„Hessen hören – so klingt meine Welt!"

Ein bundesweit einmaliges Medienkompetenzprojekt ermöglicht Jugendlichen die öffentliche Präsentation ihrer ganz persönlichen Lebenswelt auf dem Hessentag in Stadtallendorf. Dabei werden ausschließlich die Ohren ihrer Zielgruppe angesprochen. Das Projekt entstand auf Anregung der Stiftung Zuhören, des Hessischen Rundfunks (hr) und der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen). Die Hörportraits sind ab sofort auf der Website www.hessen-hoeren.de abrufbar.

Sie kommen aus allen Teilen Hessens angereist. Ihre Gedanken, Gefühle, Erfahrungen und Wünsche sind ihnen wichtig. So wichtig, dass sie sie für die interessierte Öffentlichkeit in rund 50 Audio- und Radiobeiträgen dokumentiert haben. Die Rede ist hier nicht von weltabgewandten Schriftstellern mit regem Gefühls- und Gedankenleben. Im Gegenteil: Es handelt sich um jugendliche Autoren im Alter von 14 bis 17 Jahren. Sie schildern ihre Lebenswelt authentisch, einfühlsam und aus erster Hand. Dabei wird ausschließlich das Ohr als Sinnesorgan angesprochen. Unterstützt von Medienpädagogen und Radiojournalisten entstanden einzigartige Beiträge, die an Vielfalt kaum zu überbieten sind. Zu ihren Themen gehören unter anderen: Jugend und Alkohol, Soziale Netzwerke, Freundschaft und Liebe, aber auch Zukunftsängste und -wünsche, Computersucht und vieles mehr.

Schauplatz der Projektpräsentation ist der 50. Hessentag in Stadtallendorf. Am 31. Mai 2010 stellen Stefan Grüttner, Chef der Hessischen Staatskanzlei, Dr. Helmut Reitze, hr-Intendant und Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen, gemeinsam die Ergebnisse vor. hr-Intendant Reitze zeigte sich von den Projektergebnissen sehr beeindruckt. Reitze betonte, dass viel von dem erfahrbar würde, was Jugendliche heute denken und wie sie die Welt sehen: „Das besondere Engagement von Jugendlichen zeigt sich auch darin, dass sie sich mit den Problemen ihres Alltags kritisch, aber auch konstruktiv auseinandersetzten.“

„Besonders wertvoll erachte ich, dass die Jugendlichen einen vertiefenden Blick in die Arbeitstechniken und Formen des Radiojournalismus erhalten haben“, meint Prof Thaenert. „Jetzt wissen sie genau, wie ein Radiobeitrag entsteht, und zwar von der ersten Idee bis zu dem Moment, indem er das Ohr des Zuhörers erreicht. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel!“

Eine Fortsetzung des Projekts ist über den Hessentag hinaus geplant.

Kontakt bei Rückfragen: Simone Groos, Stiftung Zuhören, Tel.: 069/155-2273.