Der Offene Kanal Kassel und seine Zuschauer

- unter diesem Titel hat die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) die Ergebnisse einer Rezeptionsstudie veröffentlicht. Die Analyse bescheinigt dem Offenen Kanal Kassel und der Nutzerschaft eine sehr erfolgreiche Arbeit und widerlegt die nach wie vor publizierte These, Offene Kanäle hätten kaum Zuschauer.

Der Offene Kanal Kassel ist in seinem Verbreitungsgebiet "bekannt wie ein bunter Hund". Mehr als 90 % der Menschen in den verkabelten Haushalten kennen den Bürgersender; dies belegt die repräsentative Befragung. Die überwiegende Mehrheit von ihnen (84 %) hat den OK auch schon eingeschaltet: Fast ein Viertel (24 %) sind "Vielseher", mehr als zwei Drittel (37 %) sind "Durchschnittseher" und 40 % sind "Wenigseher". Einen "typischen OK-Zuschauer" gibt es nicht: Die Zuschauerschaft ist breit gestreut und unabhängig von Alters-, Bildungs-, Berufs- und Geschlechtstypologien zu sehen.

Der Offene Kanal nimmt in der Kasseler Medienlandschaft einen festen Platz ein: Die befragten Zuschauer schätzen ihn als lokales Medium, dem zunächst Attribute wie "aus Kassel für Kassel" und "von Menschen wie du und ich" zugeordnet werden. Sie bewerten ihn als Bereicherung der lokalen Medienlandschaft und heben in diesem Zusammenhang als positiv hervor, dass er "offen für alle" ist, das "tägliche Leben" zeigt, "zusätzliche lokale Informationen" bietet und "jeder seine Meinung sagen kann".

Mit der Veröffentlichung der Untersuchung verbindet die LPR Hessen den Wunsch an den hessischen Gesetzgeber, die Einrichtung weiterer Offener Kanäle zu ermöglichen. Denn: Der gesellschaftliche Nutzen dieser "Lokalstationen" ist unbestreitbar!

 
Angelika Jaenicke, Michael Fingerling: Der Offene Kanal Kassel. Eine Studie zur Rezeption. Schriftenreihe der LPR Hessen, Band 7, KoPäd Verlag, München, Mai 1999. 316 Seiten, 30 DM ISBN 3-929061-77-5.