Kaum Anträge für Fernsehprogramme über DVB-T in Nordhessen Hohes Interesse an der Übertragung von Mediendiensten

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hatte im Januar Frequenzen für die Veranstaltung und Verbreitung digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T) zur Versorgung der Stadt Kassel und des nordhessischen Umlandes öffentlich ausgeschrieben. Kein privater, bundesweit verbreiteter Fernsehveranstalter hat sich um die Nutzung der Frequenzen beworben. Dafür gibt es Interesse an der Verbreitung von Mediendiensten über die neue Übertragungstechnik. Vier Antragsteller wollen Mediendienste anbieten. Zwei Fernsehveranstalter beantragen die Nutzung der DVB-T-Übertragungstechnik für ihre Rundfunkprogramme:

Anträge Mediendienste:
1. EURO 1 Fernsehproduktions- und Betriebs AG, Hamburg
2. contcast services GmbH, Berlin
3. TELES AG, Berlin
4. Vodafone Pilotentwicklung GmbH, München

Anträge Rundfunk:
1. tvnah BetriebsGmbH i.G., K-TV GmbH & Co, KG, Heuchelheim
2. isee newmedia GmbH, Hattersheim am Main


Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen, kündigte an, dass die Landesmedienanstalt möglicherweise ein Alternativ-Konzept für die Nutzung der Frequenzen für Kassel und Nordhessen erarbeiten werde. "Ich finde es sehr schade, dass wir die Senderfamilien von RTL und ProSiebenSat.1 nicht dazu bewegen konnten, ihre Programme auch in Nordhessen digital terrestrisch zu verbreiten. Mir gegenüber machten Sendervertreter die zu hohen Übertragungskosten im Verhältnis zum Zugewinn an Reichweite deutlich. Für die Zuschauer ist das sehr bedauerlich. Gleichzeitig aber können uns die Anträge der Mediendiensteanbieter auch neue Chancen eröffnen!" Vor diesem Hintergrund werde in den kommenden Wochen zu überlegen sein, ob - ähnlich wie in Berlin - auch hier Wege beschritten werden, die einen Pilotversuch im DVB-H-Standard (H steht für Handheld) ermöglichen. DVB-H ist die Weiterentwicklung des digitalen terrestrischen Fernsehens zur optimierten Nutzung für Endgeräte mit kleinen Bildschirmen (Displays) wie z. B. PDA (Personal Digital Assistant) oder Handy.

Über die ausgeschriebenen Übertragungskapazitäten (Kanal 35 und 42, jeweils an den Standorten Kassel Stadt und Habichtswald) können bis zu acht Fernseh- bzw. Mediendienste übertragen werden. Die Frequenzen versorgen den Großraum Kassel und das nordhessische Umland zwischen Hofgeismar und Melsungen bzw. Fritzlar und Hessisch-Lichtenau. Etwa 1 Mio. Zuschauer könnten die Programme mit einer auf den Senderstandort ausgerichteten Dachantenne stationär empfangen. Im Kasseler Stadtgebiet ist der Empfang mit Zimmerantenne möglich.


Rückfragen bitte an Annette Schriefers, Tel.: (05 61) 9 35 86 - 12