MedienKompetenzPreis Hessen 2016

Die Preisträger

Kategorie 1 (Altersgruppe bis 6 Jahre)

1. Preis
Kinderhaus Alter-Wetzlarer-Weg in Gießen mit dem Projekt „Das Leben der Regenwürmer“

Projektleitung: Gabriele Frank-Kucera

Initiiert durch das Interesse der Kinder an den Regenwürmern im eigenen Beet der Kita haben sie gemeinsam mit den Erziehern das Leben und den Lebensraum der Regenwürmer erforscht. So wurden zwei verschiedene Filme erstellt: Eine Dokumentation über den Bau einer Regenwurmfarm und eine fiktive Geschichte als Kombination aus Legetrick und szenischem Film. Dafür entwickelten die Kinder das Drehbuch, filmten, fotografierten, zeichneten, animierten, lernten die Green-Screen-Technik und die digitale Bildbearbeitung am Computer kennen. Sie waren am Schnitt sowie der Nachvertonung des Films beteiligt. Die Medienarbeit wurde ausgezeichnet in das umfangreiche Lernprojekt zum Thema Regenwürmer integriert. Die Beteiligung an allen Schritten der Medienproduktion ermöglicht es den Kindern, den Prozess nachvollziehen zu können und führt zu einem verbesserten Medienverständnis. Dieses Projekt lässt Journalistenherzen höher schlagen!


1. Preis
Internationale Kita Galluspark in Kooperation mit dem Gallus Zentrum aus Frankfurt mit dem Projekt „Der Pferdedieb“

Projektleitung: Anna Tadiotto

In der Kita „Galluspark“ entstand ein Legetrickfilm in Zusammenarbeit mit Medienpädagogen des Gallus Zentrums in Frankfurt. Die Kinder haben sich eine Geschichte ausgedacht und dann die passenden Figuren und Hintergründe gebastelt. Danach wurden die Figuren animiert und die Geräusche und Sprechtexte aufgenommen. Die selbstgebastelten Figuren in Kombination mit der fantasievollen Geschichte veranschaulichen, wie intensiv mit den Kindern bei dem medienpädagogischen Projekt gearbeitet wurde. Das Medienprojekt hat die reflexiven Fähigkeiten der Kinder geschult und verdeutlicht, wie Medien kreativ und experimentell als Produktionsmittel eingesetzt werden können. Hervorzuheben ist, dass die Kita die medienpädagogische Arbeit in ihrer Einrichtung fortsetzen möchte und weitere Projekte plant. Insgesamt ein tolles Konzept und Projekt!


1. Preis
Kita Valentin Senger in Frankfurt mit dem Projekt „Fotozauber… ich kann auch fotografieren“

Projektleitung: Teresa Oberreich

Die Kinder der Kita Valentin Senger wurden in die Welt der Fotografie eingeführt. Sie durften auf Fotosafari gehen und verschiedene Kameras in ihre Bestandteile zerlegen. Das Fotoprojekt sollte die Kinder in die Handhabung der Kamera einführen und neben den kreativen Möglichkeiten der Fotografie einen genaueren Blick beim Betrachten von Bildern schulen. Die mediale Auseinandersetzung mit dem Medium Foto ist ein altersgerechter Einstieg in die Medienthematik und die Fotokamera das passende Instrument für den Start in die medienpädagogische Arbeit. Die Kinder haben sehr frei und selbstständig gearbeitet. Das Projekt bietet großes Potential für Kinder, sich spielerisch der Fotografie anzunähern. Die Mediengruppe als kontinuierliches Angebot der Kita ist eine tolle Leistung. Die einfache Umsetzung des Projekts lädt zur Nachahmung ein!


Kategorie 2 (Altersgruppe bis 10 Jahre)

1. Preis
Herzbergschule Roth in Gelnhausen mit dem Projekt „Die Schneckenklasse im Internet“

Projektleitung: Jana Köhler

Im Deutschunterricht der 3. Klasse  der Herzbergschule Roth wurde eine eigene Homepage erstellt. Die Kinder wurden von Anfang an in die Planung der Website eingebunden. Ziel der Homepage ist es, die Schreib- und Lesekompetenzen sowie die Medienkompetenz der Schüler zu fördern. Sie dürfen zu bestimmten Themen selbst Texte schreiben und Bilder auswählen, welche anschließend auf der Homepage veröffentlicht werden. Dabei werden ebenfalls Themen wie Urheberrecht, Recht am eigenen Bild und Datenschutz besprochen. Auch gestalterische Aspekte wurden durch Wahl der Websitefarbe, Schriftart und Schriftgröße behandelt. Die Arbeit mit der Homepage wurde in den Wochenplan integriert und die Klasse arbeitet regelmäßig an deren Inhalt. Der Peer-Ansatz unterstreicht die Erstklassigkeit dieses Projekts, die Kinder lernen voneinander und miteinander. Besonders lobenswert ist auch die hervorragende Elternarbeit, die fest in das Projekt integriert wurde. Ein ausgezeichnetes Projekt, welches zeigt, dass klassische Kompetenzen durch medienpädagogische Aspekte stark gefördert werden können!


2. Preis
Herderschule Darmstadt mit dem Projekt „Kinder dieser Erde“

Projektleitung: Susanne Wiesner-Schanz und Serife Özer-Gülsoy

An der Schule für Sprachheilförderung wurde ein Trickfilmprojekt über mehrere Wochen umgesetzt. Die verschiedenen Nationalitäten der Kinder wurden dabei als Thema behandelt und durch selbstgemalte Flaggen verdeutlicht. Außerdem wurden nach dem Besuch eines Bundesfreiwilligendienstlers Bilder aus Indien in den Film eingebaut und kommentiert. Ganz nach dem Motto der handlungsorientierten Medienpädagogik stand hier die Arbeit mit Mikrofon und Kamera im Mittelpunkt, so wurde der medienpädagogische Prozess fokussiert. Die Kinder haben sich mit Hilfe der Medienarbeit mit ihrer Identität auseinandergesetzt und gelernt, offen und tolerant zu sein. Neben der kreativen und medialen Auseinandersetzung werden auch die sprachlichen Kompetenzen der Schüler gestärkt. Ein vergleichsweise herausragendes Trickfilmprojekt!


Kategorie 3 (Altersgruppe bis 15 Jahre)

1. Preis
Montessori-Schule in Mühlheim mit dem Projekt „THE_BLUE_GROUP – ein youtube-Projekt“

Projektleitung: Stefanie Krogoll

Die Schüler der Montessori-Schule eröffneten einen eigenen YouTube-Kanal in Form eines Video-Adventskalenders. Sie  veröffentlichten 24 Videos mit Bastelanleitungen, Rezepten, Gedichten oder Weihnachtsliedern. Dazu gehörten das Abfilmen der Arbeitsschritte, Fotografien und Zeichnungen, Stop-Motion-Animationen und Stabpuppentheater. Es wurden Regeln für den Gruppen-Kanal erarbeitet und die Schüler für den Schutz der Privatsphäre sensibilisiert. Eine gelungene theoretische Einführung. Über das Produzieren vielfältiger Medienformate erwarben die Schüler diverse Kompetenzen der Medienbildung. Außerdem werden sie an eine verantwortungsvolle Nutzung sozialer Medien herangeführt. Die Vielfalt der Gestaltungsformen ist bemerkenswert. Die Schüler haben es geschafft, ein Produkt von Jugendlichen für Jugendliche zu kreieren. Durch die kreative Anwendung werden die Konsumenten zu Produzenten und lernen so, ihre eigene Mediennutzung zu hinterfragen. Ein jugendgemäßes medienpädagogisches Projekt!


2. Preis
Jugendzentrum Georg-Buch-Haus in Wiesbaden mit dem Projekt „Auf der Flucht!“

Projektleitung: Alexander Sommer

Im Rahmen des Ferien-Angebots entstand eine Reportage über einen jungen Flüchtling aus Somalia. Das Interview wurde um ein Erklärvideo und kurze Animationen ergänzt. Zusätzlich wurde eine animierte Illustration einer selbstgeschriebenen Fluchtgeschichte hergestellt. Nach einer technischen Einführung durch Peer-Teamer recherchierte eine Gruppe Informationen für die Erklärvideos, während eine zweite Gruppe das Interview durchführte. Unter Einsatz der Trickboxx und Green-Screen-Technik entstanden Animationen, außerdem wurden Grafiken aus dem Internet genutzt. Im Zusammenhang mit der Verwendung des gefundenen Materials wurde das Urheberrecht thematisiert. Die Beschäftigung mit Copyright-Bestimmungen zusätzlich zur Medienproduktion ist lobenswert. Der Peer-to-Peer-Ansatz des Jugendhauses hat Vorbildcharakter. Die abwechslungsreiche Darstellung macht das Thema greifbar und Informationen werden leicht zugänglich. Die Gruppe hat ein aktuelles Thema bearbeitet, der persönliche Zugang zu dem Thema Flucht und Migration unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz des Themas. 


2. Preis
Rabanus-Maurus-Schule in Fulda mit dem Projekt „Eltern vs. Handys“

Projektleitung: Christoph Röder

Ausgehend von der Untersuchung des eigenen Medienkonsums sollten die Schüler das Problem der Mediensucht untersuchen. Die Jugendlichen entwickelten einen Fragebogen für Kinder und Eltern sowie einen eigenen Film mit Tipps für die Eltern. So sollten die theoretischen Kenntnisse im Bereich der Medienkompetenz auch medienpraktisch umgesetzt werden. Der Lehrer gab dazu eine Einführung in die Filmsprache, die Drehbücher wurden im Unterricht geschrieben. Die Dreharbeiten erfolgten außerhalb der Unterrichtszeiten bei den Jugendlichen zuhause. Dies zeugt von einer hohen Selbstständigkeit der Schüler. Grundsätzlich ist die Einbindung der Eltern positiv zu werten. Die Ironie in dem Film zeigt, dass sich die Schüler intensiv mit den Elternratschlägen zur Mediensucht auseinandergesetzt haben. Die Projektarbeit verdeutlicht, dass medienpädagogische Arbeit auch über die Schulzeit hinaus ausgeweitet werden kann. Durch das Projekt wird dem Medienerziehungsalltag vieler Eltern der Spiegel vorgehalten – das macht das Projekt so authentisch. Als Zuschauer erlebt man den sogenannten „Schlüsselloch-Effekt“.


Kategorie 4 (Altersgruppe bis 18 Jahre)

1. Preis
Pfadfindergruppe DPSG Stamm Marcel Callo in Oberursel mit dem Projekt „PFADFINDEN 2.0 – Der Weg zurück zur analogen Welt“

Projektleitung: Sebastian Polag

Die Pfadfindergruppe des DPSG Stamm Marcel Callo erstellte ein Musikvideo, um Außenstehende von der Idee der Pfadfinder zu überzeugen und vorhandene Klischees abzubauen. Ein Lied wurde ausgesucht, mit eigenen Instrumenten unterstützt eingesungen und durch Landschaftsaufnahmen bebildert. Der Song wurde professionell mit Mischpult und Mikrofon aufgenommen. Anschließend wurden die Videoaufnahmen geschnitten und mit dem eingesungenen Song zusammengefügt. In diesem Zusammenhang setzte man sich auch mit dem Thema Medienrecht auseinander. Letztlich wurde das Video auf YouTube veröffentlicht und auf dem eigenen Facebook-Kanal vermarktet. Insgesamt ein sehr gelungenes medienpädagogisches Projekt. Beeindruckend ist das Selbstbewusstsein der Jugendlichen vor der Kamera, ebenso die tolle Inszenierung von Musik und Bildzusammenschnitt. Die nachträgliche Synchronisation ist bemerkenswert! Die Vermarktung des Image-Videos auf Facebook zeugt von einer durchdachten Marketing- bzw. PR-Strategie. Die Jugendlichen haben sich dabei auch intensiv mit Nutzungsrechten und Lizenzen beschäftigt. Toll, dass ein nicht-mediales Thema dennoch medial bearbeitet wurde.


1. Preis
Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Kassel mit dem Projekt „Der Utilitarismus – Gedankenexperimente und Lehrvideos“

Projektleitung: Nikolaos Lampos

Im Rahmen des Ethikunterrichts wurde als Klausurersatz die philosophische Theorie des Utilitarismus unter Einsatz digitaler Medien selbstständig erarbeitet. Als Formate standen Dossier, E-Book, Lehrvideo oder interaktive Präsentation zur Auswahl. Die Schüler arbeiteten in Gruppen an dem Projekt und präsentierten dieses nach vier Wochen. Dabei entstanden beispielsweise interaktive Videos mit Gedankenexperimenten, in denen das Publikum Entscheidungen treffen kann. Je nach Entscheidungspfad folgt schließlich ein Erklärvideo zum Utilitarismus. Es wurde auf Kameraeinstellungen, Beleuchtung und Ton geachtet. Zusätzlich stechen die Filme durch ihre aufwendige Nachbearbeitung hervor. In diesem Projekt wurde der motivierende Effekt der Medienarbeit genutzt, um autonomes Lernen und Lehren anzustoßen. Die Gestaltung der Präsentation ist erstklassig, der Einsatz von Licht und die Darstellung zeugen von „Arte“-Qualität. Ein ästhetisch hervorragendes Projekt, das sich mit einem komplexen und schweren Thema befasst. Dieses Video ist ein Aushängeschild für die ausgezeichnete Medienarbeit in der Schule.


Sonderpreis des Hessischen Kultusministeriums mit Unterstützung der Hessischen Medienzentren: „Smart, mobil und kreativ – neue digital gestützte Lernformen im Unterricht“

Kreisrealschule in Bad Orb mit der „Tablet-Projektklasse“

Projektleitung: Richard Stilgenbauer

In der Projektklasse wurden Tablets zur positiven Ergänzung des Unterrichts genutzt. Seit 2012 besuchen die Lehrkräfte immer wieder Fortbildungen, um sich auf eine erfolgreiche Implementierung von Tablets in den Unterricht vorzubereiten. Gemeinsam mit den Eltern wurde ein Finanzplan erstellt, um für jeden Schüler ein Tablet anzuschaffen. Die Schüler erstellen Lernvideos, die Geräte kommen bei individuellen Aufgabenstellungen im Unterricht zum Einsatz oder werden zur Kommunikation in der Klasse genutzt. Die Tablets sollen den Unterricht sinnvoll ergänzen, keinesfalls ersetzen. Ein umfassendes, nachhaltiges Konzept für Medienbildung und Lernen mit Medien in der Realschule. Dieses Projekt zeigt, wie sich die gesamte Schulgemeinde (Lehrerschaft, Schülerschaft und Eltern) für die medienpädagogische Arbeit an der Schule einsetzen. Der Motivationsgrad der Schule ist bemerkenswert und das selbst erstellte Konzept inhaltlich fundiert, pädagogisch sinnvoll gestaltet und nachahmungsfähig. Ein tolles Projekt!

MediaSurfer 2016

Preisträger

Nominierte

Jury