Versammlung der LPR Hessen verabschiedet Erfahrungsbericht über Nichtkommerziellen Lokalen Hörfunk

Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) hat in ihrer Sitzung am 1. September 1999 den für Landtag und Landesregierung erstellten Bericht über die bisherigen Erfahrungen mit den hessischen nichtkommerziellen Lokalradios abschließend beraten.

Seit 1994 hat die LPR Hessen die Möglichkeit, nichtkommerziellen lokalen Hörfunk - kurz NKL - zuzulassen. NKL ist lokal oder regional begrenztes Bürgerradio, das nicht auf Gewinnerzielung ausgelegt ist - Werbung und Sponsoring sind verboten. Die Radios finanzieren sich entsprechend aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Fördermitteln der LPR Hessen.

Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers soll NKL den Zugang unterschiedlicher gesellschaftlicher Kräfte zum Radio gewährleisten und die Meinungsvielfalt fördern.

Zwischen Februar und September 1997 gingen sechs Radioinitiativen in sieben hessischen Städten (Darmstadt, Eschwege bzw. Werra-Meißner-Kreis, Frankfurt, Kassel, Marburg und Rüsselsheim/Wiesbaden) auf Sendung.

Ergebnisse von zwei Studien, die die LPR Hessen in Auftrag gegeben hat, zeigen, dass die Ziele, die der Gesetzgeber mit der Einrichtung dieser für Hessen "neuen" Rundfunkform verbunden hat, weitgehend umgesetzt wurden: Die Organisationsstudie belegt, dass sich an der Programmgestaltung und an der Vereinsarbeit eine Vielzahl gesellschaftlicher Gruppen aus dem lokalen Raum beteiligt. Die Radiomacher produzieren Programme, die nach den Ergebnissen der Programmanalyse aktuell und vielfältig sind und deren Schwerpunkte auf lokalen und kulturellen Themen liegen. Inter- und intramediäre Vergleiche zeigen, dass die nichtkommerziellen Lokalradios in ihren jeweiligen Kommunikationsräumen eine publizistische Ergänzung darstellen: Sie berichten vornehmlich über Ereignisse und Personen, über die kein anderes Medium informiert.

Die Versammlung der LPR Hessen stellt in ihrem Bericht weiterhin fest, dass die nichtkommerziellen Lokalradios in Hessen auch medienpädagogische Funktionen wahrnehmen: Durch die aktive Radioarbeit wird nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern bspw. auch bei behinderten Menschen die Medienkompetenz gefördert.

Die Akzeptanz der NKL’s in der Bevölkerung wurde aus Kostengründen bisher nicht untersucht. Die Versammlung sieht hierin jedoch einen wichtigen Aspekt zur Beurteilung der Leistung nichtkommerzieller Lokalradios und will eine entsprechende Studie in Auftrag geben.

Der Erfahrungsbericht wird dem Hessischen Landtag und der Hessischen Landesregierung vorgelegt.