Zulassung für Wirtschaftsradio an F.A.Z. und Frankfurt Business Radio

Die Gesellschaft F.A.Z. Business Radio Hessen GmbH & Co. KG i. G., an der die F.A.Z. und Frankfurt Business Radio (FBR) beteiligt sind, erhält die Zulassung für das hessische Hörfunkspartenprogramm mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsberichterstattung in der Region Rhein-Main. Die Zulassungsanträge von DuMont, Economy.One und SV Teleradio werden abgelehnt. Diese Entscheidungen traf die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) in ihrer Sitzung am Montag Morgen in Kassel.

Die LPR Hessen hatte Ende Mai 2001 Hörfunkfrequenzen in Bensheim, Frankfurt und Wetzlar gemeinsam zur 24-stündigen Nutzung für ein Hörfunkspartenprogramm mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsberichterstattung ausgeschrieben.

Fünf Antragsteller bewarben sich um die Zulassung:

  • DuMont Funk & Fernsehen GmbH & Co. KG, Köln,
  • Economy.One AG, Verlagsgruppe Handelsblatt, Düsseldorf,
  • Frankfurt Business Radio GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main,
  • F.A.Z. Radio Beteiligungs GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main,
  • SV Teleradio Produktions- und Beteiligungsgesellschaft für elektronische Medien mbH, München.

Ende August 2001 hatte die Versammlung für alle Antragsteller feststellen können, dass die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt waren. Den Bestimmungen des HPRG entsprechend wirkte die LPR Hessen auf eine Einigung unter den Antragstellern hin. Im Ergebnis der Bemühungen haben sich die F.A.Z. Radio Beteiligungs GmbH & Co. KG und die Frankfurt Business Radio GmbH und & Co. KG geeinigt und die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft (F.A.Z. Business Radio Hessen GmbH & Co. KG) angekündigt. An dieser wird die F.A.Z. mit 80 % und die FBR mit 20 % beteiligt sein. Unter den drei anderen Antragstellern war keine Einigung zu erzielen.

Die Versammlung hatte in ihrer heutigen Sitzung eine Auswahl unter den verbleibenden vier Antragstellern zu treffen. Nach den Bestimmungen des Hessischen Privatrundfunkgesetzes haben die Antragsteller Vorrang, die eine bessere Gewähr für eine größere Meinungsvielfalt bieten. Die durchgeführte Prüfung ergab, dass dem gemeinsamen Antrag der F.A.Z./FBR Vorrang vor den Mitbewerbern einzuräumen war. Entsprechend erhält die gemeinsame Gesellschaft F.A.Z. Business Radio Hessen GmbH & Co. KG i. G. die Zulassung für die Veranstaltung und Verbreitung des Spartenprogrammes mit dem Schwerpunkt Wirtschaft für die Dauer von 10 Jahren.

"Alle Antragsteller verfügen über eine hohe journalistische Kompetenz. Die Entscheidung zu Gunsten des F.A.Z. Business Radio Hessen basiert auf mehreren Kriterien. Ausschlaggebend waren letztlich der Informationsgehalt des Programmes, der Anteil an Regionalberichterstattung sowie das Engagement in und für Hessen", kommentierte der Versammlungsvorsitzende Winfried Engel die heutige Entscheidung.

F.A.Z. Business Radio plant ein "all-news-radio", das höchstens in den Abend- und Nachtstunden und am Wochenende Musik enthalten wird. Vorgesehen sind neben Börsen-, Wirtschafts-, Welt- und Hessennachrichten regelmäßige Hintergrundreportagen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Politik, Sport und Kultur.

Das Programm wird terrestrisch über Sender in Bensheim (103,3 MHz mit einer Reichweite von ca. 450.000 Einwohnern), Frankfurt am Main (97,1 MHz mit einer Reichweite von ca. 1,1 Mio. Einwohnern) und Wetzlar (105,0 MHz mit einer Reichweite von ca. 350.000 Einwohnern) sowie über Kabel verbreitet.

Regionalfernsehen Rhein-Main:
Alle Bewerber werden in Einigungsbemühungen einbezogen


Um die Veranstaltung des regionalen Fernsehprogramms im Rhein-Main-Gebiet hatten sich bis Ende September 2001 fünf Antragsteller beworben:

  • Die Gemeinschaft aus den Gesellschaftern Spiegel TV und DCTP Entwicklungsgesellschaft für TV-Programme mbH für das Programm "XXP - Das Metropolenprogramm",
  • die Anbietergemeinschaft bestehend aus verschiedenen Verlagshäusern, der TaunusFilm und weiteren Regionalunternehmen für das Programm "Inter City TV",
  • die B.TV Hessen GmbH i. G., ein baden-württembergisches Unternehmen um den Medienunternehmer Bernd Schumacher für das Programm "B.TV",
  • die Anbietergemeinschaft Kulturkanal K3 Rheinland-Pfalz e. V. für das Programm "K3 Kulturkanal" sowie
  • die Rhein-Main-Ballungsraumfernsehen Verwaltungsgesellschaft mbH der Produktionsfirma Bibo-TV GmbH und der Eurostar Fernsehprojektgesellschaft mbH für das Programm "Rhein-Main TV".

Bei den Bewerbungen handelt es sich um Anträge auf Veranstaltung eines Regionalfernsehprogramms (Zulassungsanträge) und um Anträge auf programmliche Beteiligung bei einem potentiellen Zulassungsnehmer (Beteiligungsanträge).

Die Versammlung konnte in ihrer heutigen Sitzung feststellen, dass alle Antragsteller in die nach dem Gesetz von der LPR Hessen durchzuführenden Einigungsbemühungen einbezogen werden.

Belegung der hessischen Kabelkanäle wird sich ändern

Das Programm EuroNews wird ab August 2002 nicht mehr im hessischen Kabel verbreitet. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, das medienrechtlich vorrangig einzuspeisende Programm "arte" mit erweiterter Sendezeit und das Regionalfernsehen im Rhein-Main-Gebiet einzuspeisen.

Für die Entscheidung der Versammlung der LPR Hessen war ausschlaggebend, dass unter dem Gesichtspunkt der Angebots- und Spartenvielfalt im Gesamtangebot des Kabels EuroNews gegenüber anderen Programmen nachrangig einzustufen ist.

Nach der Kanalbelegungssatzung ist EuroNews zudem der Kategorie internationale Info-Spartenprogramme zuzuordnen, für die lediglich ein bis zwei analoge Kanäle vorgesehen sind. Bei tatsächlich drei eingespeisten Programme ist ein Überhang zu verzeichnen, der zunächst abgebaut werden muss.

Der Versammlung hat insoweit den Programmen BBC World und CNN Vorrang gegenüber EuroNews beigemessen.

Die Entscheidung tritt mit Wirkung zum 1. August 2002 in Kraft.

Nichtkommerzieller lokaler Hörfunk (NKL):
Entscheidung für Veranstalter in Wiesbaden noch nicht gefällt


Im Mai 2001 hatte die LPR Hessen eine UKW-Hörfunkfrequenz zur Nutzung durch einen nichtkommerziellen Lokalradioanbieter in Wiesbaden öffentlich ausgeschrieben. Um die Nutzung der Frequenz 92,5 MHz haben sich Radio RheinWelle 92,5 e. V., Wiesbaden, und die Medieninitiative Mainz/Wiesbaden, Radio Quer e. V., Wiesbaden, beworben. Da beide Bewerber die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, gleichzeitig aber nur eine Zulassung erteilt werden kann, will sich die LPR Hessen weiter um eine Einigung beider Bewerber bemühen. Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen, betonte die Notwendigkeit einer Annäherung unter den Bewerbern: "Kommt eine Einigung nicht zustande, wird die Versammlung eine Auswahlentscheidung zu Gunsten von nur einem der beiden Bewerber treffen müssen. Dies wäre für ein Medium, das den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen ein Sprachrohr sein und ein möglichst vielfältiges Programm anbieten soll, sehr bedauerlich!"

Versammlung erteilt Zulassungen für Veranstaltungsrundfunk

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer heutigen Sitzung fünf Zulassungen für Veranstaltungsrundfunk erteilt. Die Zulassungen sind regional begrenzt und beschränken sich auf die Dauer der jeweiligen Veranstaltung. Werbung und Sponsoring sind im Rahmen des Veranstaltungsrundfunks zulässig.

Anlässlich der Übergabe des Computernetzwerkes durch den hessischen Ministerpräsidenten, der Abendveranstaltung "Kultur & Schule" und des Tages der Offenen Tür der Weibelfeldschule in Dreieich wird das Schul-Fernsehen-Dreieich ein Fernsehprogramm veranstalten. Das Programm läuft vom 3. bis 9. und 14. bis 16. Februar 2002 und ist über den Kabelkanal 16 im Kabelnetz Dreieich zu empfangen.

Die Landesgartenschau 2002 in Hanau wird vom 19. April bis 6. Oktober 2002 mit einem Radioprogramm von Radio Fortuna begleitet. Das Programm wird voraussichtlich über die Frequenz 88,9 MHz zu empfangen sein.

Die Martin Hecht GmbH erhielt die Zulassung zur Veranstaltung eines Hörfunkprogramms anlässlich der Internationalen Messeveranstaltung "Premiere 2002" in Frankfurt. Das Programm wird vom 25. bis 30. Januar 2002 voraussichtlich über die Frequenz 95,1 MHz in Frankfurt zu hören sein.

Die Martin Hecht GmbH wird auch zur Internationalen Messeveranstaltung "Ambiente 2002" in Frankfurt am Main vom 14. bis 19. Februar 2002 ein Radioprogramm veranstalten. Dieses Programm kann voraussichtlich ebenfalls über die Frankfurter Frequenz 95,1 MHz empfangen werden.

Der Verein Medien und Kommunikation e. V. wird vom 15. bis 25. Februar 2002 die "Mediamania" in Langen mit einem Fernsehprogramm begleiten, das über Kabelkanal 4 im Langener Kabelnetz zu empfangen ist.