Ab Montag neues Radio in Frankfurt

Das nichtkommerzielle Lokalradio Radio X-Mix geht am Montag, 22. September 1997 um 10.00 Uhr auf Sendung. Das Programm ist auf der UKW-Frequenz 97,1 MHz und im Kabel über 99,85 MHz zu empfangen.

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen), Kassel, hatte Radio X-Mix im April 1997 die Zulassung für ein nichtkommerzielles Lokalradioprogramm erteilt. Die Anbietergemeinschaft von Radio X-Mix setzt sich aus mehr als 70 unterschiedlichen Interessengemeinschaften zusammen, die sich aktiv an der Programmgestaltung beteiligen. Angeboten wird ein täglich 13- bis 17-stündiges Programm mit Sendungen, die über lokale Ereignisse informieren und Raum für Themen geben, die in anderen Medien wenig Beachtung finden.

Die LPR Hessen kann seit Herbst 1994 im Interesse der Meinungsvielfalt nichtkommerziellen lokalen Hörfunk (NKL) zu lassen. Dabei sieht das Hessische Privatrundfunkgesetz die Zulassung nichtkommerzieller Lokalradios in bis zu acht Verbreitungsgebieten vor. Nachdem inzwischen Lokalradioinitiativen in Darmstadt, Eschwege, Kassel, Marburg und Rüsselsheim/ Wiesbaden auf Sendung sind, ist das Frankfurter Lokalradio das sechste Radio, das an den Start geht.

Auf die für nichtkommerziellen lokalen Hörfunk in Frankfurt ausgeschriebene Frequenz hatte sich neben Radio X- Mix auch der Dachverband Freier Radios beworben. Da nur eine Initiative zugelassen werden konnte und eine Einigung zwischen beiden Bewerbern nicht zustande kam, mußte die LPR Hessen eine Auswahlentscheidung treffen. Ausschlaggebend für die Zulassung von Radio X-Mix waren insbesondere Struktur und kulturelle Programmangebote, die eine wirksame publizistische Ergänzung der derzeitigen Frankfurter Radiolandschaft versprechen. Gegen die Entscheidung hat der Dachverband bei der LPR Hessen Widerspruch eingelegt. Wegen der daraufhin von der LPR Hessen angeordneten sofortigen Vollziehung des Zulassungsbescheides hat der Dachverband zwischenzeitlich das Verwaltungsgericht Frankfurt angerufen, das in der Sache noch nicht entschieden hat.
Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen, erhofft sich durch die neuen Lokalradios eine Bereicherung der hessischen Radiolandschaft: "Nichtkommerzieller lokaler Hörfunk ist ein wichtiges zusätzliches Forum der Auseinandersetzung. Es kann die lokale Medienlandschaft erweitern und damit der lokalen Kommunikation dienen. Ich freue mich, daß zukünftig auch den Bürgern aus dem Ballungszentrum Frankfurt diese neue Radioform zur Verfügung steht."