Erneute Auswahlentscheidung: Klassik Radio erhält Hörfunkfrequenzen

Der bundesweite Radioveranstalter Klassik Radio erhält die Zulassung zur Verbreitung seines Hörfunkprogramms über UKW-Frequenzen in fünf hessischen Städten. Dies beschloss die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) in ihrer gestrigen Sitzung in Kassel.

Bereits im Januar 1999 hatte die Versammlung nach einer notwendig gewordenen Auswahlentscheidung beschlossen, dem Veranstalter Klassik Radio die Zulassung zur Nutzung der UKW-Hörfunkfrequenzen Bad Hersfeld (93,8 MHz), Butzbach (101,3 MHz), Fulda (102,8 MHz), Frankfurt am Main (96,0 MHz) und Limburg (102,0 MHz) zu erteilen. Die bei dieser Auswahlentscheidung unterlegenen Antragsteller (Dornier Medien GmbH & Co. KG, Orbit Oldie Radio GmbH & Co. KG, Radioropa Tele und Radio GmbH und Radio 24 GmbH & Co. KG sowie deren Zusammenschluss unter "Rockland Radio") hatten gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt.

In ihrer gestrigen Sitzung hatte die Versammlung über die Widersprüche der Antragsteller, deren Anträge abgelehnt wurden, zu entscheiden. Dabei waren die inzwischen geänderten Beteiligungsverhältnisse an der Gesellschaft von Klassik Radio zu berücksichtigen.

Bei dieser erneuten Auswahlentscheidung kam die Versammlung zu dem Ergebnis, dass Klassik Radio gegenüber den anderen Antragstellern auch mit den geänderten Beteiligungsverhältnissen vorrangig zu berücksichtigen ist.

Dieser Vorrang begründet sich in der größeren Meinungsvielfalt, die die Verschiedenartigkeit der politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Kräfte in der Anbietergemeinschaft erwarten läßt. Zudem rechnet die Versammlung mit einer spürbaren Ausweitung des Informationsangebotes durch den neu hinzugenommenen Gesellschafter.

Mit der Aufschaltung des Programmes auf die Frequenzen, die insgesamt ca. 250.000 Einwohner versorgen, kann nach Informationen des Senderbetreibers Deutsche Telekom AG in der zweiten Jahreshälfte gerechnet werden.

Positive Ergebnisse der Begleitforschung zu nichtkommerziellem lokalen Hörfunk in Hessen

Nichtkommerzielle Lokalradios in Hessen haben sich positiv entwickelt. Darauf weisen zwei Studien über Struktur und Programminhalte der drei nichtkommerziellen Lokalradios Radar (Darmstadt), Radio Unerhört Marburg und RundFunk Meißner (Eschwege) hin.

Um sich ein umfassendes Bild über Strukturen, Partizipationsmöglichkeiten und die Programminhalte der nichtkommerziellen Lokalradios in Hessen machen zu können, hat die Versammlung der LPR Hessen 1998 zwei Studien vergeben: eine Studie zur Kommunikations- und Organisationsstruktur der nichtkommerziellen Lokalradios an die Gesamthochschule Kassel und eine Programminhaltsanalyse an das Medieninstitut Ludwigshafen. In der gestrigen Sitzung wurden der Versammlung die Ergebnisse präsentiert:

Die Vielfalt im lokalen Verbreitungsgebiet durch eine eigene Themenauswahl zu erhöhen, ist ein wesentliches Motiv für die Mitarbeit. Es zeigt sich, dass die Möglichkeit, Radio selbst zu gestalten, von vielen unterschiedlichen Gruppen genutzt wird.

Die vielfältige Struktur der nichtkommerziellen Lokalradios und die Partizipation unterschiedlicher Gruppen am Programm haben direkte Auswirkungen auf die Programminhalte der Radios: Die Programminhaltsanalyse des Medieninstituts Ludwigshafen zeigt, dass die NKL-Sender ein aktuelles, regionalorientiertes und abwechslungsreiches Programm bieten, das eine Bereicherung der Kommunikationsangebote im lokalen Raum darstellt.

"Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass die nichtkommerziellen Lokalradios Partizipationschancen am Rundfunk bieten und einen Beitrag zur Meinungsvielfalt in Hessen leisten", so Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung.

Die Forschungsergebnisse werden in den Erfahrungsbericht einfließen, den die LPR Hessen der Hessischen Landesregierung und dem hessischen Landtag im September 1999 vorlegen wird.

Versammlung legt Erfahrungsbericht Offene Kanäle dem Landtag und der Landesregierung vor


Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer gestrigen Sitzung in Kassel den Erfahrungsbericht "Offene Kanäle in Hessen" verabschiedet, den sie dem Landtag und der Landesregierung vorlegen wird.

Der Bericht verdeutlicht, dass die vom Gesetzgeber im November 1988 getroffene medienpolitische Entscheidung, Offene Kanäle einrichten zu können, ein richtiges und zukunftsweisendes Signal war. Die Aktivitäten in den derzeit vier Offenen Kanälen (Kassel seit 1992 auf Sendung, Gießen seit 1996, Offenbach/Frankfurt seit 1997, Fulda seit 1998) belegen den gesellschaftlichen Nutzen Offener Kanäle: Die aktive Arbeit im Offenen Kanal fördert die Medienkompetenz; darüber hinaus bieten Offene Kanäle eine wichtige Plattform für den gesellschaftlichen Diskurs zu lokal oder regional relevanten Themen.

Die Versammlung empfiehlt der Landesregierung und dem Landtag im Ergebnis, die derzeitige zahlenmäßige Begrenzung auf vier Offene Kanäle im Hessischen Privatrundfunkgesetz aufzuheben und weitere Offene Kanäle zu ermöglichen. Gleichzeitig sollten die Offenen Kanäle in die Medienkompetenzstrategie des Landes integriert werden.

Der Erfahrungsbericht wird der Landesregierung und dem Landtag in Kürze zugehen.

LPR Hessen legt Landtag und Landesregierung DAB Erfahrungsbericht vor


Die Versammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung den Erfahrungsbericht über das DAB (Digital Audio Broadcasting)-Pilotprojekt Hessen verabschiedet, den sie Landesregierung und Landtag vorlegen wird.

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk hat gemeinsam mit der Deutschen Telekom AG einen Modellversuch zur Erprobung von digital radio im Rhein-Main-Gebiet durchgeführt.

Trotz technischer Schwierigkeiten bei Sendernetz und Empfangsgeräten hat der Pilotversuch zu Erkenntnissen geführt, die im bevorstehenden DAB-Regelbetrieb nutzbringend angewandt werden können:

So zeigen die Erfahrungen der Pilotphase, dass die im digital radio möglichen Datendienste vor allem im Bereich Verkehrsinformation sinnvoll sind. Auch ständig aktualisierte Nachrichten stoßen auf hohes Nutzungsinteresse und machen digital radio zu einem attraktiven Medium.

Auf technischer Seite hat der Versuch gezeigt, dass digital radio auf die Nutzung des Frequenzbandes III angewiesen ist. Allein die Nutzung des L-Bandes wird im Regelbetrieb nicht ausreichend sein.

Die Versammlung empfiehlt der Landesregierung und dem Landtag im Ergebnis, möglichst übergangslos den Regelbetrieb zu beginnen und hierfür die Nutzung des Kanal 12 (Frequenzband III) vorzusehen. Auch sollte die Einführung von digital radio infrastrukturell gefördert werden.

"Die Zukunft des Radios ist digital", so Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen. Aus seiner Sicht müßten sich beteiligte Programmanbieter, Endgerätehersteller und Sendertechnik auf ein Konzept für digital radio verständigen. Darüber hinaus sollte das weitere Vorgehen auch mit den Nachbarländern Hessens abgestimmt werden.

Sechs Veranstaltungsrundfunkprogramme in Hessen zugelassen

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer gestrigen Sitzung Zulassungen für Veranstaltungsradio und -fernsehen erteilt:

Mit einem Radioprogramm will Radio Hanomag das in Gernsheim statfindende Rheinische Fischerfest begleiten. Das Programm wird vom 26. Juli bis 03. August 1999 über die Frequenz 107,5 MHz im Raum Gernsheim/Biebesheim zu empfangen sein.

Der Verein Radio im Vogelsberg e. V. veranstaltet anlässlich des Töpfermarktes und des Festivals "Golden Oldies" ein Veranstaltungsradio. Das vom 04. bis 12. September 1999 geplante Radioprogramm kann im Vogelsbergkreis über die Frequenz 101,4 MHz empfangen werden.

Anlässlich des Bergsträßer Weinmarktes in Heppenheim wird der Verein Radio Kommunale e. V. ein Radioprogramm veranstalten. Das Programm wird vom 30. Juni bis 04. Juli 1999 in Heppenheim und Umgebung über die Frequenz 107,5 MHz zu empfangen sein.

Vom 30. Oktober bis 07. November 1999 finden in Butzbach die Musik- und Kleinkunsttage statt, die vom Evangelischen Dekanat Butzbach organisiert werden. Das Kulturereignis wird von einem Radioprogramm begleitet. Für die Verbreitung des Programms in Butzbach und Umgebung steht die Frequenz 96,0 MHz zur Verfügung.

Der Verein Medien und Kommunikation e. V. wird für die Zeit vom 23. bis 30. Juni 1999 die Veranstaltungen während des Ebbelwoifestes in Langen mit einem Fernsehprogramm begleiten. Außerdem ist die Veranstaltung eines Fernsehprogramms anlässlich des Beach-Volleyball-Turniers in Langen in der Zeit vom 27. Juli bis 02. August 1999 geplant. Die Programme beider Veranstaltungsfernsehen werden auf Kabelkanal 4 im Langener Kabelnetz verbreitet. Der Verein Medien und Kommunikation e. V. ist ein in Langen aktiver Verein, der seit Anfang 1998 im Langener Kabelnetz Videotext anbietet. Mit den begleitenden Fernsehprogrammen will der Verein die lokalen Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen.
Die Zulassungen der Veranstaltungsrundfunkprogramme ergingen im vereinfachten Zulassungsverfahren. Nach dem Hessischen Privatrundfunkgesetz (HPRG) kann die LPR Hessen ein vereinfachtes Zulassungsverfahren durchführen, wenn Sendungen im örtlichen Bereich einer öffentlichen Veranstaltung verbreitet werden sollen. Die Zulassung ist regional begrenzt und beschränkt sich auf die Dauer der Veranstaltung. Werbung und Sponsoring sind im Rahmen des Veranstaltungsrundfunks zulässig.