Unser erstes Projekt "Umfrage zur Bundestagswahl"

Schon gleich in der ersten Woche unseres Bundesfreiwilligendienstes (BFD) im Medienprojektzentrum Offener Kanal Gießen wurden wir mit unserem ersten Projekt beauftragt. Wir sollten in der Stadtmitte von Gießen eine Umfrage durchführen, die die Stimmung der Bevölkerung vor der Bundestagswahl widerspiegelt

Unsere Arbeit begann bereits am ersten Tag des Freiwiligenjahres, an dem wir gemeinsam mit unseren neuen Kollegen die Fragen ausarbeiteten, mit denen wir die Passanten auf dem  Seltersweges  in Gießen konfrontieren würden. Schließlich blieben uns nur drei Wochen bis zur Wahl.  Am nächsten Tag haben wir eine umfangreiche Kamera-Einführung bekommen, zu der auch der Einsatz von Mikrofon, Licht und anderem Zubehör zählte. Danach konnten wir uns über das Wochenende mit der Filmkamera anfreunden, um zum Start der nächsten Woche direkt mit der Umfrage loszulegen. Bei den ersten Anläufen  erhielten wir noch etwas Unterstützung von einem Kollegen, die wir vor allem brauchten, um zu üben, wie man auf die Passanten zugeht. 

Wir haben 15  Interviewpartner der verschiedensten Altersgruppen vor die Kamera bekommen und  dabei die unterschiedlichsten interessanten Antworten erhalten.

Unsere erste Frage bezog sich auf die einzelnen Kanzlerkandidaten. Die Befragten sollten drei einfache Schlagwörter zu diesen nennen, die ihnen einfielen. Dabei stellten wir fest, dass es vielen schwer fiel,  passende Beschreibungen zu finden. So gab es teilweise recht ausführliche Statements, aber auch Momente, in denen den Passanten schon nach dem zweitem Schlagwort nichts mehr eingefallen ist. Da das Thema Umwelt sehr präsent ist, wollten wir auch wissen, wie die Befragten zu der Umweltpolitik der einzelnen Parteien stehen. Die Mehrheit kam zu dem Ergebnis, dass die Partei ,,die Grünen“ am ehesten ihre Pläne für die Umwelt durchsetzen könnte. Allerdings gab es auch einige Meinungen gegen die grünen  Umweltpläne und auch Stimmen die generell keine der drei  Parteien favorisierten.

Unsere dritte Frage bezog sich auf das Wahlverhalten der Erstwähler. Da dieses Thema auch uns betrifft, war das Interesse groß, zu wissen, wie die unterschiedlichsten Altersgruppen über das Wahlverhalten unserer Generation denken. Dazu gibt es am Schluß des Artikels noch einge Anmerkungen.

Die Frage: ,,Wenn heute Bundestagswahl wäre, wie würde um 18 Uhr die Prognose aussehen ?“, leitete das Ende unseres Interviews ein. Die meisten sahen die Union und SPD als Gewinner der Wahl und trauten aber auch den Grünen gute Erfolge zu. Alles in Allem also ein Ergebnis, wie es auch von den "professionellen" Medien mehr oder weniger vorhergesagt wird.

Damit alles reibungslos laufen konnte, hatten wir die Aufgaben untereinander verteilt. Die eine Person war an der Kamera, damit Ton und Bild stimmten, während die andere die Passanten interviewt hat. So waren wir bereits nach einem Nachmittag mit unserer "Ausbeute" zufrieden. Für das Intro sind wir anschließend nochmal auf die Straße gegangen und haben einzelne Wahlplakate gefilmt.

Nach der Befragung ging es dann mit der Postproduktion weiter. Dabei arbeiteten wir mit Final Cut Pro, ein Schnittprogramm, für das wir ebenfalls vorab eine Einführung erhielten. Zunächst haben wir das gesammelte Videomaterial nach den einzelnen Fragen und Antworten sortiert.  Danach ging es an das Kürzen und Montieren der Clips, bis alles harmonisch und flüssig wirkte. . Danach passten wir noch das Intro ein und legten die Musik unter die Bilder. Zu guter Letzt fügten wir die Texte ein, damit im Video auch die Fragen, die wir gestellt haben, zu sehen sind. Schließlich wurde das gesamte Video, mit unseren Kollegen im MOK Gießen, final abgestimmt.

Rückblickend war es für uns eine sehr positive Erfahrung, welche uns sehr viel Spaß gemacht hat. Teilweise haben wir sehr ähnliche Antworten durch alle Altersklassen hinweg bekommen, es gab aber aber auch ein paar Ausreißer. Zum Beispiel, ein junger Mann, der uns verraten hat, dass er die AFD wählen würde - Seine Antworten unterschieden sich stark von denen der anderen Passanten. Wir haben dadurch erkannt wie vielfältig das Meinungsbild in der Bevölkerung ist. Es war eine interessante Erfahrung mit fremden Menschen über Politik zu reden, die wir hier das erste Mal gemacht haben. Uns ist aufgefallen, dass viele in unserem Alter, nach der Frage, ob sie sich für unser Interview bereit erklären, ablehnten, da sie sich mit den aktuellen Geschehnissen in der Politik nicht auskennen. Daher finden wir es wichtig, dass es mehr interessante Angebote zur politischen Bildung gibt, die Jugendliche ansprechen, sodass auch die Erstwähler informiert sind und für sich die beste Entscheidung treffen können.

Das beigefügte Bild zeigt uns bei der Befragung in Gießen.

Ein Bericht von Isabell Gosa und Yara Wosnik / MOK Gießen