Entscheidung über Kabeleinspeisung von digitalem Fernsehen vertagt

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer gestrigen Sitzung in Kassel die Frage der vesuchsweisen Einspeisung digitaler Programme in die hessischen Kabelnetze beraten. Sie hat zunächst beschlossen, das ursprünglich bis Ende 1997 befristete hessische Pilotprojekt mit digitalem Fernsehen (DVB – Digital Video Broadcasting) grundsätzlich bis Ende 1999 zu ermöglichen. Angesichts der politisch kontrovers diskutierten Einführung von DVB in Hessen hielt die Mehrheit der Versammlung erneute Beratungen für erforderlich. Daher soll die endgültige Entscheidung über die versuchsweise Einspeisung der digitalen Programme im Rahmen des Versuches in der nächsten Sitzung der Versammlung im Februar getroffen werden.

LPR Hessen beschließt Verlängerung digitaler Pilotversuche DAB und DMB

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, den Pilotversuch zur Übertragung von Digitalem Radio (DAB – Digital Audio Broadcasting) bis längstens Ende 1998 fortzuführen. Ebenfalls bis Ende 1998 verlängert wird der Pilotversuch zur Übertragung digitaler Fernsehsignale in Neigetechnikzügen zwischen Frankfurt und Saarbrücken (DMB– Digital Multimedia Broadcasting).

DAB ist eine neue digitale Übertragungstechnik, die insbesondere für den mobilen Empfang ausgelegt ist. Mit DAB können mehrere Hörfunkprogramme in CD-Qualität übertragen werden. Daneben sind zusätzliche Datendienste übertragbar. Das DAB-Pilotprojekt umfaßt das Rhein-Main-Gebiet und Teile Südhessens mit den Städten Bensheim, Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und den Raum Wiesbaden.

Wer an dem DAB-Pilotprojekt teilnehmen möchte, kann die entsprechenden Empfangsgeräte zum Preis von 598 DM bzw. 748 DM erhalten. Die Geräte sind zu beziehen über das DAB-Projektbüro unter der Telefonnummer (0 69) 90 93 – 20 13.

Bei dem Pilotprojekt DMB (Digital Multimedia Broadcasting) wird die digitale terrestrische Bewegtbildübertragung erprobt: Ein Fernsehbild wird in fahrende Züge entlang der Bahnstrecke Frankfurt/Saarbrücken übertragen.

 
Satzung über Kanalbelegung in hessischen Kabelanlagen geändert

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer gestrigen Sitzung die Kanalbelegungssatzung, die die Programmbelegung in den Kabelanlagen in Hessen regelt, geändert.

Klargestellt wurde mit der Änderung, daß Hörfunkprogramme, die in den digitalen Pilotversuchen abgestrahlt werden, zusätzlich auch über Kabel verbreitet werden können, sofern ausreichend Kapazität vorhanden ist. Zusätzlich sind in Hessen zugelassene Programme, die zu einem erheblichen Anteil allgemeine oder auf Hessen bezogene Informationen enthalten, vorrangig in die Kabelnetze einzuspeisen.

Die Änderung der Kanalbelegungssatzung war durch die fortschreitende Entwicklung im Zusammenhang mit der Digitalisierung des Rundfunks und durch die Änderung des Hessischen Privatrundfunkgesetzes notwendig geworden.

 
UKW-Frequenznot trifft nichtkommerzielle Lokalradios


Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer gestrigen Sitzung festgestellt, daß zukünftig kaum noch UKW-Hörfunkfrequenzen für private Programmanbieter zur Verfügung stehen werden. Eine Ursache für die Frequenznot liegt darin, daß der Hessische Rundfunk seine geplanten "plus-Programme" voraussichtlich auch über UKW-Frequenzen verbreiten will. Damit wird es immer schwieriger, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet Frequenzen für private Anbieter bereitzustellen. Dieser Umstand ist gerade für die neu entstanden nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) problematisch. Die nichtkommerziellen Lokalradioanbieter in den Städten Rüsselsheim/Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt müssen auf Frequenzen senden, die nicht einmal die jeweiligen Stadtgebiete versorgen. Die LPR Hessen ist trotzdem bemüht, diesen Anbietern reichweitenstärkere Frequenzen zur Verfügung zu stellen.

Offener Kanal Fulda soll im Frühjahr starten

Die Versammlung der LPR Hessen hatte im Sommer 1997 als Standort für den vierten und somit vorerst letzten Offenen Kanal Fernsehen die Stadt Fulda festgelegt. Geplant ist, daß der OK Fulda seine Arbeit ab Frühjahr 1998 aufnimmt. Geeignete Räumlichkeiten in zentraler Lage Fuldas sind schon gefunden, die Stelle der künftigen OK Leitung bereits ausgeschrieben.

Ein Offener Kanal ist ein öffentlich zugänglicher Sender, in dem die Bürger selbst Programme produzieren und verbreiten können. Die notwendigen technischen Mittel – Kameras, Schnittplätze, Studio – werden kostenlos zur Verfügung gestellt.
Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung, betonte im Anschluß an die Sitzung: "Ich hoffe, daß die Bürger in Fulda die Chance nutzen, aktiv Fernsehen zu machen!