Vom Offenen Kanal zum Medienprojektzentrum: 20 Jahre MOK Kassel sind Erfolgsgeschichte

Vor 20 Jahren startete der erste hessische Offene Kanal in Kassel. Der Bürgersender hat sich heute zu einer Plattform der aktiven Medienarbeit, zu einem wichtigen Lokalmedium und einem ‚Brückenbauer‘ zwischen unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft entwickelt.

Der Offene Kassel war 1992 mit dem Ziel angetreten, als Bürgersender dem Einzelnen die Möglichkeit zu geben, selbst Programm zu gestalten. „Noch vor 20 Jahren als eine Art Experiment gestartet, hat der Offene Kanal Kassel Erfolgsgeschichte geschrieben“, so Winfried Engel, der Vorsitzende der Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), die sich damals für eine probeweise Einrichtung des Offenen Kanals entschieden hatte. „Der Offene Kanal hat sich zum Medienprojektzentrum mit einer Vielzahl wichtiger Funktionen entwickelt“, bewertete Engel.

Neben der ursprünglichen Funktion als Bürgermedium, in dem der Einzelne Fernsehbeiträge produzieren und sie einem breiten Publikum zugänglich machen kann, hat sich das Medienprojektzentrum in zwei Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil der regionalen Medienlandschaft entwickelt. Kassel war bundesweit der erste Offene Kanal mit einer täglichen Nachrichtensendung aus der Stadt für die Stadt. Fast 18.000 Sendebeiträge mit vorwiegend lokalem Bezug belegen die ungebrochene Attraktivität des lokalen Bürgerfernsehens.

Darüber hinaus nimmt das MOK Kassel mit seiner medienpädagogischen Arbeit eine für die Gesellschaft besonders wichtige Aufgabe wahr. In vielen hundert Projekten vermittelt das MOK Fähigkeiten, die in der heutigen Mediengesellschaft Schlüsselkompetenzen geworden sind. „Die aktive, handlungsorientierte Medienarbeit gerade mit Kindern und Jugendlichen macht sie zu kompetenten Mediennutzern und das MOK zu einem wichtigen Partner von Schulen und Bildungseinrichtungen. Das MOK ist die Medienkompetenzplattform für Nordhessen“, hob der Direktor der LPR Hessen, Prof. Wolfgang Thaenert, hervor. Kassel war der bundesweit erste Offene Kanal, der im Rahmen seiner medienpädagogischen Angebote mit der TRICKBOXX arbeitete – einer einfachen technischen ‚Erfindung‘, mit der schon Kinder im Vorschulalter eigene Trickfilme produzieren können.

Auch auf die Integrationsfunktion der Bürgermedien verwies Thaenert: „Die Bürgermedien nehmen heute eine wichtige Vermittlerrolle ein. So ist auch das MOK Kassel ein ‚Brückenbauer‘ zwischen verschiedenen Gruppen unserer Gesellschaft. Das MOK bringt schon in seiner Nutzerschaft jung und alt und Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Beiträge, die von Migrantengruppen gestaltet werden, vermitteln ein Bild der vielen Kulturen, was das Verständnis füreinander fördert.“

„Die Versammlung der LPR Hessen hat nach der zunächst probeweisen Einführung des Offenen Kanals in Kassel drei weitere Offene Kanäle in Giessen, Offenbach/Frankfurt und in Fulda eingerichtet. Alle vier hessischen Offenen Kanäle arbeiten sehr erfolgreich als Medienprojektzentren Offener Kanal. Unsere Entscheidung für die Einrichtung der Medienprojektzentren hat sich als richtig erwiesen, worüber ich mich sehr freue“, resümierte Versammlungsvorsitzender Engel.


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