LPR Hessen zeichnet Preisträger mit Bürgermedienpreis 2004 aus

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat am Samstag, dem 13. November 2004 den Hessischen Bürgermedienpreis im Bali-Kino im Kasseler Kulturbahnhof verliehen. Ausgezeichnet wurden Beiträge aus den Offenen Kanälen (OK) und den Nichtkommerziellen Lokalradios (NKL).

43 Produktionsteams hatten sich um die Preise in drei Kategorien beworben. Der allgemeine Wettbewerb stand dieses Mal unter dem Motto "Mein Nachbar". Im Förderwettbewerb waren die Nutzer der Offenen Kanäle und Nichtkommerziellen Lokalradios aufgerufen, einen Werbespot für ihren Sender zu produzieren. Zusätzlich hat die Hessische Landeszentrale für politische Bildung einen Sonderpreis zum Thema "Demokratie - Meine Alltagserfahrungen" ausgelobt.

Die Preise im Gesamtwert von 5.600 Euro wurden von einer unabhängigen Fachjury vergeben. Die Jurymitglieder Volker Bernius (Hessischer Rundfunk), Winfried Engel (Versammlung LPR Hessen), Dr. Barbara Eschenauer (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik), Christian Fischer (Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck), Michael Jonke (RTL-Studio Kassel), Rüdiger Kreissl (freier Journalist) und Dr. Evelin Portz (Versammlung LPR Hessen) haben folgende Preisträger ausgezeichnet:


Allgemeiner Wettbewerb "Mein Nachbar"

Beiträge aus Offenen Kanälen

Den 1. Preis im Wettbewerb "Mein Nachbar" für Beiträge aus den Offenen Kanälen erhielt Ramona Meister aus Kassel mit ihrer Gruppe Umlauf TV für den Kurzfilm "Haus Nummer 35 /Neighbourhood". Die Schüler im Alter von 16 bis 17 Jahren zeigen darin die Anonymität und Trostlosigkeit in einem Hochhausblock. Der Film überzeugte die Jury durch seine stringente Erzählweise und seine besonders kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Nachbarschaft.

Mit dem 2. Preis wurde die Kita 14 aus Offenbach unter der Leitung von Corinna Goxhufi ausgezeichnet. In der Dokumentation "Die Hexen und Teufel aus dem Waldhof" gelingt es den jungen Stadtteil-Reportern, ihr Wohnumfeld im Stadtteil Waldhof sehr anschaulich vorzustellen. Das Drehbuch haben die Kinder selbst geschrieben.

Der 3. Preis ging an Ira Hadžic und ihre Mitstreiter für die Dokumentation "Komšiluk (Nachbarschaft)". Der Beitrag porträtiert die Bewohner eines Hochhauses in Sarajewo und beeindruckte die Juroren durch seinen außergewöhnlichen Blickwinkel auf das Sujet.

Beiträge aus Nichtkommerziellen Lokalradios

Das Dokumentar-Feature "Die Frau, der Müll und der Tod - Eine Mülljöhstudie" von Holger Wilmesmeier und Niko Martin aus Darmstadt erhielt den 1. Preis für Beiträge aus den Nichtkommerziellen Lokalradios. In dem Radiobeitrag geht es um das sogenannte Messie-Syndrom. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der dramaturgisch sehr raffinierten Umsetzung des Themas. Die Geschichte, die ausschließlich mit O-Tönen auskommt, bietet das, was bei gutem Radio passieren sollte: Es entsteht ein plastisches Bild im Kopf des Zuhörers und das Hörstück fesselt von der ersten bis zur letzten Minute.

Den 2. Preis erhielt der Student Martin Sehmisch aus Kassel für sein Kurzhörspiel "Die freie Stelle neben mir". Der ungewöhnliche, weil eindringliche Beitrag thematisiert die enge Nachbarschaft von Leben und Tod und basiert auf einer sehr genau durchdachten Musikdramaturgie.

Mit dem 3. Preis wurde die Darmstädterin Anna Dorothea Schneider für ihr Einpersonen-Hörstück "Mein Nachbar" ausgezeichnet. In südhessischer Mundart plaudert hier ein arbeitsloser Mann über seine Nachbarn, enthüllt dabei jedoch mehr und mehr sein eigenes Leben. Der Beitrag ist ein schönes Beispiel für das ganz normale nachbarschaftliche Nebeneinanderherleben.


Förderwettbewerb "Werbespot für meinen Sender"

Von den Werbespots, die für die Offenen Kanäle gedreht wurden, prämierte die Jury gleich zwei Trailer für den Offenen Kanal Fulda. Philipp Gaul und Kai Rossbach erhielten beide je einen Förderpreis für ihre professionell und aufwendig produzierten Spots "On Air" und "OK-Trailer".

In der Sparte Nichtkommerzieller Lokalfunk zeichnete die Jury den für RAdAR - Radio Darmstadt produzierten Jingle "Die Musikredaktion sucht" von Björn Böhmelmann aus. Ein weiterer Förderpreis ging an Dirk Abt aus Wiesbaden für seinen Radio-Rheinwelle-Werbespot "Mach mich an".


Sonderwettbewerb "Demokratie - Meine Alltagserfahrungen"

Die Gruppe "Europaprojekt" gewann den von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) ausgelobten Sonderpreis für ihren Beitrag "Europa im Alltag der Frauen". Darin stellen die Schülerinnen einer 9. Klasse aus Fulda ihre eindeutige Position zur Geschlechterdebatte dar und setzen sich spielerisch mit dem Rollenverhältnis zwischen Mann und Frau in der modernen Gesellschaft auseinander.

Die von dem langjährigen OK-Nutzer und Journalisten Mark Mathew moderierte Preisverleihung im großen Bali-Kino im Kasseler Kulturbahnhof stieß wie bereits in den Jahren zuvor auf riesige Zuschauerresonanz. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete das Chanson- und Kabarettduo Iris Lamouyette und Sousanna Dawtjan.

Die LPR Hessen schreibt den Bürgermedienpreis seit 1999 jährlich aus. Der Preis soll die Leistungen der Produzenten in den Offenen Kanälen und Nichtkommerziellen Lokalradios würdigen und zugleich Ansporn für die qualitative Weiterentwicklung der Beiträge sein.

Näheres zur Preisverleihung sowie Infos zu den ausgezeichneten Beiträgen finden Sie unter www.lpr-hessen.de\INFO\BMPreis\BMP2004\bmp2004.htm.