Novelle zum Hessischen Privatrundfunkgesetz: LPR Hessen begrüßt Innovationspotential, fürchtet aber Einschnitte für die Medienkompetenzvermittlung

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat sich in ihrer heutigen Sitzung mit der Novelle zum Hessischen Privatrundfunkgesetz befasst. Sie bewertet die innovativen Regelungen des Gesetzentwurfes positiv, betrachtet die neuen Finanzierungsvorgaben allerdings mit Sorge. Nach dem Entwurf kann die Landesmedienanstalt die ihr zur Verfügung stehenden Finanzmittel künftig nicht mehr schwerpunktmäßig zur Medienkompetenzvermittlung einsetzen. Grund dafür sind Vorgaben, die die Mittelverwendung zur Medienkompetenzvermittlung zu Gunsten der Infrastruktur- und Medienwirtschafts-Förderung kürzen.

„Die geplante Einschränkung der Möglichkeiten im Bereich der Medienkompetenzförderung würde uns hart treffen, weil medienpädgagogische Projekte auf der Strecke bleiben müssten“, so Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung. „Der Mitteleinsatz für unsere vier Medienprojektzentren Offener Kanal, für die sieben nichtkommerziellen Lokalradios und eine Vielzahl weiterer medienpraktischer Projekte in Schulen und anderen Bereichen war wohl überlegt: Die Medienkompetenzvermittlung war und ist uns ein wichtiges Anliegen. Diesen Arbeitsschwerpunkt zu Gunsten der Medienwirtschaftsförderung stark einschränken zu müssen, ist nach Überzeugung der Versammlung nicht der richtige Weg“, so Engel weiter.

Versammlung spricht sich für Digitalisierungskampagne Nordhessen aus

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer heutigen Sitzung in Kassel grünes Licht für eine Digitalisierungskampagne in Nordhessen gegeben. Das Projekt verfolgt das Ziel, Kassel und die Region Nordhessen frühzeitig an den neuen digitalen Entwicklungen teilhaben zu lassen. Hierzu muss durch gezielte Informationen der Anbieter sowie „digitale Aufklärung“ der Nutzer gegenseitiges Interesse geweckt werden.

„Dass die neuen technischen Entwicklungen nur in Ballungszentren starten und an Kassel und Nordhessen jedenfalls derzeit noch vorbeigehen, dies wollen wir so nicht akzeptieren“, so Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen. „Das DSL-Hochgeschwindigkeitsnetz und Handy-TV sollen auch in der Region Nordhessen mit dem Zentrum Kassel möglichst bald starten.“ Um die Einführung dieser neuen digitalen Übertragungsmöglichkeiten zu beschleunigen, sei es ebenfalls notwendig, neue Inhalte – auch von privaten Anbietern – zu entwickeln.

Winfried Engel, der Vorsitzende der Versammlung der LPR Hessen, betonte: „Es geht darum, das starke Gefälle zwischen Rhein-Main und anderen hessischen Regionen bei der Versorgung abzubauen und die Anziehungskraft insbesondere Nordhessens zu steigern. Wir wollen Investoren dazu bewegen, mit dem Auf- und Ausbau ihrer digitalen Aktivitäten auch in der Fläche frühzeitig zu beginnen. Es darf in Hessen keine Digitalisierungskluft entstehen, die wirtschaftlich und gesellschaftlich fatale Auswirkungen hat!“.

 

Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel. 0561/93586-12.