Verstärktes Engagement in der Medienbildung - Versammlung der Medienanstalt Hessen beschließt Aktivitäten im Bereich Medienkompetenz für 2023

Die Medienanstalt Hessen engagiert sich in vielerlei Hinsicht in Sachen Medienbildung und steht seit über 20 Jahren für nachhaltige Medienkompetenzvermittlung. Im Fokus der medienpädagogischen Arbeit stehen sowohl Kinder und Jugendliche als auch Eltern und pädagogische Fachkräfte. Dabei wird das Ziel der Vermittlung medialer Kompetenzen sowie der Förderung des Medienverständnisses verfolgt. „Medienkompetenz ist über ihre besondere Bedeutung für den Jugendmedienschutz hinaus längst zu einer Schlüsselqualifikation geworden für die Teilhabe an einer von Medien durchdrungenen Gesellschaft. Mit unseren vielseitigen Projekten wollen wir alle Beteiligten dazu befähigen, sich in der Medienlandschaft sicher zu bewegen und sie gleichermaßen für eine verantwortungsbewusste und reflektierte Nutzung sensibilisieren“, erklärt Prof. Dr. Murad Erdemir, designierter Direktor der Medienanstalt Hessen.

So befürwortete die Versammlung in ihrer Sitzung vom 7. November 2022 die Aktivitäten für 2023 in diesem Bereich. Bewährte Initiativen und Projekte werden weitergeführt und viele Projekte in Zusammenarbeit mit den vier Medienprojektzentren Offener Kanal (MOK) in Kassel, Gießen, Fulda und Rhein-Main hessenweit umgesetzt. 

Praxisprojekte in Kindertagesstätten

Bereits im Bereich der frühkindlichen Bildung kann durch erste spielerische und kreative Übungen die Auseinandersetzung mit dem eigenen Mediennutzungsverhalten angeregt sowie medienpädagogische Inhalte vermittelt werden. Daher stellt die medienpädagogische Arbeit in Kitas und die Fortbildung von pädagogischen Fachkräften einen wichtigen Arbeitsbereich der Medienanstalt Hessen dar. „Frühzeitige Prävention ist hier das Stichwort, denn auch die Jüngsten unter uns stehen täglich in Kontakt mit den Medien. Dafür bieten wir ein umfangreiches Portfolio an Angeboten, um einen adäquaten Einstieg in die Nutzung der Medien sowie einen sicheren Umgang mit diesen zu gewährleisten“, betont Jörg Steinbach, Vorsitzender der Versammlung der Medienanstalt Hessen. Ein beispielhaftes Projekt ist „Ene, mene, Medien“, bei dem die medienpädagogischen und technischen Fähigkeiten der Erziehenden geschult, die medialen Kompetenzen der Kinder intensiv gefördert sowie die Eltern in Sachen Medienerziehung unterstützt werden. 

Präventive Arbeit in Schulen

Die Schulprojekte der Medienanstalt Hessen haben sich zu einer festen Marke in der medienpädagogischen Landschaft in Hessen etabliert und finden zu einem Großteil in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium (HKM) statt. Dazu gehört unter anderem die „Internet-ABC-Schule“, zu der sich auch künftig Grundschulen und Förderschulen qualifizieren können. So wurden seit Beginn des Projekts im Jahr 2013 bereits über 900 Projektsiegel „Internet-ABC-Schule“ an jene Schulen verliehen, die die Internetkompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte fördern. Bei der medienpädagogischen Projektarbeit in weiterführenden Schulen werden im Lehrplan festgeschriebene Kompetenzbereiche mit medienpädagogischen Themenfeldern abgedeckt. „Clever digital! – Veränderung der Kommunikationskultur durch Social Media“ ist hier ein beispielhaftes Kooperationsprojekt mit dem HKM, bei dem das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen (MuK) Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte eine sinnvolle und kreative Mediennutzung und Minimierung möglicher Risiken im Umgang mit den sozialen Medien beibringt. „Mit diesen Projekten verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Denn grundsätzlich werden nicht nur Kinder und Lehrkräfte durch regionale Fortbildungen und speziell entwickelte Materialien medienfit gemacht, auch Eltern werden aktiv mit einbezogen und intensiv informiert“, so Jörg Steinbach.

Außerschulische Arbeit für Kinder, Jugendliche und Eltern

„Die Elternarbeit stellt eine entscheidende Säule in der Medienkompetenzvermittlung dar, denn Medienerziehung ist eine wichtige Aufgabe der Eltern, bei der es oftmals noch Unterstützung bedarf. Wir begleiten Eltern mit unseren Angeboten und stehen bei den vielen Herausforderungen beratend zur Seite“, erklärt Jörg Steinbach. Das Angebot „Digitaler Familientalk – Medienwelten in der Familie“ ist eine Veranstaltungsreihe der Medienanstalt Hessen in Kooperation mit dem MuK Hessen und dem Blickwechsel e.V., die entwickelt wurde, um den medialen Informationsbedürfnissen der Eltern und Erziehenden gerecht zu werden. Dabei werden Medienfragen beantwortet, aktuelle Themen aufgearbeitet, aber auch mit den Eltern in den Dialog und Austausch getreten.

Die Versammlung setzt sich aus 30 Repräsentanten gesellschaftlich relevanter Gruppen zusammen, deren Mitglieder ehrenamtlich tätig sind und die Interessen der Allgemeinheit auf dem vielfältigen Arbeitsgebiet der Medienanstalt Hessen vertreten.

 

Kontakt bei Rückfragen: Tanita Blumenauer, Tel.: 0561 93586-21, presse(at)lpr-hessen(dot)de

 


Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien – kurz: Medienanstalt Hessen – mit Sitz in Kassel kümmert sich um die Medien in Hessen und um alle Menschen, die Medien nutzen. Zu den Aufgaben der Medienanstalt Hessen gehören die Lizenzierung von Radio- und Fernsehveranstaltern, die Aufsicht über Rundfunk- und Telemedienangebote sowie der Betrieb von vier Medienprojektzentren Offener Kanal. Durch eine Vielzahl von medienpraktischen Projekten fördert die Medienanstalt Hessen die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen wie auch Erziehern und Pädagogen. Die Medienanstalt unterstützt außerdem Nichtkommerzielle Lokalradios, fördert die Kommunikationsinfrastruktur und ist für den Medienstandort Hessen aktiv.