Hessischer Modellversuch mit digitalem Fernsehen verlängert

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer
gestrigen Sitzung in Kassel einer Verlängerung der versuchsweisen Verbreitung digitaler TV-Programme in hessischen Kabelnetzen zugestimmt.

Im Februar 1998 erteilte die Versammlung der LPR Hessen grünes Licht für einen Modellversuch mit digitalen Übertragungstechniken in den hessischen Kabelnetzen. Der Modellversuch mit digitalem Fernsehen war zunächst bis Ende 1998 befristet worden. Mit ihrer gestrigen Entscheidung hat die Versammlung den Modellversuch um ein Jahr, bis zum 31.12.1999, verlängert.

Damit können die hessischen Zuschauer, die über eine d-Box verfügen, die digitalen Angebote von DF1, premiere, Multithématiques, ARD und ZDF sowie das sogenannte Fremdsprachenpaket in den Telekom-Netzen auch weiterhin empfangen.

Erster unabhängiger Dienstleister für Digital-TV geht in Hessen an den Start

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk hat in ihrer gestrigen Sitzung dem Dienstleister Aurora Digital TV die Teilnahme am hessischen Modellversuch mit digitalem Fernsehen ermöglicht. Bei Aurora TV handelt es sich um ein luxemburgisches Unternehmen, das für seine Aktivitäten in Hessen eine deutsche Gesellschaft gründen wird, an der insbesondere hessische Kabelnetzbetreiber beteiligt sein werden.

Aurora ist ein technischer und ein Vermarktungs-Dienstleister, der - unabhängig von Programmveranstaltern und der Telekom - für lokale Netzbetreiber verschiedene Leistungen im Bereich des digitalen Fernsehens anbietet:

Aurora wird - unter anderem - Programme in Paketen zusammenstellen und diese selbständig für die Kabelnetzbetreiber vermarkten. Zum Empfang der (digitalen) Programme stellt Aurora den Zuschauern einen selbst entwickelten, den europäischen Standards entsprechenden Decoder mit eigener Verschlüsselungs- und Abrechnungstechnologie (Conditional Access) zur Verfügung.

Das Verbreitungsgebiet soll zunächst den Raum Groß-Gerau/Weiterstadt und einzelne Netze in Frankfurt umfassen und später auf weitere Teile des Rhein-Main-Gebietes ausgedehnt werden. In der ersten Ausbaustufe ist die Versorgung von 130.000 Wohneinheiten mit digitalem Fernsehen geplant. Die digitalen Programmsignale werden voraussichtlich über einen Frankfurter City-Carrier zu den jeweiligen Netzen transportiert.

Mit Aurora TV besteht für kleinere Netzbetreiber in Hessen die Möglichkeit, losgelöst und unabhängig von den großen Netzbetreibern und Dienstleistern digitale Rundfunk- und Dienste-Angebote individuell zusammengestellt zu erhalten und den Fernsehzuschauern im Empfangsbereich der Netze zu offerieren.

UKW-Frequenzen für Hörfunk noch nicht vergeben

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer
gestrigen Sitzung in Kassel noch keinen abschließenden Beschluß über die Vergabe der UKW-Frequenzen in fünf hessischen Städten fassen können. Die Entscheidung wird voraussichtlich Anfang 1999 fallen.

Einige der betroffenen Antragsteller haben Erläuterungen zu ihrem geplanten Programm erst wenige Tage vor der Versammlungssitzung übersandt. Daher sah sich das Entscheidungsgremium nicht in der Lage, in der gestrigen Sitzung eine fundierte, abschließende Entscheidung zu fällen. Der Beschluß über die Vergabe der Frequenzen bedarf einer weiteren Beratung, die für den 18. Januar 1999 vorgesehen ist.

Veranstaltungsfernsehen in Hessen zugelassen

Die Versammlung der LPR Hessen hat in ihrer gestrigen Sitzung dem Verein Medien und Kommunikation drei Zulassungen für Veranstaltungsfernsehen erteilt.

Mit gesondertem Programm wird über folgende Veranstaltungen berichtet:

Das 50-jährige Jubiläum der "Langener Karnevalsgesellschaft" wird vom 11. bis 18. Februar 1999 mit einem Fernsehprogramm begleitet. Anläßlich der Kinder-Kulturwoche in Langen sendet der Verein vom 20. bis 29. März 1999 Programm. Schließlich wird die Medienprojektwoche in Langen und Sprendlingen vom 05. bis 12. April 1999 mit einem Fernsehprogramm begleitet. Die Programme werden auf Kabelkanal 4 im Langener Kabelnetz verbreitet.

Der Verein Medien und Kommunikation e. V. ist ein in Langen aktiver Verein, der seit Anfang September im Langener Kabelnetz Videotext anbietet. Mit den begleitenden Fernsehprogrammen will der Verein die drei Veranstaltungen einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen.
Die Zulassungen der Veranstaltungsfernsehprogramme ergingen im vereinfachten Zulassungsverfahren. Nach dem Hessischen Privatrundfunkgesetz (HPRG) kann die Hessische Landesmedienanstalt ein vereinfachtes Zulassungsverfahren durchführen, wenn Sendungen im örtlichen Bereich einer öffentlichen Veranstaltung verbreitet werden sollen. Die Zulassung ist regional begrenzt und beschränkt sich auf die Dauer der Veranstaltung. Werbung und Sponsoring sind im Rahmen des Veranstaltungsfunks zulässig.