Ferienspiele im Offenen Kanal Gießen

Wie jedes Jahr, hat sich das MOK Gießen auch in den gerade vergangenen Sommerferien als Kooperationspartner für Jugendorganisationen angeboten. Das Ziel: Unterstützung von Ferienaktionen für Kinder und Jugendliche mit Freizeitangeboten, die -ganz im Sinne des medienpädagogischen Auftrages- natürlich alle mit Medien zu hatten.

Als Partner hatte das MOK Gießen diesmal die Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen e.V. sowie die Jugendpflege der Stadt Gießen im Boot. Insgesamt wurden rund 60 Kinder im Alter zwischen 10 und 13 Jahren im MOK Gießen mit sinnvollen und lehrreichen Workshops betreut.

Der „Renner“ war diesmal die App  „Comic life“, mit der sich leicht professionell wirkende Comics erstellen lassen und die den Kindern ermöglichte, selbst ausgedachte Geschichten wirkungsvoll in Szene zu setzen. Die Handhabung ist denkbar einfach, denn die App gibt alle Optionen fast selbsterklärend vor. Von den Kindern mit dem iPad selbst aufgenommene Bilder und Spielszenen können ganz leicht comicgerecht verfremdet und dann in verschiedenste Seitenlayouts eingefügt werden. Die Ergebnisse sind immer wieder beeindruckend und gelingen ohne besondere Vorkenntnisse selbst jüngeren Teilnehmenden.

Quasi nebenbei stärkt die Arbeit mit „Comic life“ konzeptionelle Fähigkeiten, Ausdrucksvermögen und Kreativität der Kinder. Die Analyse der fertigen Comics durch die Gruppe schärft das Urteilsvermögen für Bildsprache und Story-Telling und schlägt so die Brücke zu einem kritischen Umgang mit Medieninhalten, denen die Kinder ja auch im „richtigen Leben“ ausgesetzt sind.

Ein zweites Workshop-Angebot des MOK Gießen richtete sich an junge Youtube –Nutzer: „Dein Clip auf Youtube – jetzt in richtig gut“ soll Kindern und Jugendlichen einen kritischen UND selbstkritischen Umgang mit der Videoplattform ermöglichen. Zentrale Frage war, was die jungen User an Youtube gut finden, welche Inhalte sie wie oft und wie lange konsumieren und ob und was sie selbst schon auf Youtube veröffentlicht haben. Schließlich wird oft genug einfach nur mit der  Handy-Cam „draufgehalten“ und fertig ist das „Video“. Kein Wunder, wenn so etwas dann kaum Beachtung findet und wenig Likes bekommt. Ein Clip ohne Konzept, ohne Drehbuch, ohne Spannungsbogen und ohne Berücksichtigung elementarerer Regeln zur Bildsprache und -gestaltung ist zwar auch ein Video, aber deshalb noch lange kein Film. Dass es mit relativ einfachen Mitteln und etwas mehr Engagement besser geht, wurde in den Workshops gezeigt und in praktischen Übungen vertieft.

Ferien sollen natürlich Spaß machen. Deshalb waren die Workshops nicht auf schulmäßiges Pauken ausgelegt, sondern auf das spielerische Erleben  und die ergebnisoffene Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen. Gelernt haben die Teilnehmenden trotzdem -oder gerade deshalb- eine ganze Menge.