrechtlich unbedenklich bestätigt.

Die europäische Rundfunk- und Fernseh GmbH Europa 1 ist ein Tochterunternehmen der französischen Lagardère Broadcast S.A., Paris. Die Gruppe betreibt insbesondere in Frankreich und in Osteuropa zahlreiche landesweite Hörfunkprogramme und ist an verschiedenen Radioveranstaltern vor allem in Polen, Tschechien, Russland, Ungarn, Rumänien und Südafrika beteiligt. In Deutschland bestehen Beteiligungen an Radioveranstaltern wie KISS FM in Berlin, Delta Radio in Kiel, Radio Salut in Saarbrücken sowie Rockland Radio in Rheinland-Pfalz.

Programmlich wird Frankfurt Business Radio auch in Zukunft ein Hörfunkspartenprogramm veranstalten, das innerhalb seiner Informationsschienen entsprechend den Vorgaben des Hessischen Privatrundfunkgesetzes (HPRG) den Schwerpunkt Wirtschaftsberichterstattung aufweist. Dabei plant Frankfurt Business Radio eine Verdoppelung seines Nachrichtenangebotes in der PrimeTime zwischen 6.00 und 9.00 Uhr und eine neue Programmfläche "Musik und Infotainment". FBR verspricht sich hiervon größere Akzeptanz und breitere Vermarktungsmöglichkeiten.

Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen, unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung eines Wirtschaftsradios für den Finanz- und Wirtschaftsplatz Frankfurt: "Ich bin zuversichtlich, dass mit dem neuen Investor und dem modifizierten Programm nunmehr auch eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive für das Radio besteht".

Übertragung von F.A.Z.-Geschäftsanteilen an Hit Radio FFH teilweise genehmigt

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer heutigen Sitzung über den Verkauf von 8 % der F.A.Z.-Kapitalanteile an Hit Radio FFH entschieden. Er wurde überwiegend als medienrechtlich unbedenklich bestätigt.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte bereits öffentlich bekannt gegeben, sich von einem Teil ihrer Beteiligungen an dem Hörfunkveranstalter FFH zu trennen. Mehrere FFH-Gesellschafter wollen von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Entsprechend hat FFH bei der LPR Hessen eine Änderung der Beteiligungsverhältnisse angezeigt und die Bestätigung der medienrechtlichen Unbedenklichkeit beantragt.

Der Verkauf von ca. 5,2 % der Anteile an 16 FFH-Kommanditisten konnte als unbedenklich bestätigt werden. Über den Verkauf von rund 2,8 % der Anteile an vier Gesellschafter, an denen die Münchner Ippen-Gruppe beteiligt ist, konnte noch nicht abschließend entschieden werden, da sich im Verlauf des Prüfungsverfahrens weiterer Aufklärungsbedarf herausgestellt hat:

Nach den konzentrationsrechtlichen Vorschriften des Hessischen Privatrundfunkgesetzes (HPRG) darf kein Gesellschafter des landesweiten Hörfunkvollprogramms einen Kapitalanteil von 15 % überschreiten. Dabei können unter bestimmten Voraussetzungen mehrfache Beteiligungen von Unternehmen an unterschiedlichen Gesellschaftern zu einer Addition der Kapital- oder Stimmrechtsanteile führen. Bei der Ippen-Gruppe können solche verbundenen Strukturen derzeit nicht mit der notwendigen Klarheit ausgeschlossen werden.

Die LPR Hessen will den Sachverhalt zügig klären, um möglichst bald zu einer abschließenden Entscheidung zu gelangen.

Ist Medienkindheit heute Markenkindheit?
Forscher präsentieren Studie zur Verwertung von Markenzeichen für Kinder


Die Bereiche Kinderfernsehen und Werbung haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Fernsehserien dienen zunehmend als Türöffner für die Platzierung ganzer Produktpaletten - so das erste Ergebnis einer umfangreichen Studie im Auftrag der Landesmedienanstalten.

Prof. Dr. Stefan Aufenanger (Universität Hamburg, Institut für allgemeine Erziehungswissenschaft) hat der Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) in ihrer heutigen Sitzung die ersten Ergebnisse der umfangreichen Studie "Medienkindheit - Markenkindheit. Untersuchungen zur multimedialen Verwertung von Markenzeichen am Beispiel von Kindersendungen" vorgestellt.

Im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter Rheinland-Pfalz (LPR) und der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) wurden unter Leitung des Hans-Bredow-Institutes für Medienforschung an der Universität Hamburg (Prof. Dr. Uwe Hasebrink) Kindersendungen im Hinblick auf Produktvermarktung und Beeinflussung des Mediennutzungsverhaltens von Kindern untersucht.

Die Studie zeigt, dass Marken und Medien aus dem Leben heutiger Kinder und Familien nicht mehr wegzudenken sind. Die Lieblingsfiguren der Kinder stammen weitgehend aus dem Fernsehen. Die Mehrzahl der Kinder besitzt auch Merchandising-Produkte wie Sammelkarten, Bettwäsche, Computerspiele, Hörkassetten und andere Produkte mit ihrem "Favoriten". Die Forscher stellen insgesamt fest, dass immer mehr Fernsehsendungen für Kinder in ein eng gestricktes Medienverbundsystem mit multimedialen Verwertungsketten eingebunden sind.

Gesicherte Erkenntnisse zur Gestaltung von Kindersendungen als Plattform der Produktvermarktung und ihrer Wirkung auf Kinder lagen bisher nicht vor, sind jedoch für eine wirksame Werbekompetenzvermittlung unbedingt notwendig. Das Forschungsteam wird nicht nur diese Forschungslücke schließen, sondern auch medienpädagogische Materialien zum Umgang mit der Problematik entwickeln. Die Studie stellt somit einen wichtigen Baustein bei der Entwicklung von medienpädagogischen Konzepten mit dem Ziel einer kontinuierlichen Werbekompetenzvermittlung bei Kindern dar.

Die Untersuchung soll im Frühjahr 2004 endgültig abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden in der Schriftenreihe der LPR Hessen veröffentlicht.

"MediaSurfer" - MedienKompetenzPreis Hessen soll zur Nachahmung anregen

In ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr hat die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) die in 2003 initiierten und durchgeführten Projekte im Bereich der Medienkompetenzvermittlung erörtert. Sie hat dabei ein sehr positives Resümee gezogen. Erstmals sollen besonders erfolgreiche Projekte einen Preis erhalten. Hierzu hat die LPR Hessen den "MediaSurfer", den MedienKompetenzPreis Hessen, ausgelobt. Der Preis wird im Frühsommer 2004 für Projekte aus dem Jahr 2003 verliehen.

Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen, begrüßt den MediaSurfer: "In den vergangenen Jahren hat die LPR Hessen zahlreiche medienpädagogische Praxisprojekte erfolgreich initiiert und gefördert. Mit der Auslobung des "MediaSurfer" erhoffen wir uns einen weiteren Motivations- und Kreativitätsschub für die medienpädagogische Arbeit. Der MedienKompetenzPreis Hessen ist eine wichtige Anregung für Projektgruppen in ganz Hessen und soll diese zu weiteren Aktivitäten anspornen."

Kinder und Jugendliche aus Hessen im Alter von 3 bis 18 Jahren können sich noch bis zum 31.12.2003 mit ihren Projekten für den MedienKompetenzPreis "MediaSurfer" bewerben. Weitere Informationen und die Unterlagen für die Anmeldung können unter www.lpr-hessen.de/mediasurfer.htm abgerufen oder direkt bei der LPR Hessen (Tel: 05 61/9 35 86 - 0) angefordert werden.

Dr. Günter Grotmann-Höfling scheidet aus Versammlung aus

Dr. Günter Grotmann-Höfling, stellvertretender Vorsitzender der Versammlung und Vorsitzender des Haushaltsausschusses der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen), wird zum Jahresende aus dem Gremium ausscheiden. Dr. Grotmann-Höfling vertritt in der Versammlung die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Da er seine Verbandstätigkeit zum Jahresende beendet, legt er auch seine Tätigkeit in dem Gremium nieder.

Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung, und Professor Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen, sprachen Dr. Grotmann-Höfling ihren Dank für die lange und konstruktive Mitarbeit aus. Dr. Grotmann-Höfling ist Gründungsmitglied und damit seit 1989 in der Versammlung, dem Entscheidungsgremium der LPR Hessen, vertreten.