MedienKompetenzPreis Hessen 2018

Die Preisträger

Kategorie 1 (Altersgruppe bis 6 Jahre)

1. Preis
Internationale Kita Galluspark in Kooperation mit dem Gallus Zentrum, Frankfurt am Main
mit dem Projekt "Der Ritter und die Aliens"

Projektleitung: Anna Tadiotto

Das sagt die Jury:

„Acht Mädchen und Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren der KiTa haben innerhalb weniger Tage den Trickfilm „Die Ritter und die Aliens“ erarbeitet. Sehr eigenständig konnten die Kinder das Thema des Films festlegen und über die darin vorkommenden Figuren entscheiden. Sie haben sich die Geschichte selbstständig ausgedacht und über das Drehbuch gesprochen. Anschließend malten und bastelten die Kinder Hintergrundbilder, Akteure und Requisiten für den Film und filmten mit Unterstützung die einzelnen Szenen. Filmarbeit wurde hier vom ersten bis zum letzten Schritt gelernt. Die Geschichte wurde mit einfachen Mitteln und viel Liebe zum Detail sehr kreativ umgesetzt. Herausgekommen ist ein spannender Film, der die Perspektive der kleinen Filmemacher mit all ihren originellen Ideen und Fantasien wiedergibt. Man spürt den Spaß, den die Kinder in dem Projekt hatten. Dieses Projekt und auch die langjährige Arbeit der Kita zeigen, wie Medienkompetenz im Vorschulbereich vermittelt werden kann. Diese kontinuierliche Medienarbeit zeugt von einem besonderen Engagement.“


2. Preis
Der Kinderladen, Frankfurt am Main mit dem Projekt "Kinderladen DVD"

Projektleitung: Sascha Poppitz, Peter Kaiser

Das sagt die Jury:

„Die vier- bis sechsjährigen Kinder des Kinderladens erstellten im Laufe einer Woche mehrere Trickfilme. Die Themen wurden von den Kindern frei gewählt. Anlass des Projektes war die Mediennutzung der Kinder, die häufig Thema im Kinderladen war. Das in drei Phasen aufgeteilte Projekt umfasst die Entwicklung der Geschichten, das Auswählen und Malen der Motive sowie die eigentliche Produktion der kleinen Trickfilme. Die Kita hat sich mit ihrem ersten Medienprojekt an ein neues Thema herangetraut und zeigt, wie man mit einfachen Mitteln in der Kita medienpädagogisch arbeiten kann. Jedes Kind durfte hier sein eigenes kleines Projekt erstellen und sich mit den Medien kreativ ausprobieren. Die Jury findet, dass dieser spielerische Umgang mit Medien für den Einstieg in die Medienarbeit besonders gut geeignet ist. Gerade das Anknüpfen an die realen Medienerlebnisse und deren Reflexion überzeugen bei diesem Projekt. Tolle Arbeit!“


3. Preis
Kindertagesstätte Kinderhaus Alter-Wetzlarer-Weg, Gießen mit dem Projekt "Bienen"

Projektleitung: Gabriele Frank-Kucera, Elif Ekinci

Das sagt die Jury:

„In dem Projekt haben sich 23 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sehr intensiv mit Bienen beschäftigt und einen Film darüber gedreht. Die Idee für den Film kam von den Kindern, sie waren auch in die verschiedenen Schritte der Produktion des Trickfilms und des Realfilms eingebunden. Die Kinder wurden entsprechend ihrer Neigungen, Interessen und Fähigkeiten am Projekt beteiligt. Besonders hervorzuheben ist der sehr umfangreiche Ansatz des Projektes und die kindgerechte Umsetzung. Toll ist auch das gute Verhältnis von Themenwahl und Medien. Die Jury findet, dass das medienpädagogische Projekt sehr vielschichtig ist und zur Nachahmung anregt. Es zeigt, wie Kinder die sie interessierenden Themen medial mit viel Spaß und Engagement umsetzen können und wie die Medien ganz spielerisch in die bestehenden pädagogischen Konzepte integriert werden können.“


Kategorie 2 (Altersgruppe bis 10 Jahre)

1. Preis
Erich-Kästner-Schule, Darmstadt mit dem Projekt "Einführung in die Trickfilmarbeit/Projektwoche, Marienkäfer und Weihnachtsfilm F4"

Projektleitung: Susanne Wiesner-Schanz, Julia Braun

Das sagt die Jury:

„Bei diesem Medienprojekt sind Vielseitigkeit, Intensität und die Zahl der beteiligten Kinder besonders beeindruckend. In der Trickfilmprojektwoche setzten sich 50 Kinder filmisch kreativ mit Gefühlen und Stimmungen auseinander. Daraus entstand die Idee, weitere Trickfilmprojekte im Unterricht der Flexklasse mit den Schwerpunkten „Marienkäfer“ und Weihnachtslied „Es schneit, es schneit…“ durchzuführen.  In allen drei Teilprojekten hatten die Kinder viel Gestaltungsraum und konnten sich die Geschichten eigenständig ausdenken sowie alle Schritte bei der Entstehung des Trickfilms selbst durchführen. Eine großartige Projektkonzeption, die durch ihre altersgerechte und vielseitige Umsetzung im Grundschulalltag überzeugt. Aus unserer Sicht ein hervorragendes Medienprojekt, das zeigt, dass eine Projektwoche einen Anstoß geben kann, mit Medien kreativ im Unterricht zu arbeiten. Zugleich ist das Ergebnis detailreich und mit dramaturgischer Spannung gespickt. Die Kinder und ihre Ideen stehen im Fokus – einfach toll und nachahmenswert, sagt die Jury!“


2. Preis
Grundschule Innenstadt, Rüsselsheim mit dem Projekt "Von den Buchstaben, die auszogen, um ein Filmstar zu werden"

Projektleitung: Julia Kissner, Anette Stock, Marja Wechterstein

Das sagt die Jury:

„In einer viermonatigen, offenen Filmwerkstatt gestalteten 35 Erstklässler am Tablet mit einer Stop-Motion App eine Trickfilm-Buchstabengeschichte. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich in Teams intensiv und kreativ mit den Projektinhalten, denn für jeden Buchstaben des Alphabets wurde ein eigener Clip entwickelt. Auf diese Weise wird eine Begeisterung für die Medien bei den Kindern ausgelöst und gleichzeitig die Sprachkompetenz gefördert. Außerdem wurde der Peer-to-Peer-Ansatz integriert, da Kinder mit Erfahrung zu „Experten“ für die Parallelklasse wurden. Der Trickfilm zeichnet sich durch seine kindgerechte Machart aus und zeugt von einem nachhaltigen Konzept. Es zeigt, dass Medienarbeit auch in der ersten Klasse gelingt. Ein wirklich beeindruckendes medienpädagogisches Projekt und unbedingt nachahmenswert, sehr preiswürdig findet die Jury!“


3. Preis
Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, Großenlüder mit dem Hörspielprojekt "Der rote Regenschirm"

Projektleitung: Luise Grunewald

Das sagt die Jury:

„Im Rahmen des Deutschunterrichts zum Thema „Erzählen“ erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Grundstufenklasse in der Förderschule ein Hörspiel mit dem Titel „Der rote Regenschirm“. Auf Grundlage des gleichnamigen Bilderbuches entwickelten sie ein eigenes Erzähldrehbuch und haben gemeinschaftlich kreativ ein Hörspiel produziert – der kleine Timmy erlebt viele spannende Abenteuer. Hier wurde ein der Zielgruppe entsprechendes Medium altersgerecht erkundet, die Kinder erlernten Stimme und Sprache gezielt einzusetzen. Spracherwerb und Kompetenzerwerb mit Medien werden hervorragend zusammengeführt und es wird mit einfachen Mitteln gezeigt, was Sprache kann. Der partizipative und inklusive Ansatz des Medienprojektes ist in der Umsetzung besonders gelungen, es zeigt beispielhaft den möglichen Einsatz von Medien in Förderschulen. Das Konzept zeugt von einer großartigen Methodik und ist daher preiswürdig.“


Kategorie 3 (Altersgruppe bis 15 Jahre)

1. Preis
Rabanus-Maurus-Schule, Fulda mit dem Projekt "Snapchat, Insta, Youtube und Co. - Puffi Duffis Handbuch für kleine Influencer"

Projektleitung: Christoph Röder

Das sagt die Jury:

„Die Schülerinnen und Schüler der Rabanus-Maurus-Schule haben sich im Deutschunterricht kritisch mit dem Thema Influencer auseinandergesetzt. Dabei ist ein Film entstanden, der auf amüsante Art und Weise Tipps zum Umgang mit den sozialen Netzwerken vermittelt. Hier passiert für die Medienpädagogik etwas ganz Wichtiges: Medien werden nicht nur als technisches Instrument verstanden, sondern es erfolgt auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Medienwelt. Der Berufswunsch Influencer ist bei Jugendlichen ein großes Thema und wird hier mit viel Charme und Hintergrundwissen aufbereitet, gleichzeitig wird auch der eigene Medienkonsum der Jugendlichen analysiert und hinterfragt. Ich kann nur eins sagen: Wirklich exzellent, wie aus jugendlichen Konsumenten Produzenten wurden. Die Jugendlichen haben die Fassade der Faszination Influencer durchschaut! So funktioniert kritische-reflektierte Mediennutzung! Glückwunsch und ein riesiger Applaus dafür!“


1. Preis
Henry-Benrath-Schule, Friedberg mit dem Projekt "Radio Henry"

Projektleitung: Moni Redling, Paul Schneider

Das sagt die Jury:

„Radio in der Schule – ein Unterfangen, dass viel harte Arbeit, Zeit und Fleiß kostet. Wenn das jemand weiß, dann die Schülerinnen und Schüler der Henry-Benrath-Schule. Die Jugendlichen haben es geschafft, wöchentlich eine Sendung für die Schulgemeinde zu produzieren. Moderne Sprache, hervorragende Dramaturgie und inhaltlicher Witz zeichnen die Radiosendung aus. „Erfrischend jung und ambitioniert“, sagt die Jury, aber so ein Produkt zeigt noch mehr. Denn hinter so einem brillanten Produkt steht ein entsprechender medienpädagogischer Prozess. Dabei ist der Einsatz der Jugendlichen deutlich spürbar. Durch Kontinuität wurde hier ein Radio von Jugendlichen für Jugendliche geschaffen. Die Herstellung von festen Strukturen und etablierten Medienangeboten in der Schule leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz. Wirklich hervorstechend!“


2. Preis
Eleonorenschule Darmstadt mit dem Projekt "AG Medienbildung: Der Wettbewerb"

Projektleitung: Jan Rathje

Das sagt die Jury:

„Die Schülerinnen und Schüler der AG Medienbildung haben über drei Monate an ihrem Film gearbeitet. Im Mittelpunkt dabei standen die Fragen: „Was will die Jury, wie kann man Medienmacher, Medienpraktiker und Pädagogen überzeugen?“. Ganz einfach dachten sich die Jugendlichen, wir zeigen all unsere erworbenen medienpraktischen Kenntnisse in einem Film. Wie sie sehen, das hat geklappt! Die Jury findet dieses Projekt hervorragend, denn es zeigt die vielfältigen Möglichkeiten, Medien kreativ zu nutzen und die eigene Mediennutzung zu reflektieren. Besonders positiv zu bewerten ist die intensive rechtliche Auseinandersetzung mit dem Recht am eigenen Bild, Urheberrechte in vielfältigen Formen (Musik, Video und Gaming) und auch Einverständniserklärungen wurde von den Jugendlichen thematisiert. Die Jury musste an der ein oder anderen Stelle etwas schmunzeln und ich kann sagen, dass hier wirklich ausgezeichnete Medienarbeit geleistet wird. Themen und Techniken der Medienwelt verstehen – das ist ein Ansatz, der preiswürdig ist.“


Kategorie 4 (Altersgruppe bis 18 Jahre)

1. Preis
Jugend- und Kulturzentrum Höchst, Frankfurt am Main mit dem Projekt "Blick durch die Linse - inklusives Videoprojekt"

Projektleitung: Jens Faul, Gerrit Sternsdorff

„Das inklusive Videoprojekt fand an fünf Tagen mit fünf Jugendlichen statt. Gemeinschaftlich wurde ein Kriminalfall entwickelt und filmisch umgesetzt. Die Jugendlichen erarbeiteten das Drehkonzept und waren vor und hinter der Kamera aktiv. Auch bei der Vertonung der einzelnen Szenen sowie beim Schneiden des Films waren die Teilnehmer aktiv gefordert. Die Produktion des Krimis zeigt eine großartige Möglichkeit, die Medien in der außerschulischen Jugendarbeit kreativ einzubinden. Die filmische Umsetzung ist erstklassig, die Geschichte wird mit Witz erzählt, die vielen Spielorte beeindrucken ebenso wie die schauspielerische Leistung. Der partizipative und inklusive Ansatz des Medienprojektes ist besonders hervorzuheben. Jeder der Teilnehmer war ein aktiver Teil des Teams und wichtiges „Rädchen“ im Entstehungsprozess des Films. Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für ein inklusives Medienprojekt in der außerschulischen Jugendarbeit. Einfach erstklassig!“


2. Preis
Marienschule, Fulda mit dem Projekt "Wir helfen digital - Erklärfilme für unsere Medienscouts"

Projektleitung: Peter Bach

„Bei dem Medienprojekt helfen Schüler Schülern. Der Informatikkurs der Schule produzierte Erklärvideos, die von der Medien-AG der Schule genutzt werden können, um die medienbezogene Aufklärungsarbeit in den jüngeren Jahrgangsstufen zu verbessern. Wenn das keine Win-Win-Situation ist! Die Erklärfilme behandeln wichtige Medienthemen, wie Datenschutz, Cybermobbing und Filterblasen und die Jugendlichen zeigen damit, dass sie nicht nur technische, sondern auch inhaltliche Kompetenzen erworben haben. Die filmische Umsetzung ist authentisch und die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur die Mediengestaltung verantwortungsvoll umgesetzt, sondern auch sämtliche rechtliche, technische, gesellschaftliche und ökonomische Aspekte mitgedacht. Die Ideen der Jugendlichen sind kreativ und künstlerisch umgesetzt. Insgesamt ein hervorragendes schulisches Projekt, das fächerübergreifend ein gemeinsames Ziel verfolgt: Die Vermittlung von Medienkompetenz. Insgesamt sehr preiswürdig!“


3. Preis
Haus der Jugend, Hofheim mit dem Projekt "Jugendradio Hofheim United FM"

Projektleitung: Carmen Weber

United FM ist ein außerschulisches Radioprojekt von Jugendlichen für Jugendliche. Die bunte Gruppe aus vielen Stadtteilen produzierte eigenständig Radiobeiträge und ging damit mehrmals im Jahr bei dem NKL Radio X live auf Sendung. Die Auswahl der Themen und die Gestaltung der Beiträge liegt ganz in der Verantwortung der Jugendlichen. Und das spürt man: Die Jugendlichen stehen voll hinter ihrem Projekt und sind mit viel Spaß und hohem Engagement bei der Sache. Bei diesem außerschulischen Radioprojekt lernen die Jugendlichen, Medien kritisch zu bewerten, sie lernen auditive Medien kreativ zu gestalten und sie erhalten einen praktischen Einblick in das journalistische Arbeiten. Zusammengefasst: Die Jugendlichen lernen im Projekt elementare Bausteine der Radioarbeit kennen. Jugendarbeit und Medienarbeit Hand in Hand, dieses Projekt zeigt die vielfältigen Möglichkeiten der Medien. Ein gelungenes medienpädagogisches Projekt, welches auch auf dem großen Engagement der Jugendlichen fußt.“


Sonderpreis des Hessischen Kultusministeriums: „Pi mal Tablet - Medieneinsatz im Fachunterricht“

Theo-Koch-Schule, Grünberg mit dem Projekt "Projektunterricht Bio/GL - Weltweite Infektionskrankheiten - Ein Wiki"

Projektleitung: Christian Zeuch, Marc Almon

Das sagt die Jury:

„Die Schülerinnen und Schüler der Theo-Koch-Schule nutzen im Projektunterricht eine WIKI-Plattform zur Erarbeitung von Inhalten und zur Visualisierung ihrer Ergebnisse zum Thema weltweite Infektionskrankheiten. Das Wiki wurde ausgewählt, da die Schülerinnen und Schüler WIKIS oft als Recherchequelle nutzen. Durch das Projekt wurden die Schülerinnen und Schüler von Nutzern zu eigenen Produzenten von Wiki-Beiträgen. Besonders herausragend ist, dass die Schule dazu ein neues fächerverbindendes Projektkonzept entwickelt und dieses durch ein medienpädagogisches Konzept erweitert hat. Dabei stehen Kollaboration und auch die Sensibilisierung für Urheberrechtsfrage im Fokus. Dieses Projekt zeigt, wie Medienbildung und Fachinhalte auf vorbildhafte Art und Weise zusammengebracht werden können. Der konzeptionelle rote Faden macht sich bezahlt, dieses Projekt ist inhaltlich und pädagogisch nachahmenswert. Einfach hervorragend.“