"Frequenzmanagement im Interesse der hessischen Zuschauer!" LPR Hessen weist Blockadevorwürfe zurück

Als "unhaltbar und irreführend" bezeichnete Winfried Engel den vom Hessischen Rundfunk erhobenen Vorwurf einer Blockade durch die Hessische Landesmedienanstalt. Der Versammlungsvorsitzende stellte klar, dass sich die Landesmedienanstalt für ein Frequenzmanagement einsetze, das die Interessen der hessischen Zuschauer und nicht die Partikularinteressen einzelner Rundfunkveranstalter berücksichtige. Anders als der Hessische Rundfunk und das ZDF, für die nur die Verbreitung der eigenen Programme zählten, wäre die Hessische Landesmedienanstalt einer möglichst umfangreichen Versorgung hessischer Zuschauer und Zuhörer mit einer Vielzahl unterschiedlicher Angebote verpflichtet.

Die Auseinandersetzung hatte sich genau daraus ergeben, dass die LPR Hessen im Zusammenhang mit der Einführung neuer Übertragungstechniken speziell in Nordhessen Möglichkeiten für weitere Techniken wie Handy-TV offen halten wollte. Die Haltung der öffentlich-rechtlichen Programmanbieter HR und ZDF wird nun aller Voraussicht nach die Einführung von Handy-TV erschweren, vielleicht sogar unmöglich machen.

"Die LPR Hessen hat sich in den vergangenen Jahren für die Einführung neuer, digitaler Übertragungstechniken und damit auch für neuartige Medienangebote engagiert. Hierbei geht es nicht allein um das digitale Antennenfernsehen DVB-T, sondern auch um Angebote über DMB - Digital Multimedia Broadcasting oder auch das digitale Handy-Fernsehen. Eine wichtige Rolle spielt nicht nur die Versorgung des Rhein-Main-Gebietes, sondern auch die Einführung der neuen Techniken in allen hessischen Regionen - natürlich auch in Nordhessen", so der Versammlungsvorsitzende Winfried Engel.

Regionalfenster "Guten Abend RTL" mit eigener Zulassung

Die Versammlung hat heute dem hessischen Regionalfenster "Guten Abend RTL" eine eigene Zulassung erteilt. Die Hessen Programmfenster GmbH, eine eigenständige Produktionsfirma mit den Geschäftsführern Eberhard Volk und Hans Dieter Hillmoth, erhielt die Zulassung zur Veranstaltung des Programms.

Die direkte Zulassung des RTL Fensters, das bisher im Auftrag von RTL von der Taunus Film GmbH produziert wurde, soll die Eigenständigkeit und programmliche Unabhängigkeit gewährleisten.

Das Programm wird auch weiterhin in digitaler terrestrischer Technik (DVB-T) und in den hessischen Kabelnetzen, in denen das RTL-Hauptprogramm eingespeist ist, verbreitet. Die studiotechnische Abwicklung des hessischen Regionalfensters erfolgt nach einem Zwischenspiel in Hamburg nun wieder in Frankfurt am Main. Darüber hinaus gibt es noch Redaktionsstandorte in Kassel und Gießen.

Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen, betonte die Bedeutung des Landesfensters bei RTL: "'Guten Abend RTL' bietet den Zuschauern aus Hessen aktuelle Informationen über das, was in unserem Land politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich passiert. Die eigene Zulassung des Programmes mit der produktionstechnischen Abwicklung in Hessen sichert die Zukunft dieses Fensters."

Neue Frequenzen für planet radio und harmony.fm

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer heutigen Sitzung den beiden privaten Radioprogrammen planet radio und harmony.fm zusätzliche Frequenzen an den Standorten Neuenstein (Rimberg), Frankfurt am Main und Bad Hersfeld zugeteilt.

Planet radio ist künftig im Verbreitungsgebiet Neuenstein (Alsfeld, Bad Hersfeld, Fritzlar, Homberg/Efze und Rotenburg/Fulda) über die UKW-Frequenz 100,3 MHz zu empfangen. Harmony.fm erhält in Frankfurt am Main die 97,1 MHz und in Bad Hersfeld die 88,4 MHz. Mit diesen zusätzlichen Frequenzen erreichen planet radio eine technische Reichweite von 4 Mio. Einwohnern in Hessen und harmony.fm eine Reichweite von 2,5 Mio. Einwohnern.

Nichtkommerzieller lokaler Hörfunk:
Radio Quer und RheinWelle erfüllen Zulassungsvoraussetzungen

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer heutigen Sitzung die Bewerbungen der beiden Medieninitiativen Radio Quer e. V. und Radio RheinWelle 92,5 e. V. für die Veranstaltung eines Nichtkommerziellen Lokalradios im Raum Mainz/Wiesbaden geprüft. Beide Antragsteller erfüllen die Zulassungsvoraussetzungen. Die Versammlung hat die Verwaltung der LPR Hessen nun beauftragt, mit beiden Bewerbern Einigungsgespräche zu führen und gegebenenfalls eine Auswahlentscheidung zu treffen.

Seit 2002 sendet Radio RheinWelle auf der Frequenz 92,5 MHz in Wiesbaden rund um die Uhr ein nichtkommerzielles lokales Hörfunkprogramm. Radio Quer veranstaltet innerhalb dieses Programms ein 10-stündiges Fensterprogramm. Auf die Ausschreibung der Frequenz hatten sich Radio RheinWelle und Radio Quer beworben. Beide Initiativen beantragen die Zulassung ohne die Maßgabe, dem jeweils anderen Bewerber Sendezeit einzuräumen.