Hessische (Bürger-)Medienstars im Rampenlicht

Der hessische Bürgermedienpreis wurde heute bereits zum 9. Mal an medienaktive Bürger verliehen. Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) prämierte Beiträge aus den hessischen Medienprojektzentren Offener Kanal (MOK) und den Nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) im BaliKino im Kasseler KulturBahnhof. Durch die Preisverleihung mit über 300 Gästen führte der Journalist und ehemalige Bürgermedienpreisträger Torsten Harms. Für humorvolle Unterhaltung sorgte der Comedian G. von Bamberg.

Im Allgemeinen Wettbewerb wurden Sendungen mit dem Thema „Es war einmal – Märchen und Mythen“ ausgezeichnet. In der Kategorie „Förderwettbewerb“ war die Kreativität Medienschaffender bis zum Alter von 16 Jahren gefragt. Der „Sonderpreis“, der von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung vergeben wurde, stand unter dem Motto „Hessen – Mein Heimatland“. Insgesamt bewarben sich in diesem Jahr 74 Medienproduktionen um die Preise im Gesamtwert von 5.600 Euro.

Die Jurymitglieder Volker Bernius (Hessischer Rundfunk), Dr. Mark-Christian von Busse (Hessisch/Niedersächsische Allgemeine), Winfried Engel (Versammlung der LPR Hessen), Dr. Barbara Eschenauer (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik), Christian Fischer (Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck), Michael Jonke (RTL-Studio Kassel) und Dr. Evelin Portz (Versammlung der LPR Hessen) haben folgende Preisträger ausgezeichnet:

Allgemeiner Wettbewerb (MOK)

Den 1. Preis erhielt eine Gruppe von elf Jugendlichen für den Märchenfilm „Dumm gelaufen“. Das unter der Betreuung von Sibylle Roth während eines Videocamps in Kassel entstandene Werk überzeugt durch die unterhaltsame und pfiffige Verknüpfung alter Märchen, aus der letzten Endes ein neues entsteht. Die Freude und das Humorverständnis , mit dem die Macher zu Werke gegangen sind, ist sowohl im Spiel als auch in Schnitt, Nachvertonung und Mischung zu spüren, lobten die Kritiker.

Der 2. Preis ging an Marie Fahrenhold aus Kassel für den Märchenfilm „Emma“. In diesem Beitrag wird ein schönes und offensichtlich selbst erfundenes Märchen erzählt, das durch gelungene Kameraführung und stilsichere Inszenierung glänzt. Die kluge Wahl des Drehortes und das sehr gute Spiel der Kinder hoben die Jurymitglieder besonders hervor.

Mit dem 3. Preis wurde der Film „Schneewittchen II“ ausgezeichnet. Neun Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse der Bürgermeister-Grimm-Schule in Frankfurt ist unter der Leitung ihrer Lehrerin Ute Schulze eine phantasievolle Neuauflage des alten Märchens gelungen. Die Arbeit zeugt von einfallsreicher Bastelarbeit für Kostüme und Requisiten, großer Geduld der Kinder und sehr guter Zusammenarbeit im Team, so das Urteil der Jury.

Allgemeiner Wettbewerb (NKL)

Der 1. Preis ging an die Redaktion „scrambledX“ für die Produktion „scrambledX Märchenwerkstatt“. Die bei Radio X in Frankfurt ausgestrahlte interaktive Märchenwerkstatt ist ausgesprochen pfiffig und unterhaltsam umgesetzt. Die Jurymitglieder fanden das Produkt – vor allem auch durch die Beteiligung der Hörer – außerordentlich kreativ. Sowohl die Musikgestaltung als auch die Stimme des Märchen-Stichwortgebers sind sehr professionell.

Die Redaktion „Radio SUB“ aus Frankfurt erhielt für ihre Radio X-Produktion „Die Teletubbies im Lolekbolek-Land“ den 2. Preis. Das Comedy-Stück zeichnet sich durch tolle Textideen aus und präsentiert einen Humor, der nicht nur zum Lachen ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Die angenehme und professionelle Sprecherstimme, der saubere Schnitt und die Abmischung machen den Beitrag nach Meinung der Jury zu einem kleinen Meisterstück.

Mit dem 3. Preis wurde das Hörstück „Urban Legends“ – ebenso auf Radio X in Frankfurt gesendet –ausgezeichnet. In der Produktion der Redaktion „GeFKA-Radio“ werden Geschichten, die man vom Hörensagen kennt, als moderne Sagen behandelt und mit geeigneten Liedzeilen unterlegt. Diese populärwissenschaftliche Aufbereitung eines sonst eher trockenen Themas ist sehr gelungen und nicht nur informativ sondern auch spannend, urteilte die Jury.

Förderwettbewerb (MOK)

Im Förderwettbewerb wurden drei gleichberechtigt nebeneinander stehende Preise vergeben.

Einen Förderpreis erhielt die Klasse 10 G der Ursulinenschule in Fritzlar für ihre vier Kurzreportagen. Die Beiträge sind journalistisch gut aufbereitet und informativ. Die Jury war der Meinung, dass die gewählten Themen allesamt technisch gut umgesetzt wurden.

Ein weiterer Förderpreis ging an eine sechsköpfige Schülergruppe aus Fulda für den Krimi „Da Vincis Albtraum“. In der von Felix Rudolph und Jens Friedrich betreuten Produktion beeindrucken vor allem schön komponierte und gut gedrehte Bilder. Drehbuch, roter Faden, Dramaturgie und Umsetzung sind ausgesprochen gut gelungen, lobten die Kritiker.

Auch die von der Lehrerin Birgit Jeschonnek betreute Trickboxx-Produktion „Pezzettino“ wurde mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Dem von 18 Kindern der Klasse 2 b der Kasseler Schule Am Wall produzierten Trickfilm ist die Begeisterung der Macher anzumerken. Die Gesamtleistung ist für eine Kindergruppe in dieser Altersgruppe sehr bemerkenswert, so die Jury.

Sonderwettbewerb

Auch im Sonderwettbewerb der HLZ gab es zwei Gewinner.

Der Sonderpreis ging an das von Dorothea Künneke betreute 14-köpfige Filmteam der Gemeinde St. Elisabeth in Kassel für den Beitrag “Elisabeth – Wer war das?“. Das historische Grundthema der Produktion schafft durch gut ausgewählte Beispiele einen Brückenschlag in die Realität, urteilte die Jury. Perspektivenwechsel, Rollenspiele und Interviews bringen Abwechslung und Freude am Zuschauen, ohne dass der rote Faden der Geschichte verloren geht.

Einen Preis erhielt auch der Film „Auf den Spuren der Drusel“. Die von der Klassenlehrerin Alexandra Nöring betreute Produktion von Viertklässlern der Herkulesschule in Kassel, in der die kanalisierte Drusel erforscht wird, wurde von den Jurymitgliedern als besonders kreativ befunden.

Die LPR Hessen schreibt den Bürgermedienpreis seit 1999 jährlich aus. Der Preis soll die Leistungen der Produzenten in den Medienprojektzentren Offener Kanal und Nichtkommerziellen Lokalradios würdigen und zugleich die qualitative Weiterentwicklung der Beiträge fördern.

Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel. 0561/93586-12.