Die Zukunft des Radios ist digita

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) lud gestern die Anbieter innerhalb des hessischen Modellversuches mit digitalem Radio zu einem Informationsgespräch in Frankfurt. Zum Thema "Internationaler Stand des digital radio" referierten Michael McEwen, Präsident des WorldDAB Forum und Tom Livock, Head of manufactures liasion bei BBC digital radio (DAB: Digital Audio Broadcasting).

Als "notwendige Revolution" bezeichnete Michael McEwen das digital radio. Im Informationszeitalter wolle man nicht mehr einfach nur Radio hören. Vielmehr wollten die Hörer zukünftig eine Vielzahl von Programmen bzw. Informationen empfangen: von einfachen Textnachrichten, programmbegleitenden Daten und sonstigen Datenanwendungen bis hin zu umfassenden Multimediaangeboten mit Interaktivität. Diesen Zusatznutzen zu dem "Kerndienst" Hörfunk ermögliche allein das digitale Radio.

McEwen betonte die internationale Bedeutung von DAB: Mehr als 20 Staaten in Europa, Asien und Nordamerika hätten sich für diesen Standard entschieden. Bereits in 1995 begann in Schweden und Großbritannien der Regelbetrieb. Auch in Frankreich und Kanada habe man bereits mit der Umstellung von UKW auf DAB begonnen. In Europa könnten heute bereits mehr als 150 Mio. Menschen digital radio-Programme empfangen.

Tom Livock von der BBC in London berichtete, dass alle BBC-Programme in Großbritannien auch auf digital radio gehört werden könnten. Die BBC biete hier einen dynamischen Radiotext, der zusätzliche Informationen wie z. B. den Namen des Hörspiels und den Autor, Informationen über den gerade zu hörenden Song, Nachrichten und Sportergebnisse liefere. Daneben seien zwei neue Programme auf Sendung, die nur über digital radio zu empfangen wären. Die BBC halte digital radio DAB für den Hörfunkstandard der Zukunft und engagiere sich entsprechend stark.

Digital radio ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. In mehreren Bundesländern sind die Pilotprojekte schon in den Regelbetrieb überführt worden.
"Auf der Grundlage der im DAB-Modellversuch im Rhein-Main-Gebiet gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse sollte DAB auch in Hessen baldmöglichst in den Regelbetrieb gehen", sagte Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen. "Dabei verspricht nur ein mit den Nachbarländern Hessens und unter den beteiligten Programmanbietern, Endgeräteherstellern und der Sendetechnik abgestimmtes Vorgehen eine erfolgreiche Markteinführung."