Hessischer Bürgermedienpreis zeichnet herausragende Medienproduktionen aus

Mit dem hessischen Bürgermedienpreis wurden heute bereits zum 10. Mal Beiträge aus den hessischen Medienprojektzentren Offener Kanal (MOK) und den nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) ausgezeichnet. Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) prämierte die Medienproduktionen im Bali-Kino im Kasseler KulturBahnhof. Der Journalist und Bürgermedienpreisträger Torsten Harms führte fachkundig durch die Preisverleihung. Der Comedian G. von Bamberg sorgte bei den ca. 250 Gästen für gute Unterhaltung.

In diesem Jahr bewarben sich insgesamt 61 Medienproduktionen um die Preise im Gesamtwert von 6.600 Euro. Im „Allgemeinen Wettbewerb“ wurden Beiträge mit dem Thema „Energie“ ausgezeichnet. In der Kategorie „Förderwettbewerb NKL“ wurden die besten Hörbeispiele für redaktionelle Musiksendungen belohnt. Im „Förderwettbewerb OK“ waren Medienproduktionen zum Thema „Veranstaltungshinweis“ gefragt. Der Sonderpreis, der in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) vergeben wurde, ging an Beiträge zum Thema „Jugendliche in Hessen! - Ihr Leben, ihre Erfahrungen“.

Die Jurymitglieder Volker Bernius (Hessischer Rundfunk), Dr. Mark-Christian von Busse (Hessisch/Niedersächsische Allgemeine), Winfried Engel (Versammlung der LPR Hessen), Dr. Barbara Eschenauer (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik), Christian Fischer (Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck), Michael Jonke (RTL-Studio Kassel) und Dr. Evelin Portz (Versammlung der LPR Hessen) haben folgende Preisträger ausgezeichnet:

Allgemeiner Wettbewerb (MOK)

Mit dem 1. Preis wurde der Film „PWA energy“ prämiert. Den Verantwortlichen Kai Rossbach und Arnold Schenk aus Fulda ist eine professionelle sowie außergewöhnliche und witzige Produktion gelungen. Der überaus kreative und gut durchdachte Einsatz medialer Mittel sowie die bemerkenswerte schauspielerische Leistung der Protagonistin machen den Beitrag zu einem kleinen Meisterwerk, so das Urteil der Jury.

Den 2. Preis erhielt eine Gruppe von vier jungen Männern für den Film „Session“. Das unter der Leitung von Deniz Elgörmüs in Kassel entstandene Werk überzeugt durch schöne Bilder und technische Perfektion. Die professionellen Ansätze sind nicht zu übersehen, und der Spaß der Produzenten ist selbst vom Zuschauer noch zu spüren, lobten die Kritiker.

Der 3. Preis ging an 14 Schülerinnen und Schüler der Loheland-Schule in Künzell für den Spielfilm „Bad Bull“. Unter der Betreuung ihrer Lehrerin Ulrike Harder-Reinhold wurde ein phantasievolles Drehbuch ansprechend umgesetzt. Die lustige Inszenierung und die Vielzahl der Perspektiven hoben die Jury-Mitglieder besonders hervor. Das schulische Ergebnis einer Projektwoche ist insgesamt sehr bemerkenswert.

Allgemeiner Wettbewerb (NKL)

Der 1. Preis ging an die Produktion „DENKmal! – Energie“ von Mischa Hildebrand. Die bei RAdAR in Darmstadt ausgestrahlte Hörfunkproduktion überzeugt durch ihre überaus professionelle und radiophone Umsetzung. Nach Meinung der Jury wurde mit dem Beitrag ein schwieriges Thema kurz und prägnant vermittelt. Die abwechslungsreiche Dramaturgie sowie die präzise Platzierung von Musik, Geräuschen, Atmo und Hall sind besonders hervorzuheben.

Eva Rossmanith und Clemens Dörrenberg aus Frankfurt erhielten für ihre Radio X-Produktion „Was ist Energie? Yoga-Lehrer vs. Physik-Professor“ den 2. Preis. Der solide Informationsbeitrag zeichnet sich durch eine nachvollziehbare Zeiteinteilung und Dramaturgie aus. Besonders lobten die Jury-Mitglieder die Idee, ein Thema aus zwei Perspektiven zu betrachten und hoben die sprachlich sehr deutliche und technisch gute Umsetzung hervor.

Mit dem 3. Preis prämiert wurde das Kurzhörspiel „HIRNSTROM“, ausgestrahlt im Freien Radio Kassel. Die satirische Produktion von Marc Urlen unterhält den Zuhörer sowohl stimmlich als auch inhaltlich in komödiantischer Art und Weise. Die Sendung ist nach Meinung der Jury technisch sehr gut gelungen.

Förderwettbewerb (NKL)

Im Förderwettbewerb (NKL) wurden zwei gleichberechtigt nebeneinander stehende Preise vergeben.

Einen Förderpreis erhielt Christine Helmeke für ihre Musiksendung „Was ist Punk?“. Das im Freien Radio Kassel produzierte Musikfeature vermittelt neben vielen Informationen auch viel Atmosphärisches zum Thema Punk. Die Jury war der Meinung, dass die Arbeit und das Engagement der Autorin beim Hören des Stücks deutlich zu spüren ist.

Ein weiterer Förderpreis ging an Ralf Wenzel für seinen Beitrag „Inge Brandenburg - The German Ella“, ebenfalls gesendet im Freien Radio Kassel. Mit viel radiophonem Gespür montiert der Autor liebevoll Musikbeispiele, Interview-Auszüge und eigene Kommentare zu einem kompetenten Portrait einer deutschen Jazz-Legende. Der Beitrag besticht durch den immensen Arbeitsaufwand, der unüberhörbar in ihm steckt, so das Urteil der Kritiker.

Förderwettbewerb (MOK)

Auch im Förderwettbewerb (MOK) wurden zwei gleichberechtigte Preise vergeben.

An eine Jugendgruppe aus Kassel ging ein Förderpreis für den Veranstaltungshinweis „Komm zum Fernsehen“, den Anja Ulbricht eingereicht hat. In jugendgerechter Form fordert der Hinweis junge Menschen dazu auf, aktiv zu werden und die Langeweile vor dem Fernsehgerät zurückzulassen. Die Jury-Mitglieder betonten vor allem die schauspielerische Leistung der Jugendlichen und das Potenzial dieses kleinen Films, die Mitmachlust beim Zuschauer zu wecken.

Einen Förderpreis erhielt auch der Veranstaltungshinweis „Trickboxx-Workshop“. Die von Thorsten Gail in den Wettbewerb gegebene Produktion einer Kindergruppe aus Kassel ist mit den Mitteln der Trickboxx bemerkenswert gut gelungen. Drehbuch, roter Faden, Dramaturgie und Umsetzung sind für eine Kinderproduktion beachtenswert, lobten die Kritiker.

Sonderwettbewerb

Den 1. Preis erhielt Marius Staubach für die Produktion „Mr. Hauer – The Game: Der beste ‚Spielfilm’, den es je gab“. Der Beitrag beeindruckte die Jury durch die professionelle, kreative und humorvolle Umsetzung des Themas. In Satireform setzt sich der Beitrag auf jugendgemäße Art kritisch mit der aktuellen Debatte um Gewaltspiele auseinander. Besonders hervorzuheben sind auch die fesselnde technische Leistung in der Gestaltung und der passende Einsatz von Musik.

Der 2. Preis ging an eine Arbeitsgruppe der Ursulinenschule Fritzlar für den Beitrag „Nebenjobs“. Die in der Produktion enthaltenen Interviews stellen realistisch verschiedene Perspektiven dar und bieten Schülern ausreichend Identifikationsmöglichkeiten. Besonders hoben die Kritiker hervor, dass die von Anfang bis Ende durchstrukturierte Dokumentation nicht nur klar Stellung zur Problematik nimmt, sondern auch ein konstruktives Fazit zieht.

Ein weiterer 2. Preis ging an die Produktion „TeMain - Kinder des Zorns“. Das unter Mithilfe der Jugendkulturfabrik Fulda entstandene Werk von Tim Fütterer vermittelt ein ehrliches Bild der Stimmungslage vieler junger Menschen. Für Jugendliche wichtige Themen wie Zukunftsangst, Arbeitslosigkeit und Gewalt werden verarbeitet und wirken in ihrer Schilderung authentisch und überzeugend. Die Umsetzung in der Kombination von Musik und Bildern ist sehr gelungen, so das Urteil der Jury.

Die LPR Hessen schreibt den Bürgermedienpreis seit 1999 jährlich aus. Der Preis soll die Leistungen der Produzenten in den Medienprojektzentren Offener Kanal und nichtkommerziellen Lokalradios würdigen und zugleich die qualitative Weiterentwicklung der Beiträge fördern.

Alle prämierten Beiträge sind in Kürze auf der Homepage der LPR Hessen unter www.lpr-hessen.de abrufbar.

Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel.: 0561/93586-12.