Medienbewusst schulische Zukunft gestalten

INFO-NACHMITTAG für Lehrkräfte am 01.03.2017 im MOK Gießen

Der heutige Alltag junger Menschen wird maßgeblich von internetfähigen ‚Handhelds‘ wie Smartphones oder Tablets bestimmt. Ihre Nutzung birgt Chancen, aber auch Gefahren. Schlagworte wie Mobbing, Sexting, Bashing und Happy Slapping hören sich harmlos an. Ihre Auswirkungen können aber durchaus bedrohlich sein. Lehrkräfte, Eltern und die Betroffenen selbst tun sich oft schwer, diesem Phänomen kompetent zu begegnen. Die Konsequenzen sind mitunter dramatisch. Hilfe ist nötig!

Hier greifen die gebührenfreien medienpädagogischen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten des Medienprojektzentrums Offener Kanal Gießen (MOK) in Form von Workshops, Unterrichtseinheiten,  Projekttagen und Projektwochen. Wie und in welcher Form Lehrer/innen, Schüler/innen  und Eltern unsere Angebote in der Vergangenheit nutzten und welche Möglichkeiten Ihnen in Zukunft offen stehen, darüber möchten wir Sie gerne informieren:

Herzlich laden wir Sie zu unserer Informationsveranstaltung zum Austausch und Netzwerken ein.

 

MEDIENBEWUSST SCHULISCHE ZUKUNFT GESTALTEN

Mittwoch, 01. März 2017 / 16:00 Uhr

Medienprojektzentrum Offener Kanal Gießen - Unterer Hardthof 19 - 35398 Gießen

 

Um gut planen zu können, bitten wir um Ihre freundliche Rückmeldung via Mail unter info(at)mok-giessen(dot)de oder auch telefonisch unter 0641-9605007 während unserer Öffnungszeiten.

 

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"Götterdämmerung"

Sie sind 16 und 15 Jahre jung, gehen beide in die 9. Klasse der Liebigschule in Gießen und machen beide gerade ein 14-tägiges Praktikum im MOK Gießen: Mika Rau und Louis Battenfeld.  Eigentlich bietet das MOK Gießen die schulischen Kurzzeitpraktika nur noch selten und in begründeten Ausnahmefällen an, denn die Nachfrage nach längerfristigen Praktika, denen Vorrang eingeräumt wird, ist einfach zu hoch.

Bei Mika und Louis wurde aber eine dieser seltenen  Ausnahme gemacht. Mika ist schließlich schon seit über 2 Jahren aktiver Nutzer des Offenen Kanals und war bereits mehrfach mit interessanten Filmproduktionen aufgefallen.  Deshalb hatten wir auch nicht nein gesagt, als er dann auch noch zusammen mit einem Kumpel zum Praktikum bei uns erschienen ist. 

Beiden brauchten wir nicht mehr viel zu erklären und es war schnell klar, dass sie die Zeit nutzen wollen, um einen neuen Film zu produzieren.  Die Idee zu dem Film „Götterdämmerung“ ist das „Ergebnis eines Gedankenexperimentes“ , wie Mika Rau die Motivation für sein neues Werk beschreibt.  Aufbauend auf der These, dass Gott den Menschen in Wirklichkeit böse gesonnen ist und eines Tages die Welt zerstört, erzählt er die Geschichte eines jungen Mädchens, das die Apokalypse überlebt.  Mehr wurde im Vorfeld jedoch nicht verraten.

Ein kleiner Übungsfilm, den die beiden in wenigen Tagen quasi „aus dem Ärmel schüttelten“  ließ jedoch bereits aufhorchen:  Spannende Bilder, gelungene Kameraführung und eine perfekte Postproduktion in Schnitt und Ton sind mehr als vielversprechend. Wir dürfen also gespannt sein.

Natürlich wollen Mika und Louis später beide einmal beruflich bei Film und Fernsehen Fuß fassen. Unsere Einschätzung: Das könnte gut klappen!

 

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KURZFILMPROJEKT STÄRKT SPRACHKOMPETENZ VON FLÜCHTLINGEN

Den Tag ihrer Ankunft in Deutschland vergessen sie nie. Drei Syrer, drei Iraker, ein Pakistani und ein Afghane. Rund ein Jahr ist ihre Flucht nun her, als sie, ohne deutsche Sprachkenntnisse, in das Land der Dichter und Denker kamen. Viel ist seither passiert. Mit Fleiß und dem festen Willen, etwas aus ihrer Zukunft zu machen, lernen sie seither in der Willy-Brandt-Schule in Gießen unter anderem die deutsche Sprache. Und sie entwickeln Zukunftsperspektiven! Im Rahmen eines medienpädagogischen Projekts mit dem Medienprojektzentrum Offener Kanal Gießen (MOK) entstanden im Zeitraum vom 2. – 7. November 2016 mehrere Kurzfilme. Sie thematisieren die Schwierigkeiten durch Sprachbarrieren und zeigen auf, welche Hürden im Erlernen einer fremden Sprache liegen.  

 

Am 11. November 2016, dem ‚Tag der offenen Tür‘ gewährt die Willy-Brandt-Schule interessierten Bürgerinnen und Bürgern Einblicke in ihre Bildungseinrichtung. Nicht nur die deutschen Schüler/innen bereiteten diesen Tag vor. Auch eine INTEA-Klasse für Geflüchtete zeigte Interesse, diesen besonderen Tag mitzugestalten. Ihre Klassenlehrerin Beate Allmenröder hatte im Vorfeld die Idee, mit den Schüler/innen Kurzfilme zum Thema ‚Sprache‘ zu produzieren. Ein vierköpfiges Team des MOK sowie Tabea Eifert (Schulsozialarbeiterin und Theaterpädagogin) unterstützten sie dabei tatkräftig. Ziel der kleinen Filme war es, einen Rollentausch zwischen Flüchtlingen und deutschen Mitbürger/innen zu vollziehen. Im Vorfeld des Medienprojekts entwickelte Eifert gemeinsam mit den Flüchtlingen passende Szenen und Geschichten. Darin avancierten sie zu Sprachexperten und erklärten deutschen Zuschauern, welche Sätze, Worte und Ausdrücke wirklich wichtig sind, wenn man erstmals in ein fremdes Land kommt. Grundlage der inhaltlichen Ausgestaltung der Filme waren vor allem die vielfältigen Erfahrungen der Flüchtlinge seit ihrer Ankunft in Deutschland. Tabea Eifert konstatiert: "Ich konnte in diesem Projekt viel Neues lernen. Nicht nur, weil ich jetzt einige Sätze auf Paschtu, Arabisch, Kurdisch und Urdu beherrsche, sondern vor allem, weil ich einen neuen, erfrischenden Zugang zu den oft problembelasteten Herkunftsgeschichten bekommen habe. Man stellt sich ja nicht alle Tage vor, welchen Satz man können muss, wenn man beispielsweise nach Syrien gehen will.“ Ein wichtiger erster Satz könnte von daher immer lauten: „Herzlich willkommen!"

 

Bis auf die Dialoge in den Spielszenen wurde übrigens während des gesamten Medienprojekts ausschließlich Deutsch gesprochen. Alle Regieanweisungen und technischen Raffinessen, die die Flüchtlinge während des Drehs erlernten, konnten schnell, präzise und mit viel Spaß umgesetzt werden. Andreas Zollenkopf, Medienpädagoge des MOK, meinte abschließend: „Die Zusammenarbeit mit den jungen Flüchtlingen war von Anfang an herzlich. Ihr Auftreten, ihr Wissensdurst und ihre positive Ausstrahlung trugen zu einem sehenswerten Gesamtergebnis bei. Neben ihrem Spracherwerb konnten die Jugendlichen am Ende vor allem nachvollziehen, wie ein Film von der Idee bis zum fertigen Sendebeitrag entsteht. Das schärft Bewusstsein sowie ein kritisches Hinterfragen von audiovisuellen Medien.“ Khalida, Feras Khader, Mustafa, Abd, Sarmad, Yusuf, Rizwan und Abdullah waren am Ende auf ihr Gesamtwerk mächtig stolz. Ihre Filme unter dem Gesamttitel ‚Sprache spielt eine Rolle‘ werden am 18.11.2016 um 18.00 Uhr im Offenen Kanal Gießen ausgestrahlt.

 

Das Medienprojektzentrum Offener Kanal Gießen ist eine Einrichtung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Mit seiner Arbeit verfolgt es zwei Ziele: Zum einen bietet es allen hessischen Bürger/innen die Möglichkeit, gebührenfrei Fernsehtechnik auszuleihen, eigenen TV-Beiträge zu produzieren und lokal in Mittelhessen über den Offenen Kanal zur Ausstrahlung zu bringen. Zum anderen fördert das MOK Gießen den präventiven Jugendmedienschutz. Vor allem Kinder und Jugendliche erhalten so die Chance, einen kompetenten und souveränen Umgang mit Medien zu erlernen.