Zeitgeschichte zum Nachfühlen: Erfolgreiche Kooperation der Medienanstalten Hessen und Thüringen bei medienpraktischen Projekten zur innerdeutschen Grenzöffnung

Wie macht man Zeitgeschehnisse erlebbar? Mit interaktiven Medienprojekten in den Orten des ehemaligen Grenzgebietes! Die thüringische und hessische Landesmedienanstalt haben in Kooperationsprojekten für Jugendliche nicht nur den Umgang mit Medien sondern auch die Thematik „Mauerfall“ authentisch vermittelt.

„Alltag im Sperrgebiet“

Das grenzübergreifende Filmprojekt „Alltag im Sperrgebiet“ ermöglichte Jugendlichen aus den alten und neuen Bundesländern den Zugang zur Geschichte der eigenen Region und den mit ihr verbundenen Schicksalen von Zeitzeugen. Der medienpädagogische Ansatz des Projekts unterstützte die Jugendlichen in ihrer Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutschen Teilung und bot ihnen durch die Gestaltung eines Filmes eine kreative Plattform, um eigene Aussagen zu formulieren und ihrem Verstehen und Empfinden Ausdruck zu verleihen. Das Projekt bestand aus jeweils einer eigenständigen Projektwoche im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth, in der Gedenkstätte Point Alpha sowie im Grenzlandmuseum Eichsfeld, Teistungen. Insgesamt sind neun Filme entstanden.

Das Filmprojekt wurde auf Initiative der Deutschen Gesellschaft e.V. mit medienpädagogischer Unterstützung durch die Landesmedienanstalten in Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Bayern durchgeführt und durch den Beauftragten der Bundesregierung für Mittelstand und für die neuen Bundesländer sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt und den einzelnen Projektwochen finden Sie im Online-Blog unter www.alltagimgrenzgebiet.home.blog.

„Mauern fallen im Kopf“

In dem gemeinsam von der Thüringer Landesmedienanstalt und der Medienanstalt Hessen initiierten und finanzierten Projekt, setzten sich 30 Jugendliche aus Baunatal (Hessen) und Dingelstädt (Thüringen) in einer Projektwoche mit Grenzen in unserer Gesellschaft und in unseren Gedanken, Vorstellungen, Weltbildern und Handlungen auseinander. Was haben wir für Abgrenzungen zu anderen Menschen? An welcher Stelle machen Grenzen Sinn, an welchen verhindern sie eine Entwicklung? Wie entstehen sie, wie können wir sie wieder einreißen oder zumindest überwinden?

Mit der Unterstützung von Medienpädagogen der beiden Landesmedienanstalten sind folgende Filme entstanden:

  • „Der Verrat“ – Das Internet und alle Social-Media-Kanäle bieten grenzenlose Möglichkeiten, Nachrichten zu verbreiten. Welche Konsequenzen unbedachtes Handeln haben können, zeigt dieser Film eindrucksvoll.

  • „Wohin der Wind weht“ – Was bedeutet es, wenn eine totalitäre Partei die Oberhand bekommt und was macht dies mit dem Leben eines jeden Einzelnen? Für drei Freunde bedeutet dies völlig neue Lebenswege.

  • „2069“ – Eine Gruppe Jugendlicher im Jahr 2069 ist für eine Projektarbeit in einer Jugendherberge, als plötzlich ohne jede Vorwarnung eine Grenze gebaut wird.

  • „Grenzen im Kopf“ – Ahmet, ein in Deutschland geborener Jugendlicher, erfährt eine Vielzahl von Grenzen in den Köpfen anderer Menschen.

Alle entstandenen Filme können in der Mediathek Hessen unter https://mediathek-hessen.de/index.php?ka=1&ska=suche&suchwort=Grenzcamp+2019 abgerufen werden. 

Für das Jahr 2020 sind weitere Kooperationsprojekte der beiden Landesmedienanstalten zum Thema geplant. 

 

Kontakt bei Rückfragen:
Jörg Ruckel (LPR Hessen/MOK Kassel): ruckel@mok-kassel.de, 0561 9200920
Mirko Pohl (TLM): m.pohl@tlm.de, 0361 21177-51